1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Wärmstes Jahr in der Region

Erstellt:

Von: Stefan Forbert

Kommentare

Prof. Dr. Kai Neumann Wetter-Experte
Prof. Dr. Kai Neumann Wetter-Experte © Familie Neumann

2022 war seit Aufzeichnungsbeginn das wärmste Jahr in der Region.

Werra-Meißner – In Bezug auf das Wetter in der nordhessischen Region spricht Prof. Dr. Kai Neumann, der in Landwehrhagen eine Wetterstation betreibt und durch seine regelmäßigen Wetterberichte bekannt ist, im Rückblick auf 2022 von einem Rekordjahr. Nach einer vorübergehenden Abkühlung im Jahr 2021 habe sich der Erwärmungstrend im zurückliegenden Jahr wieder fortgesetzt, bilanziert er.

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,6˚C sei das abgelaufene Jahr um 1,2˚C wärmer gewesen als das „Durchschnittsjahr“ seit Aufbau der Wetterstation im März 1997. Es dürfte damit auch zu den wärmsten Jahren in den vergangenen 1000 Jahren zählen, so Prof. Neumann.

Lediglich die Monate April, September und Dezember seien etwas kälter gewesen, besonders hoch aber „waren die positiven Abweichungen“ im Januar, Februar, August und Oktober.

Mit 38,3˚C wurde am 20. Juli ein neuer absoluter Höchstwert gemessen, der bisherige Rekordwert lag im Juli 2015 bei 37,4˚C. An 24 Tagen erreichte das Thermometer mindestens die 30-Grad-Marke, mehr solcher „heißen Tage“ gab es mit 28 nur 2018.

Neben der Erwärmung zeigte sich aber 2022 auch der Trend zur Trockenheit. Mit nur 503 Liter je Quadratmeter war es nach 2018 und 2003 zusammen mit 2011 das dritttrockenste Jahr seit Stationsaufbau. „Damit verschärft sich das strukturelle Niederschlagsdefizit seit 2018 in unserer Region weiter“, sagt der Expert. 2022 waren es neben dem März und Mai besonders die sonst niederschlagsreichen Sommermonate, die deutlich zu trocken ausfielen.

Gleichzeitig schien aber die Sonne mit gut 2125 Stunden zur Freude vieler Eigentümer von Solaranlagen so lange wie noch nie in einem Jahr, so Neumann. Der bisherige Rekordwert aus 2018 (2085 Stunden) sei noch einmal überboten worden. Dabei ragten im Jahr 2022 die Monate März, Juni und August als besonders sonnig heraus.

Eine Prognose für das Jahr 2023 könne nicht seriös gestellt werden, auf Jahresbasis gebt es noch keine wirklich brauchbaren Prognosemodelle, sagt Prof. Neumann.

Er meint: „Lassen wir uns einfach überraschen und hoffen, von Katastrophen verschont zu bleiben.“ (sff)

Auch interessant

Kommentare