Schnelle Lösungen nach alternativen Baumarten sind nicht in Sicht

Waldbauern beklagen Zustand des Forsts

In desolatem Zustand befinden sich nach Ansicht der Privatwaldbesitzer die nordhessischen Wälder.
+
In desolatem Zustand befinden sich nach Ansicht der Privatwaldbesitzer die nordhessischen Wälder.

Holzhausen – Die Waldbesitzer aus den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg beklagen den desolaten Zustand des heimischen Waldes.

Holzhausen - Während der Tagung der beiden Kreisgruppen des hessischen Waldbesitzerverbands schilderten sowohl Vorsitzender Hubertus Freiherr von Roeder zu Diersburg (Werra-Meißner) als auch Thilo von Gilsa (Hersfeld-Rotenburg) eine Krise insbesondere in den nordhessischen Wäldern.

Neue Baumarten

Roeder erklärte, dass die Krise eine neue Qualität erhalten habe, weil inzwischen nicht nur Nadelhölzer betroffen seien, sondern auch Laubhölzer wie die heimische Buche oder die Eiche. Neben den Trockenheiten der Vorjahre haben Stürme und Borkenkäfer den Wald erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Schnelle Lösungen nach alternativen Baumarten, die dem Klimawandel trotzen, seien indes nicht in Sicht. Viele Baumarten hätten sich noch nicht über längere Vegetationszeiträume in Nordhessen bewehrt. Von Roeder nannte hier beispielhaft die Traubenkirsche, die noch vor wenigen Jahren als Zukunftsbaum angepriesen wurde.

Holzmarkt

Gilsa schildert den rund 30 Privatwaldbesitzern den „zusammengebrochenen Holzmarkt“. Auch wenn sich zur Zeit, durch sehr hohe Preise, der Holzmarkt wieder in einem günstigeren Licht präsentiere, sei das für Waldbesitzer nur ein kleiner Trost. „Gute Preise gibt es nur bei Mangel“, sagte Gilsa. Mangel gebe es nur, wenn nur wenige etwas zu verkaufen haben. Daher würden die guten Preise bei der Masse der Waldbesitzer nicht ankommen.

Naturwälder

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard bemängelte, dass die Einrichtung der Naturwälder ohne die Zustimmung der örtlichen Gemeinden geschehen ist. Insbesondere in seiner Heimatgemeinde werden 800 Hektar Naturwald entstehen.

„Kranke Bäume und Bäume, die aus verkehrssicherungstechnischen Gründen gefällt werden müssten, bleiben im Wald, ohne der Holzwirtschaft zugeführt werden zu können“, bemängelte Gebhard. Der Mangel an heimischen Hölzern führe zu Importen und so zu negativen CO2-Bilanzen. Seitens der Waldbesitzer stimmte ihm der Landesgeschäftsführer Christian Raupach zu. (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.