Kritik an Windkraft

Einsatz für bedrohte Vogelarten: Neuer Naturschutzverband im Werra-Meißner-Kreis

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Leben im Stölzinger Gebirge: die vom Aussterben bedrohten Schwarzstörche. Sie will die neue Initiative schützen. 

Werra-Meißner – Der Naturschutzverband „Naturschutzinitiative“ ist jetzt im Werra-Meißner-Kreis aktiv. Er setzt sich mitunter für bedrohte Vogelarten im Stölzinger Gebirge vor Windparks ein.

Für den hiesigen Kreis sind Roland Dilchert aus Burghofen und Heidi Rettberg aus Witzenhausen zuständig, Ingo Kühl (Schwalm-Eder-Kreis) und Arno Werner (Hersfeld-Rotenburg) sind ebenfalls Ansprechpartner. Die Naturschutzinitiative kann zudem zahlreiche Mitglieder aus Nordhessen begrüßen.

„Zu unseren Aufgaben wird unter anderem der Schutz des artenreichen Stölzinger Gebirges bei Waldkappel zählen. Das circa 200 Quadratkilometer große Waldgebirge ist für bedrohte Arten wie unter anderem den Schwarzstorch und den Rotmilan zunehmend ein bedeutender Lebensraum“, sagt Dilchert. 

Die Bedeutung für das noch weitgehend unversehrte Stölzinger Gebirge sei noch gestiegen, da die Gebirge in der Region wie zum Beispiel der Kaufunger Wald und der Vogelsberg mittlerweile durch Waldwindindustrieparks derartig verwüstet worden seien, dass dort die Bestandszahlen stark zurückgingen und die Tiere sich in ruhigere Gebiete zurückziehen würden. 

Das entnimmt Roland Dilchert sogar dem Abschlussbericht des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung zu einer Untersuchung des Flugverhaltens von Schwarzstörchen in Abhängigkeit von Witterung und Landnutzung unter Berücksichtigung vorhandener Windenergieanlagen im Vogelschutzgebiet Vogelsberg.

„Da die Gutachter von den Windkraftbetreibern selbst beauftragt werden, wundert es nicht, dass sie den Windenergievorhaben fast immer die Unbedenklichkeit bescheinigen. Sollte ein Gutachter wiederholt eine Bedenklichkeit bescheinigen, würde er zukünftig keine Aufträge mehr erhalten.

Mit derartigen Gefälligkeitsgutachten wird so gut wie jedem Windpark der Weg geebnet“, behauptet Dilchert. Im Stölzinger Gebirge gebe es seit 2018 über 25 Rotmilanbrutpaare auf 100 Quadratkilometern.

„Danach ergibt sich für das Gebirge der beste Wert für ganz Hessen bezogen auf die Bestandsdichte des Rotmilans in Bezug zur Fläche.“ Die neue Initiative werde, wie gerade beim Windfeld Katzenstirn im Kreis Hersfeld-Rotenburg, weitere und zukünftige Projekte auf die Einhaltung des Naturschutzrechtes in Nordhessen begleiten, so Dilchert.

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