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Wahl zum Vize-Landrat: Pflüger-Grone verzichtet auf Kandidatur

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Von: Stefan Forbert

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Das Personalkarussell im Landgrafenschloss dreht weiter: Nun muss eine Nachfolge für den scheidenden Vizelandrat Dr. Rainer Wallmann gefunden werden. ARCHIV
Das Landgrafenschloss in Eschwege. Die Stelle des Vize-Landrats bleibt weiter unbesetzt. © Harald Sagawe

Werra-Meißner – Holger Pflüger-Grone steht als Kandidat für den Posten des Vize-Landrats nicht mehr zur Verfügung. Das teilte der 61-jährige Grünen-Politiker am Donnerstagabend mit. Er war vom Mehrheitsbündnis von SPD, Grünen und Linker auf Vorschlag der Grünen nominiert worden.

Am Montag hatte der Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen, auf eine erneute Wahl zu verzichten und stattdessen die Stelle des hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten des Werra-Meißner-Kreises erneut auszuschreiben, nachdem es sechs Wochen zuvor auch im dritten und letzten Wahlgang zum Patt gekommen war. Sowohl der Witzenhäuser Pflüger-Grone als auch Dr. Philipp Kanzow (39/Düsseldorf/Eschwege), der von der CDU vorgeschlagen worden war, erhielten immer jeweils 30 Stimmen. Das rot-grün-rote Bündnis verfügt um 31 Sitze im Kreisparlament, eine Abgeordnete, die zuvor der Fraktion der Freien Wähler angehörte, fehlte in der September-Sitzung.

Holger Pflüger-Grone verzichtet auf Kandidatur
Holger Pflüger-Grone verzichtet auf Kandidatur © Privat

Begründet wurde die Neuausschreibung, die laut Kreistagsvorsitzendem Friedel Lenze (SPD) vom Hessischen Landkreistag empfohlen wurde, mit mangelnder Rechtssicherheit.

„Es tut mir Leid, ich hätte es gern gemacht, aber ich habe Standing und Anstand“, sagte Pflüger-Grone gegenüber unserer Zeitung. Auch wenn das Regierungsbündnis ihm gegenüber geschlossen beteuert habe, dass es nicht an seiner Person gelegen haben soll, bleibe die Ursache dafür, dass ein Bündnis-Mitglied bewusst für den Gegenkandidaten gestimmt hat, im Unklaren. „Politik muss Vertrauen bilden und auch Verantwortung übernehmen, das fehlt mir hier“, so Pflüger. „Mit meiner Würde ist es nicht vereinbar, wenn nun so lange vertagt, gewählt oder neu ausgeschrieben wird, bis ein Ergebnis passt.“

Die Entscheidung Pflüger-Grones wird von allen Bündnis-Fraktionen bedauert. „Wir können sie aber nachvollziehen“, erklärte Grünen-Fraktionschefin Sigrid Erfurth. Man werde, so Grünen-Vorstandssprecher Felix Martin, dem Kreistag zeitnah eine neue „geeignete Persönlichkeit vorschlagen“.

Von Stefan Forbert

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