Landratswahl am 24. Oktober

Frank Hix will als erster der CDU Landrat vom Kreis werden

Frank Hix vor der Werra
+
Badestädter durch und durch: Frank Hix ist seit zwölf Jahren Bürgermeister seiner Heimatstadt Bad Sooden-Allendorf. Kreisweit setzt er sich seit 15 Jahren für eine bessere Wasserqualität der Werra (Bild) ein.

Vier Kandidaten stellen sich am 24. Oktober zur Wahl, um Landrat oder Landrätin des Werra-Meißner-Kreises zu werden. Wir stellen sie einzeln vor. Heute: Frank Hix (CDU).

Das schönste Geschenk für Frank Hix wäre vermutlich, wenn er am 24. Oktober, zwei Tage nach seinem Geburtstag, als erster Christdemokrat zum Landrat des Werra-Meißner-Kreises gewählt werden würde. Dafür legt sich der 54-Jährige ins Zeug, er hat extra Urlaub genommen, um mit seinem mit Wahlwerbung beklebten VW-Bus Haustürbesuche bei Wählern machen zu können.

Langjähriger Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf

Fährt er durch Bad Sooden-Allendorf, wird er an jeder Ecke gegrüßt. Kein Wunder, schließlich ist er seit 2009 Bürgermeister. In anderen Kreisteilen muss sich Hix mehr anstrengen – schließlich ist der Wahlkampf nach dem überraschenden Rückzug von Landrat Stefan Reuß kurz und knackig. Hix kann auch Langstrecke: Wegen der Corona-Pandemie wurde die jüngste Bürgermeisterwahl in der Kurstadt verschoben, der von allen Seiten erbittert geführte Wahlkampf dauerte 18 Monate. Am Ende triumphierte der Amtsinhaber und trat seine dritte Runde als Rathauschef an. Kein halbes Jahr später nun der Wechsel ins Landgrafenschloss nach Eschwege? Darauf wird Hix von den Badestädtern oft und kritisch angesprochen. Lässt der frisch Wiedergewählte seine Heimatstadt im Stich? Nein, sagt Hix. Er will sich nun eben auf Kreisebene dafür einsetzen, dass die Probleme angegangen werden.

Breitband her, Mobilfunklöcher weg

Hix sieht vor allem Tourismus und Wirtschaft als große Baustellen. Um den Kreis nicht nur landschaftlich zum attraktiven Wohnstandort zu machen, müssten Breitband her und die Mobilfunklöcher weg. Zudem will er die Gastronomie stärken, „damit man auch unter der Woche hier einkehren und Urlaub machen kann.“ Eine Erkenntnis aus einem Familienurlaub vor zwei Jahren an Werra und Meißner: „Wir konnten unheimlich viel unternehmen“, sagt Hix. „Aber mittags einkehren konnten wir fast nirgends.“ Daneben will er die Region bundesweit bekannter machen. Auch dazu engagiert sich der 54-Jährige im Hessischen und im Deutschen Heilbäderverband und bringt in den Ausschüssen seine Expertise ein, auch die als Fachanwalt für Arbeitsrecht. Fachanwalt für Sozialrecht wäre er auch fast geworden: „Den Kurs habe ich gemacht, aber nicht genug Fälle gesammelt.“ Seine erste Amtszeit kam dazwischen.

Für das Amt des Landrats fühlt er sich vor diesem Hintergrund und als langjähriger Verwaltungschef gut gerüstet, mit Gegenwind kann er umgehen. In der chronisch klammen Kurstadt musste er jahrelang unpopuläre Entscheidungen fällen, tragen und umsetzen – etwa die Erhöhungen der Grundsteuer und die Einführung der Pferdesteuer. „Mr. Teflon“ wird er hinter vorgehaltener Hand genannt, weil viel an ihm abzuperlen scheine. Dabei versuche er nur, Kritik an seinem Amt von persönlichen Angriffen zu trennen, so Hix.

Kompromisse gewohnt

Eine Hausmacht hatte seine CDU im Stadtparlament nie, er musste sich stets mit den anderen Fraktionen einigen. Das wäre auch im Kreis so, wo die CDU die größte Oppositionsfraktion stellt. Hix winkt ab: „Wenn man den Eid als Landrat ablegt, muss das Parteibuch eh in der Schublade verschwinden.“ Er wolle für alle da sein, sich für mehr Transparenz und Kommunikation einsetzen. „Nur so kann man gute Beschlüsse fassen und den Bürgern gut erklären.“

Auch der Umweltschutz liegt ihm am Herzen: Seit 2006 kämpft er in der Bürgerinitiative gegen die Werra-Versalzung. Seit der Geburt seiner Söhne hat das für ihn nochmal eine neue Bedeutung bekommen, verrät er: „Der Gedanke, dass ich weiter ihr Lebensumfeld mitgestalten kann, treibt mich an.“ (Von Friederike Steensen)

Zur Person

Frank Hix (54) wurde im März mit 57,3 Prozent als Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf wiedergewählt. Hix ist seit Anfang der 2000er Jahre in der CDU und vertritt sie seit 2011 im Kreistag. Der Jurist und Reserve-Offizier lebt in der Altstadt von Allendorf. Er ist verheiratet, seine beide Söhne sind drei und sieben Jahre alt. Mit denen würde er, der als Jugendlicher Pfadfinder war und neuerdings imkert, gern häufiger an der Werra angeln gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.