Vom Wald auf den Tisch: Wildhaus in Laudenbach bietet Zerlegeservice an 

Laudenbach. Wild aus der Region küchenfertig verarbeitet, das bietet Robert Trube in seinem Wildhaus im Großalmeröder Stadtteil Laudenbach an. Einmal in der Woche werden Rehe, Hirsche und Wildschweine aus der näheren Umgebung in seinem automatisierten Schlachthaus zu Gulasch, Braten, Keule und Co. zerlegt.

„Wir verarbeiten etwa 180 Stücke pro Jahr, haben aber die Kapazitäten, bis zu 700 Tieren zu verarbeiten“, sagt der 46-Jährige, der nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzt, wie er selbst sagt. Sein Wild erhält er ausschließlich aus der Region. Zulieferer seien Hessen-Forst und vertrauenswürdige Privatpersonen. Trube will den Tierschutzgedanken tragen. Deshalb nimmt er auch nur Stücke an, bei denen er sich sicher ist, dass die Tiere nicht lange leiden mussten: „Ich nehme nur Tiere an, die mit einem Kammerschuss erlegt und im Wald aufgebrochen wurden.“

Automatisiertes Schlachthaus 

Die Tiere stammten aus den umliegenden Wäldern bei Hessisch Lichtenau, Melsungen und Wehretal. Das automatisierte Schlachthaus hat sich der studierte Forstwissenschaftler nach seinen eigenen Vorstellungen konzipiert und gebaut.

Das Wildhaus betreibt Trube jetzt seit vier Jahren. Seine Produkte können telefonisch bestellt oder einmal im Monat auf dem Hof gekauft werden. Außerdem betreibt das Wildhaus eine Spießbraterei, die auch komplette Tiere auf Bestellung grillt.

Kontakt

Wildhaus, Mühlenweg 29, Laudenbach, Tel. 01 72/5 64 85 23, E-Mail: info@wildhaus.de

www.wildhaus.de

Die Hauptverarbeitungszeit für Wild ist von August bis Dezember, erzählt Trube. Dann wird das angelieferte Wild montags „aus der Decke geschlagen“ (das heißt, das Fell abgezogen), dienstags wird es zerlegt und vakuumverpackt.

Im Dezember, wenn das Geschäft mit Wildfleisch richtig brummt, hat der Hofladen jeden Samstag geöffnet. „Wir verkaufen bislang nur an Endverbraucher, streben aber ein EU-Zertifikat an, um auch Großhändler und gastronomische Betriebe beliefern zu können“, sagt Trube. Auch Jäger, die ihr Erlegtes selbst verwerten wollen, können den Zerlegeservice nutzen und sich ihr Stück küchenfertig verpacken lassen.

Mit dem pensionierten Fleischermeister Günter Casselmann aus Großalmerode hat sich Trube einen Fachmann fürs Zerlegen der Stücke ins Boot geholt. In den Räumen seiner ehemaligen Metzgerei stellt der 67-Jährige auch diverse „veredelte Wildprodukte“ wie Pfefferbeißer, Schinken und Wildwurst im Glas her.

Von Alia Shuhaiber

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