Warmblüter wurden nicht artgerecht versorgt

Rodebach: Anwohner kümmern sich um verwahrloste Pferde

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Saftiges Gras suchen sie vergebens: Die beiden Pferde fanden auf ihrer Weide oberhalb von Rodebach kaum Futter. Auch Trinkmöglichkeiten gab es keine.

Waldkappel. Zwei Pferde, die bis Mittwochabend auf einer Weide oberhalb von Waldkappel-Rodebach untergebracht waren, haben bei den Bewohnern von Harmuthsachsen für Unmut gesorgt.

Eine junge Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte, weist auf den für die Tiere unzumutbaren Zustand der Weide hin.

Sie sagt: „Die Warmblüter wurden von den Besitzern nicht versorgt. Es fehlte an Futter und einer Tränke. Die Weide ist restlos abgegrast und bis vor kurzem stand nicht einmal der Zaun der Weide unter Strom.“ Jederzeit hätten die Tiere ausbrechen können – mit unabsehbaren Folgen. Die Frau, die sich bei unserer Zeitung gemeldet hat, erzählt, dass die Tiere bis vor etwa zwei Wochen auf einem Pferdehof in Harmuthsachsen untergebracht gewesen seien. Und das seit Ende März. „Plötzlich holten die Besitzer ihre Tiere aber ab, ohne vorher die Kosten für Futter oder Unterstand zu bezahlen.“

Durch einen Zufall wurde bekannt, wo die Pferde dann hingebracht wurden. Seitdem fütterte die Tierfreundin die ungefähr achtjährigen Warmblüter jeden Tag gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten auf der Weide bei Rodebach.

Nachdem sie einen längeren Zeitraum ohne Futter und Wasser ausgeharrt hatten, gehe es den Tieren jetzt wieder einigermaßen gut. „Der Zustand ist okay, aber das liegt daran, dass wir jeden Tag Heu und Wasser beschaffen“, so die Helferin.

Pferde doch fortgebracht

Dass sie die Tiere pflegt, obwohl es nicht ihre eigenen sind, ist für die Frau selbstverständlich: „Wir können die Pferde ja nicht einfach sterben lassen. Sie können schließlich nichts für ihre Besitzer.“

Trotzdem fordert das Paar aus Harmuthsachsen das Veterinäramt zum Handeln auf. Dort sind die Besitzer und das Problem bereits bekannt. Auf Anfrage erklärt der zuständige Kreispressesprecher Jörg Klinge: „Das Veterinärwesen wurde am 10. Mai über die Situation ausführlich informiert. Mehrfach haben wir vergeblich versucht, die Besitzer telefonisch zu erreichen.“

Eine umgehende Fortnahme der Pferde sei nicht erforderlich gewesen, da der Eigentümer der Weide und die Beschwerdeführerin zugesichert hätten, die Tiere zu versorgen.

Am Mittwochabend hätten die Besitzer die Pferde ohnehin von der Weide geholt und in einen Reitstall nach Immenhausen gebracht, teilt Klinge mit. Andernfalls hätte das Veterinäramt die Tier-halter schriftlich zur umfäng-lichen Versorgung der Tiere aufgefordert und eventuell eine Wegnahme angekündigt.

Von Pelle Faust

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