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Vor Märchen kommt Logistik: So funktioniert Schloss Rothestein

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Von: Konstantin Mennecke

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Schloss Rothestein hat zahlreiche Fenster in den verschiedensten Formen und auch Farben. Ein Großteil von ihnen ist im Original erhalten geblieben und auch kein Opfer von Vandalismus geworden.
Schloss Rothestein hat zahlreiche Fenster in den verschiedensten Formen und auch Farben. Ein Großteil von ihnen ist im Original erhalten geblieben und auch kein Opfer von Vandalismus geworden. © Konstantin Mennecke

Schloss Rothestein bei Bad Sooden-Allendorf wird umfangreich saniert. Wir stellen die Arbeiten und Pläne für das besondere Gebäude auf dem Schlossberg in unserer Serie vor.

Rothestein – Es ist ein Märchentraum, der aber mit großen logistischen Herausforderungen verbunden ist: Ein eigenes Schloss, das nicht einfach nur gut aussieht, sondern vor allem auch nutzbar ist. Damit Schloss Rothestein zu einem modernen Veranstaltungsort in historischem Ambiente inklusive gastronomischem Angebot werden kann, ist viel Infrastruktur hoch über Bad Sooden-Allendorf notwendig.

Die wohl spannendste Tatsache ist die Wasserversorgung des Schlosses. Das rund 130 Jahre alte Gebäude hat eine eigene Quelle. „Rund fünf Kilometer lang ist die Versorgungsleitung bis zum Schloss“, erzählt Anika Freund-Djukic, Geschäftsführerin der Rothestein KG. Nach dem Schlosskauf einfach den Hahn aufdrehen und das Wasser trinken – das war nicht erlaubt.

„Die Auflagen für Trinkwasser sind in Deutschland sehr hoch, das Wasser musste erst beprobt werden“, sagt Freund-Djukic. Die Ergebnisse waren positiv, es gab keine Beanstandungen. Ganz im Gegenteil. Freund-Djukic: „Wir haben sehr hochwertiges Trinkwasser.“

Für den Schlossbetrieb sind aber nicht nur fließendes Wasser und die vorhandene Stromversorgung erforderlich. Auch eine Versorgung mit Telefon und Internet ist erforderlich, wurde bisher aber mit einer Art Freileitung realisiert.

„Wir haben die Leitung insbesondere nach dem letzten Sturm überprüft – sie war zehnfach gerissen“, berichtet Anika Freund-Djukic. Die Internetversorgung ist aber nicht nur für das Arbeiten auf Schloss Rothestein, sondern auch für die umfangreiche Kameraüberwachung des Areals essenziell. Ein 5G-Router ist jetzt für die Telekommunikationsanbindung verantwortlich, ergänzend dazu gibt es die von der Telekom instand gesetzte Telefonleitung. Wer solche Geräte aus den eigenen vier Wänden kennt, der weiß, dass ein flächendeckender Empfang des Internetsignals aber eine echte Herausforderung sein kann.

„Wir haben 20 W-Lan-Router installieren lassen, zahlreiche Strom- und Netzwerkkabel dafür verlegt“, so die Geschäftsführerin. Damit ist jetzt auch Telefonieren, im Internet surfen und mehr nahezu flächendeckend möglich.

In diesem Zuge wurde die Elektroinstallation erneuert und die zuvor unbeschrifteten Kabel zeitgemäß mit System sortiert.

Apropos unbeschriftet: mit dem Schlosskauf gab es für die neuen Eigentümer auch ein umfangreiches Schlüsselbund. „Es war nur Grundlegendes beschriftet, herauszufinden, wofür die übrigen Schlüssel sind, hingegen ein echtes Abenteuer.“ Rund zwei Jahre sollen die Bauarbeiten auf Schloss Rothestein andauern. Den Bauherren ist es wichtig, so viele Gewerke wie möglich regional zu vergeben. Rund drei Mal in der Woche sind die Kasseler auf Schloss Rothestein.

Märchenhafter Eingang: Besucher belohnt Schloss Rothestein mit vielen Details, einer besonderen Lostplace-Atmosphäre und einer einmaligen Aussicht aufs Werratal.
Märchenhafter Eingang: Besucher belohnt Schloss Rothestein mit vielen Details, einer besonderen Lostplace-Atmosphäre und einer einmaligen Aussicht aufs Werratal. © Konstantin Mennecke

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