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Wahl des Bundespräsidenten: So lief die Bundesversammlung ab

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Von: Konstantin Mennecke

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Sigrid Erfurth (rechts) und die Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus im Paul-Löbe-Haus in Berlin
Waren gemeinsam bei der Wahl des Bundespräsidenten: Die hessische Grünen-Landesvorsitzende Sigrid Erfurth (rechts) und die Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus im Paul-Löbe-Haus in Berlin. © Bündnis 90/Die Grünen

Witzenhausen/Berlin – Lange Gänge, viel Glas, unzählige kreisrunde Sitzungssäle und Büros: Das Paul-Löbe-Haus ist als Gebäude im sogenannten „Band des Bundes“ am Spreebogen schon eine Erscheinung an sich.

Der rund 200 Meter lange Innenteil zwischen Büros und Sitzungssälen war am Sonntag der Ort, auf den die ganze Republik geschaut hat: Bei der Bundesversammlung haben 1472 Wahlleute, vom Friseur über Feuerwehrleute, Ärzte und Parlamentarier den Bundespräsidenten gewählt. Mitten unter ihnen: Sigrid Erfurth, die hessische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Die Wahl des Bundespräsidenten am Sonntag war aber der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Begonnen hat die Bundesversammlung für Siegrid Erfurth im Prinzip schon am Freitag. „Wir hatten in einer virtuelen Fraktionssitzung die Möglichkeit, Fragen an Frank-Walter Steinmeier zu stellen“, sagt die hessische Grünen-Landeschefin im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Samstag in Berlin war geprägt von den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, die der Deutsche Bundestag an die Bundesversammlung gestellt hatte. Alle Teilnehmer mussten getestet werden. Dazu wurden Zelte vor dem Reichstagsgebäude aufgestellt, in denen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer getestet und im Anschluss mit einem Einlassbändchen ausgestattet wurden. Wäre hier ein Test positiv ausgefallen, hätten Ersatzdelegierte zur Verfügung gestanden, die dann eingesprungen wären.

Außerhalb von Corona-Zeiten: Das Paul-Löbe-Haus dient unter anderem zum Informieren von Besuchergruppen über die parlamentarische Arbeit. 2
Außerhalb von Corona-Zeiten: Das Paul-Löbe-Haus dient unter anderem zum Informieren von Besuchergruppen über die parlamentarische Arbeit. 2 © Konstantin Mennecke

Der eigentliche Wahlsonntag begann dann um 9.30 Uhr in den Liegenschaften des Deutschen Bundestages. „Ich habe viele alte und neue Bekannte getroffen“, sagt Erfurth mit Blick auf den noch recht jungen 20. Deutschen Bundestag. In interfraktionellen Gesprächen habe man sich zu aktuellen Themen ausgetauscht, sich persönlich kennengelernt und ist dann über das unterirdische Erschließungssystem in das Paul-Löbe-Haus zur Wahl des Bundespräsidenten gegangen. „Aufgrund der Pandemie konnte die Wahl nicht, wie üblich, im Plenarsaal stattfinden. Mit dem Paul-Löbe-Haus, sehr viel Aufwand und Technik hat man der Wahl aber einen sehr würdevollen Rahmen gegeben“, sagt Erfurth. Sie selbst hat die Versammlung von der dritten Ebene im PLH, wie es von den Parlamentariern genannt wird, verfolgt. Rund anderthalb Stunden hat es alleine gedauert, bis alle Namen verlesen waren. Die Wahl erfolgte aufgeteilt in mehreren Abschnitten im Paul-Löbe-Haus, das seinen Namen in Erinnerung an den Alterspräsidenten des ersten Deutschen Bundestags, Paul Löbe (SPD), trägt.

Der Plenarsaal war aufgrund der Corona-Auflagen zu klein für die Bundesversammlung.
Der Plenarsaal war aufgrund der Corona-Auflagen zu klein für die Bundesversammlung. © Konstantin Mennecke

Beeindruckend war für Sigrid Erfurth die Rede des alten und neuen Bundespräsidenten. „Steinmeier hat eine sehr starke Rede gehalten und mich mit seinen Worten abgeholt“, sagt sie. „Meine Verantwortung gilt allen Menschen, die in unserem Land leben. Überparteilich werde ich sein, ja – aber ich bin nicht neutral, wenn es um die Sache der Demokratie geht. Wer für die Demokratie streitet, der hat mich auf seiner Seite. Wer sie angreift, wird mich als Gegner haben“, sagte Steinmeier in seiner Antrittsrede. „Er hat erstaunlich klare und richtige Worte, auch mit Blick auf Russlands Aggressionen gegenüber der Ukraine gefunden“, so Erfurth. Am Nachmittag endete dann die Bundesversammlung – und damit auch ein volles Wochenende für Sigrid Erfurth. „Das war ein ganz besonderes Erlebnis und ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte.“ Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Von Konstantin Mennecke

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