Prozess am Amtsgericht Eschwege

Aus Wut: 57-Jährige zündet Auto ihres Ex-Partners an

Vor dem Amtsgericht in Eschwege mussten sich zwei Personen wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung verantworten. (Symbolbild)
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Vor dem Amtsgericht in Eschwege mussten sich zwei Personen wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung verantworten. (Symbolbild)

Wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung mussten sich zwei Personen aus Waldkappel im Amtsgericht Eschwege verantworten.

Waldkappel/Eschwege - Aufgestaute Wut und Zorn haben eine 57-jährige Frau aus Waldkappel nach eigenen Angaben dazu verleitet, in betrunkenem Zustand das Auto ihres ehemaligen Freundes anzuzünden. Hilfe habe sie bei dieser Spontanaktion, die in einer Nacht im September 2018 passierte, von einem 30-jährigen Bekannten bekommen.

Nun mussten sich die beiden Waldkappeler wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung im Amtsgericht Eschwege vor dem Schöffengericht verantworten. Die beiden Angeklagten gaben die Tat nicht nur vor Gericht zu, sie gaben auch an, diese zu bereuen. „Insgeheim habe ich gehofft, dass es nicht brennt“, so die 57-Jährige. Beide bekamen eine Geldstrafe.

Anklage wegen Brandstiftung: Frau sei „stark betrunken“ gewesen

In jener Tatnacht hatte die Frau, die nach eigener Aussage auch nach einer Alkoholtherapie noch süchtig ist, mit ihrer Nachbarin und deren damaligem Freund – dem 30-jährigen Mitangeklagten „eine Party gefeiert“ und sei „stark betrunken“ gewesen. Zu dieser Zeit sei sie schon nicht mehr mit dem 60-jährigen Eigentümer des Autos zusammen gewesen.

Doch die Wut auf den Ex-Partner sei immer noch vorhanden gewesen. Denn dieser habe nicht nur das Auto ihres Sohnes bei einem Unfall geschrottet und sei dafür nicht aufgekommen. Der 60-Jährige habe auch während der Beziehung „im Puff eine Nutte geknallt“. In jener Nacht habe sie sich also gesagt: „Ich muss jetzt was machen.“ Hilfe bekam sie von dem 30-Jährigen, der ebenfalls angibt betrunken gewesen zu sein. „Sie hat mich gefragt, wie man ein Auto am besten anzünden kann.“ Den Eigentümer habe er nach eigenen Angaben nur vom Sehen gekannt.

Geldstrafe als Gerichtsurteil für Brandstiftung

Um den Plan in die Tat umzusetzen, mussten die Angeklagten nur auf die andere Straßenseite, wo der 60-Jährige in einem Mehrfamilienhaus lebt und seinen VW Polo am Straßenrand abgestellt hatte. Eine Flasche Spiritus holte die Frau, so ihre Erklärung, aus dem Keller und übergoss damit die Reifen. Das Anzünden mit einem Stabfeuerzeug sei ihr jedoch misslungen, sodass der 30-Jährige es ebenfalls versucht habe. Das „lichterloh in Flammen“ stehende Auto hätten sie jedoch nur aus der Wohnung der gemeinsamen Bekannten gesehen, wohin sie zum Partymachen zurückgegangen seien. Das Auto brannte komplett aus. Der Schaden: 2000 Euro.

Weshalb der 30-Jährige bei der Aktion geholfen hat? Das könne er auch nicht mehr genau sagen, so der Waldkappeler. Im Nachgang wisse er, er hätte der 57-Jährigen die Idee ausreden müssen.

Die Richterin verurteilte die gelernte Zahnarzthelferin, die von Hartz IV lebt, zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro und den Mann, der als ungelernte Kraft als Hauswirtschafter arbeitet und Unterhalt für ein Kind zahlt, zu 3600 Euro Strafe. Zu Gute hielt die Richterin den Beiden, dass sie geständig waren, sie Reue zeigten und die Tat schon drei Jahre zurückliegt. (Hanna Maiterth)

Ein 35 Jahre alter Flüchtling ist wegen Brandstiftung und versuchtem Totschlag angeklagt. Er soll in einer Baunataler Flüchtlingsunterkunft ein Feuer gelegt und einen Mann mit einem Messer schwer verletzt haben.

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