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„Eisenhans“ zieht Kinder in den Bann - Schauspielerin Cornelia Kempers liest an Eschweger Schule

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Von: Stefanie Salzmann

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Lauschen gebannt: Die Schauspielerin Cornelia Kempers bringt den Fünftklässlern der Anne-Frank-Schule beim bundesweiten Vorlesetag den „Eisenhans“ aus der Märchensammlung der Brüder Grimm näher.
Lauschen gebannt: Die Schauspielerin Cornelia Kempers bringt den Fünftklässlern der Anne-Frank-Schule beim bundesweiten Vorlesetag den „Eisenhans“ aus der Märchensammlung der Brüder Grimm näher. © STEFANIE SALZMANN

Vorlesetag im ganzen Land: Schauspielerin Cornelia Kempers liest den Fünfklässlern der Anne-Frank-Schule aus Grimms Märchen vor. Gewählt hat sie den „Eisenhans“. Vorgelesen wurde am Freitag in zahlreichen Schulen und Kindergärten.

Eschwege – Die Stimme von Cornelia Kempers mäandert durch alle Höhen und Tiefen gesprochener Worte – mal flüstert, mal grimmt sie, mal kichert, mal quengelt sie und manchmal klingt sie ängstlich und verzweifelt oder amüsiert und hämisch. Die Fünftklässler der Anne-Frank-Schule lauschen der rauchigen Stimme mit den vielen zarten Tönen gebannt und bewegt, als ihnen die Schauspielerin den „Eisenhans“, ein Märchen der Brüder Grimm, vorliest.

Die Bibliothek der Eschweger Europaschule ist der Schauplatz, an dem dort für den bundesweiten Vorlesetag angerichtet ist – mit Sofa, Sitzsäcken, Stehlampe und farbigen Märchenfedern, die Cornelia Kempers mitgebracht hat, ebenso wie ihre Lesebrille, die sie original wie Sybill Trelawney aussehen lässt, die bei Harry Potter die Professur für das Fach Wahrsagen an der Zauberschule von Hogwarts innehat.

Das Märchen vom „Eisenhans“ hat einen martialischen Start, bei dem ein wilder Mann im Wald in einem Tümpel sitzt und Jäger wie Tiere in die Tiefe reißt und verschlingt. Der kleine Königssohn kommt ins Spiel, verzweifelte Königseltern, die sich Schlüssel klauen lassen, es gibt vergoldete Haare und Finger und die Erkenntnis, dass in jedem Bösen auch das Gute sitzt, Verirrungen und Wirrungen, eine Prinzessin, vermummte Gestalten, fliegende Goldäpfel und am Ende eine Hochzeit unter Königskindern.

Nachdem der letzte Satz des Märchens verklungen ist, rufen die Zehn- und Elfjährigen nicht anders, als Dreijähriges es tun: „Noch eins“! Doch für die Kinder der 5d heißt es, zurück in den Unterricht, zwei weitere Fünfte wollen auch von Cornelia Kempers vorgelesen haben. Die Kinder trollen sich, wenn auch ungern. „Wenn man vorgelesen bekommt, kann man sich so schön entspannen und zuhören“, sagt die zehnjährige Albina Donhauer. Und auch Lenn-Mattis Schüttemeyer hat es gefallen. „Das war gut. Ich kannte das Märchen, weil es meine Eltern mir erzählt haben.“

Die Anne-Frank-Schule legt großen Wert auf Lesen und Vorlesen. „Nicht von ungefähr ist unsere Bibliothek so gut ausgestattet“, sagt Deutschlehrerin Melanie Salewski. „Uns ist wichtig, vorzulesen und die Kinder zu befähigen, selbst zu lesen, damit sie die Erfahrung machen, wie faszinierend das ist“, sagt sie. Deshalb hat die Schule auch eine sogenannte Leselehrerin, Susanne Lessinger, die alles rund ums Lesen organisiert und betreut. Nächstes Deutschprojekt für die Fünfte: eigene Märchen schreiben und ein Buch entstehen lassen.

Am bundesweiten Vorlesetag beteiligten sich auch die Politiker Nicole Rathgeber (FW), Knut John (SPD), Karina Fissmann (SPD) und Awet Tesfaiesus (Grüne) an anderen Schulen. (Stefanie Salzmann)

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