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Vor 50 Jahren wurden Orte im Werra-Meißner-Kreis zusammengelegt

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Von: Tobias Stück

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Herleshausen war die erste Großgemeinde im Kreis. 1970 war die Fusion schon abgeschlossen.
Von der Werra bis zum Meißner: Fluss und Berg haben dem neu formierten Landkreis 1974 seinen Namen gegeben. © Tobias Stück

Zwischen 1972 und 1974 wurde die Gebietsreform auch im Werra-Meißner-Kreis vollendet. Einige Kommunen feiern deshalb in diesem Jahr bereits ihr 50-jähriges Bestehen.

Werra-Meißner – Wanfried und Meinhard sind schon in diesem Monat dran (wir berichteten), die Großgemeinde Herleshausen wurde bereits 1970 erschaffen, offizieller Gründungstag für Sontra war der 1. August 1972, Weißenborn folgte am 1. Oktober 1972. Der Werra-Meißner-Kreis feiert 2024 sein 50-Jähriges. Ein Aus- und Rückblick.

Meinhard

Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Meinhard durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Frieda, Grebendorf, Jestädt und Schwebda neu gebildet. Am 1. April 72 kamen Hitzelrode, Motzenrode und Neuerode hinzu. Die neue Großgemeinde war damals nach Eschwege mit fast 6000 Einwohnern die größte Kommune im Altkreis.

Gefeiert wird das 50-jährige Bestehen das gesamte Jahr über. Jeder Ortsteil wird eine Veranstaltung anbieten. Dabei werden Kirmessen wie die Heimatfeste in das GeburtstagsKonzept integriert. Am 1. Mai gibt es einen Festkommers im Innenhof der Gemeindeverwaltung in Grebendorf.

Wanfried

Auch die Stadt Wanfried in ihrer heutigen Form wurde am 1. April 1974 fertig gestellt. Nach Völkershausen und Aue folgten zum Schluss Altenburschla und Heldra. Die Einwohnerzahl sprang dadurch von 3500 auf etwa 5400. Heute zählt Wanfried knapp 4200 Einwohner. (Weitere Berichterstattung auf den Seiten 10 und 11).

Es wird derzeit darüber nachgedacht, ob sich alle Stadtteile beim traditionellen Wanfrieder Vogelschießen am zweiten Wochenende im Juli im Festzug präsentieren werden, sofern ein Festumzug wegen der Coronapandemie stattfindet.

Wehretal

Am 1. Februar ‘71 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Oetmannshausen in die Nachbargemeinde Hoheneiche eingegliedert. Am 1. Oktober kam Vierbach zu Reichensachsen. Diese beiden Gemeinden fusionierten am Jahresende zur neuen Gemeinde Wehretal. Am 1. April 1972 wurde schließlich der Nachbarort Langenhain eingegliedert.

Wehretal gehört zu den Kommunen im Werra-Meißner-Kreis, die in den vergangenen 50 Jahren vergleichsweise wenig Einwohner verloren haben. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren es im Jahr 1973 noch 5129, zum Stichtag 2020 dann 4963.

Sontra

Die Großgemeinde mit den meisten Stadtteilen des neuen Landkreises wurde Sontra durch die Gebietsreform, die am 1. August 1972 als abgeschlossen galt. Zu der Stadt kamen die 15 Dörfer Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Hornel, Krauthausen, Lindenau, Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach, Ulfen, Weißenborn, Wichmannshausen und Wölfterode.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über 111,29 Quadratkilometer Fläche und gehört damit zu den größten Flächengemeinden des Landkreises – Pro Quadratkilometer leben hier 69 Menschen. Zum Vergleich: Auf dem Gebiet der Kreisstadt Eschwege leben 306 Menschen pro Quadratkilometer. Am wenigsten sind es in Waldkappel (44). Sontras Besonderheit: Im Gegensatz zu den anderen 15 Kommunen, die seit ‘74 den Werra-Meißner-Kreis bilden, kam Sontra nicht aus den beiden Altkreisen Eschwege und Witzenhausen. Sontra gehörte bis dahin zum Kreis Rotenburg.

Weißenborn

Von der flächenmäßig größten zur kleinsten Gemeinde des Landkreises: Weißenborn besteht nur aus den Dörfern Weißenborn und Rambach und ist auch innerhalb Hessens nach der Fusion der Partnergemeinde Hesseneck (Odenwaldkreis) mit Beerfelden, Rothenberg und Sensbachtal seit 2018 die kleinste Großgemeinde im gesamten Bundesland.

Knapp 1000 Menschen wohnen in den beiden Ortsteilen. Seit der Gebietsreform hat die Gemeinde damit rund 300 Einwohner verloren. Bürgermeister Thomas Mäurer (parteilos) war lange zeit der einzige ehrenamtliche Bürgermeister des Landes. Er ist Wahlbeamter und erhält einen aufgebesserten Ehrensold.

Werra-Meißner-Kreis

Aus dem ehemaligen Kreis Eschwege folgten bis zum Jahr ‘74 Eschwege, Waldkappel, Meißner, Ringgau und als letzte Kommune Berkatal mit den Zusammenlegungen. So konnte mit Beginn des Jahres 1974 der Werra-Meißner-Kreis gegründet werden, der im Jahr 2024 sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Aus dem Altkreis Witzenhausen kamen die Städte Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau und die Großgemeinde Neu-Eichenberg hinzu.

Der Landkreis besteht jetzt aus 16 Gemeinden mit 138 Ortsteilen. Die Besonderheit: Der Werra-Meißner-Kreis besitzt mit dem Kaufunger Wald eine rund 50 Quadratkilometer große Fläche (rund fünf Prozent des Landkreises), in dem kein einziger Mensch wohnt.

Bis 1972 war der Gutsbezirk Kaufunger Wald zwischen den Landkreisen Kassel und Witzenhausen aufgeteilt. Durch die Gebietsreform in Hessen wurde er 1972 vollständig in den Landkreis Witzenhausen und mit diesem 1974 in den Werra-Meißner-Kreis eingegliedert.

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