Werra-Meißner-Kreis

Vorerst keine Insolvenzwelle: Corona-Pandemie sorgt in Nordhessen noch nicht für Pleiten

 „Zu vermieten – Gewerbefläche“ steht auf einem Plakat an einem Fenster eines geschlossenen Geschäftes am Kurfürstendamm in Berlin.
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„Zu vermieten – Gewerbefläche“ steht auf einem Plakat an einem Fenster eines geschlossenen Geschäftes am Kurfürstendamm in Berlin.

Die Zahl der Unternehmenspleiten in Nordhessen ist trotz der Coronakrise deutlich gesunken. Im Werra-Meißner-Kreis stieg die Zahl dagegen leicht an.

Werra-Meißner - Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte, weist die Region für 2020 einen Rückgang von 16,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 auf. Das resultiert laut Creditreform vor allem aus den Landkreisen Kassel mit 47 Insolvenzen (2019: 82 Insolvenzen) und Waldeck-Frankenberg mit 32 Insolvenzen (2019: 47 Insolvenzen).

Die Stadt Kassel verzeichnet einen kleinen Rückgang von 64 auf 62 Pleiten. Im Werra-Meißner-Kreis gab es mit 20 Unternehmensinsolvenzen (2019: 18) einen marginalen Anstieg, der sich laut Michael Ludwig vom Servicecenter Werra-Meißner der IHK aber im Rahmen der Vorjahre bewege. Gleiches gilt für den Schwalm-Eder-Kreis mit 31 Unternehmerinsolvenzen (2019: 30) sowie Hersfeld-Rotenburg mit 27 Fällen (2019: 21).

Die Insolvenzzahlen im vergangenen Jahr spiegeln die wirtschaftliche Not der Corona-Krise laut Creditreform nach wie vor nicht wider, erklärt Creditreform-Geschäftsführer Sebastian Schlegel. Wegen massiver Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung, wie dem erleichterten Zugang zu KfW-Krediten, Zuschüssen für Selbstständige und kleine Gewerbetreibende wie auch mit Steuerstundungen oder Staatsbeteiligungen versuche der Staat, die Corona-Insolvenzwelle klein zu halten.

Das bestätigt Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Werra-Meißner: Der Bund habe im Laufe des Jahres viele Löcher im Hilfsnetz gestopft, nun könnten viele Betriebe Unterstützung erhalten. Derzeit sehe er im Landkreis keine große Verzweiflung bei den Betrieben, die weitermachen wollen. Viele würden die Zeit für Investitionen nutzen und die Digitalisierung ausbauen. „Manche konnten das vor der Pandemie nicht.“ Beratungsbedarf zum Thema Insolvenz werde derzeit kaum an die WFG herangetragen, so Kleeberg. Dagegen sei die Nachfrage nach Informationen etwa zum Social-Media-Marketing groß, wie jüngst ein Online-Vortrag zu Thema mit 130 Teilnehmern zeigte. „Viele Firmen schauen schon auf die Zeit nach der Pandemie.“

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