Offizieller Zusammenschluss erst im September

Wählergemeinschaft „Zukunft Ringgau“ feuert Mitgründer Udo Reinhardt

Verwaltungszentrum im Ringgau: In Netra hat die Gemeinde ihren Sitz. Für das Gemeindeparlament will auch eine neue Wählergemeinschaft antreten, doch die hat jetzt erst mal einen ihrer Gründer gefeuert. 
+
Verwaltungszentrum im Ringgau: In Netra hat die Gemeinde ihren Sitz. Für das Gemeindeparlament will auch eine neue Wählergemeinschaft antreten, doch die hat jetzt erst mal einen ihrer Gründer gefeuert. 

Die „Wählergemeinschaft Zukunft Ringgau“ (WZR) ist schon wieder Geschichte. Das frisch gegründete Bündnis hatte sich erst Anfang September vorgestellt.

Ringgau - Seinerzeit war das ein harter Kern von 20 Männern und Frauen aus dem Ringgau, die antreten wollen, um „alte Strukturen und Muster aufbrechen“ und mit einer Liste zur Kommunalwahl im März kommenden Jahres als parteiunabhängiges Bündnis antreten.

Nun hat das Bündnis sich vor knapp zehn Tagen von ihrem Frontmann, Initiator und Mitgründer Udo Reinhardt getrennt. Weiter Gründungsmitglieder der WZR waren Frank Buchenau, Juliane Wieditz und Julian Larbig.

„Du passt nicht zu uns“

Wie Reinhardt auf Anfrage schildert, habe Julian Larbig ihm zu Beginn des Treffens der Gruppe am Abend des 23. November auf den Kopf zugesagt: „Du passt nicht zu uns – entweder du gehst oder wir gehen.“

Reinhardt habe dann noch mal nachgefragt, wer mit „wir“ gemeint ist, worauf Larbig „alle“ geantwortet habe. „Ich habe dann noch mal in die Runde gefragt, da haben alle zu Boden geschaut“, sagt Reinhardt. Daraufhin hatte Reinhardt den Saal verlassen, gefolgt von dem zweiten ursprünglichen Frontmann der WZR, Frank Buchenau.

Udo Reinhardt ist Mitgründer der WZR.

Keine Stunde später hatte Julian Larbig Reinhardt aus der Whatsapp-Gruppe entfernt, über die die WZR intern kommuniziert. Reinhardt räumt ein, dass „einige Leute in der Gruppe ein Problem mit ihm“ hatten. Julian Larbig hingegen sagt, man habe an dem Abend noch mit Reinhardt über Ausrichtung, Themen und Ziele diskutieren wollen.

Reinhardt hatte an zwei der unmittelbar vor seinem Rauswurf stattgefundenen regelmäßigen Treffen nicht teilgenommen.

Julian Larbig ist Mitgründer der WZR.

„Aufgabe darf nicht zu 80 Prozent darin bestehen, uns mit Altem zu beschätigen“

„Wie bei jeder Gründung einer neuen Gemeinschaft müssen dazu persönliche Präferenzen ausgetauscht und eine grobe gemeinsame Schnittmenge gebildet werden“, sagte Larbig. „Sicher muss auch die Vergangenheit aufgearbeitet werden, aber unsere Aufgabe darf nicht zu 80 Prozent darin bestehen, uns mit Altem zu beschäftigen.“

Man wolle als Wählergemeinschaft nach vorn blicken. Diesen Prozess habe die Gruppe, die aktuell nur noch aus zehn Mitgliedern besteht, nun durchlaufen und wolle kommende Woche ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahl aufstellen.

Wählergemeinschaft wird künftig anderen Namen tragen

Die Gruppe werde auch nicht mehr als „Wählergemeinschaft Zukunft Ringgau“ firmieren, sondern sich einen anderen Namen geben. Die Gründer der Wählergemeinschaft um Udo Reinhardt hatten den jetzigen parteilosen Bürgermeister Mario Hartmann 2019 aktiv im Wahlkampf unterstützt.

Doch auch zwischen den beiden Männern soll es unterdessen im Zusammenhang mit der WZR zu Spannungen gekommen sei. Auch Hartmann nehme regelmäßig an den Sitzungen der Wählergemeinschaft teil. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.