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Von Sirene geschockt - Grebendorfer Störche waren kurz verschwunden

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Von: Stefanie Salzmann

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Das Storchenpaar, dass sich auf dem Dach des Grebendorfer Rathauses im März 2022 zur Brut niedergelassen hat.
Das Storchenpaar, dass sich auf dem Dach des Grebendorfer Rathauses im März 2022 zur Brut niedergelassen hat. © Rolf Semmelrodt

Am Mittwoch schien das neue Glück in Grebendorf beinahe mit einem Handstreich vernichtet zu sein. Als gegen 11 Uhr die nur zehn Meter vom Horst der Weißstörche entfernt installierte Sirene auf dem Dach des Rathauses loskreischte, machten sich das Storchenpaar panisch aus dem Staub und ward erst mal nicht mehr gesehen.

Grebendorf - „Als ich aber am Mittwochabend nach einer Sitzung spät abends nachgeschaut habe, saßen sie wieder auf ihrem Horst“, erzählt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill erleichtert. „Ich war so sauer, als die weg waren.“ Von den rund 20 Hubschrauberübungsflügen am Mittwochvormittag noch vom Getümmel im Hof des Rathauses hatte sich das Storchenpaar bisher wenig beeindrucken lassen, die Sirene war dann aber wohl doch zuviel.

Sirene soll bis Ende der Brut stillgelegt werden

Deshalb hat Bürgermeister Brill jetzt in Absprache mit dem Kreisbrandinspektor entschieden, dass die Sirene auf dem Rathausdach bis zum Ende der Brutzeit abgestellt wird. „Wir brauchen die Sirene nicht unbedingt, die Feuerwehr wird sowieso bei Einsätzen über ihre Melder alarmiert“, sagt Brill.

Vor zirka zwei Wochen hatte sich auf dem Dach des Grebendorfer Rathauses zunächst ein Storch blicken lassen, kurze Zeit später folgte seine Partnerin. In den vergangen Tagen konnte man das Pärchen häufig beim Liebesspiel und Klappern beobachten, zwischendurch waren die Störche meist auf den Wiesen und Feldern von Ortsvorsteher und Landwirt Christian Menthe unterwegs.

Nisthilfe war erst im Sommer vorigen Jahres auf Rathausdach gesetzt worden

Erst im Sommer vorigen Jahres hatten die Meinharder Ferienspielkinder ein Horst gebaut, die Feuerwehr hatte den dann auf das Rathausdach gesetzt. Nachdem zwei Jahre in Folge nach mehr als zwei Jahrzehnten Pause 2020und 2021 in Schwebda erstmals wieder Weißstörche im Werra-Meißner-Kreis gebrütet hatten, hatte Brill verkündet, dass Meinhard eine Storchengemeinde werden solle. Dass diese Idee so schnell von Erfolg gekrönt ist, grenzt schon an ein Wunder. Ortsvorsteher Menthe vermutet, dass der Bürgermeister einen Pakt mit einem Glücksschwein geschlossen hat. Doch nicht nur Bürgermeister Brill ist glücklich über die Weißstörche oberhalb seiner Amtsstube, halb Grebendorf ist aus dem Häuschen und verfolgt das Geschehen auf dem Rathaus mit Aufmerksamkeit und Begeisterung – etwas, was dem Rathaus sonst eher nicht vergönnt ist.

Möglicherweise handelt es sich um Schwebdaer Storchenpaar

Der Storchenbeauftragte in der Region, Rolf Semmelrodt, der das Storchengeschehen in der Gegend täglich beobachtet, vermutet, dass es sich bei dem Grebendorfer Paar möglicherweise um jenes handelt, dass die vergangenen beiden Jahre in Schwebda gebrütet hat. Denn dort ist der Horst auf dem Steinernen Haus in diesem Jahr bisher leer geblieben. „Aber das die Tiere nicht beringt sind, kann man das nicht mit Sicherheit sagen.“

Falls die Brut zustande kommt, will Brill dort eine Kamera installieren und unter anderem über die Homepage der Gemeinde kann das Geschehen im Horst per Live-Stream verfolgt werden. Und Meinhard hofft ab jetzt auf reichen Kindersegen. (Stefanie Salzmann)

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