Anträge für den Kleinen Schein werden weniger

Werra-Meißner-Kreis ist bei Waffen gegen den Trend

Überfall in Fuldatal: Bei diesem Foto handelt es sich um ein Symbolbild. Bei der Tat wurde eine silberfarbene Waffe unbekannten Typs verwendet.
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Wer eine kleine Waffe mit sich führen will, braucht einen entsprechenden Waffenschein. (Symbolbild)

Im Werra-Meißner-Kreis sinkt die Nachfrage nach einem Kleinen Waffenschein.

Werra-Meißner – In Hessen steigt der Trend zum kleinen Waffenschein. Das antwortete Innenminister laut DPA Peter Beuth (CDU) auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag. Der Werra-Meißner-Kreis folgt diesem Trend jedoch nicht. Bis auf einen Ausreißer 2019 sanken die Anträge auf Erteilung eines kleinen Waffenscheins kontinuierlich.

Bundesweit stieg die Nachfrage im Jahr 2016, was auf die Vorfälle in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln zurückgeführt wurde. In dem Jahr wurden im Kreis 184 kleine Waffenscheine beantragt, davon einer abgelehnt, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge auf Nachfrage. Laut Klinge wurden 2017 dann 108 Kleine Waffenscheine erteilt (7 abgelehnt) und 2018 waren es 88 (1). 2019 stieg die Anzahl wieder auf 116 (3) und fiel im vergangenen Jahr auf 66. In diesem Jahr gab es bisher 39 Anträge (1), zudem sind 5 noch in Bearbeitung.

Als kleine Waffen werden Gas- und Schreckschusswaffen bezeichnet, erklärt ein Waffenhändler aus dem Kreis, der nicht namentlich genannt werden möchte. Diese dürften ohne kleinen Waffenschein gekauft und besessen werden. Der Waffenschein sei nur nötig, wenn man die Waffe geladen mit sich führt. Einen Anstieg bei der Nachfrage erlebe er nicht.

Um einen Kleinen Waffenschein genehmigt zu bekommen, dürfen laut Klinge keine Bedenken gegen die Zuverlässigkeit und persönliche Eignung des Antragstellers bestehen. „Die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen Personen nicht, die wegen eines Verbrechens oder sonstiger vorsätzlicher Straftaten rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden, wenn seit der Rechtskraft 10 Jahre noch nicht verstrichen sind“, erklärt er.

Außerdem besitze ein Antragsteller die Zuverlässigkeit nicht, wenn er wegen einer vorsätzlichen Straftat, einer fahrlässigen Straftat im Zusammenhang mit Waffen, Munition oder explosionsgefährlichen Stoffen oder einer gemeingefährlichen Straftat – zum Beispiel betrunken Auto fahren – zu einer Freiheits- oder Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen verurteilt wurde. Die Rechtskraft des Urteils darf nicht mehr als 5 Jahre her sein.

Ein Ausschlusskriterium ist auch, wenn der Antragsteller Mitglied in einer verbotenen Organisation ist oder sich zum Beispiel gegen die verfassungsmäßige Ordnung bemüht.

Die Zuverlässigkeit und Eignung muss mindestens alle drei Jahre überprüft werden. (nde)

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