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Spaziergängerin trifft auf Wolfsrudel: „Waren zwei größere und drei jüngere Tiere“

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Von: Stefanie Salzmann

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Unabhängig voneinander wurden am Wochenende zwischen Waldkappel und Friemen sowie bei Bischhausen insgesamt acht Wölfe gesichtet.

Waldkappel – Die Jägerin und Hundehalterin Christel Weil war am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr zirka einen Kilometer von der Ortslage Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis) mit ihrer Hündin unterwegs, als sie eine fünfköpfige Wolfsfamilie beobachtete, die auf einer offenen Feldgemarkung auf einer Breite von etwa 150 Metern dahinzog. „Es waren zwei größere und drei jüngere Tiere“, schildert Christel Weil. Diese seien „gemütlich“ gezogen, waren nicht im Jagdmodus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wölfe mich gewittert haben.“

Die Frau hatte nach dem Spaziergang am Sonntagmorgen gerade ihr Auto erreicht, als sie die Wölfe bemerkte. „Ich war froh, dass es nicht zu einer direkten Konfrontation mit dem Rudel gekommen ist“, sagt sie. „Wären wir etwas später unterwegs gewesen, wären wir direkt in die Laufschneise der Wölfe geraten.“ Sie ist sich sicher, dass ihre freundliche Hündin auf die Wölfe zugelaufen wäre, die ihrer Ansicht nach den Hund getötet hätten.

Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis): „Hätte nicht gewusst, was ich hätte machen sollen, wenn die Wölfe uns gejagt hätten“

„Das ist wirklich bedrohlich und eine Begegnung mit fünf Wölfen hätte mich absolut überfordert“, sagt Christel Weil. „Ich hätte nicht gewusst, was ich hätte machen sollen, wenn die Wölfe uns gejagt hätten.“ Christel Weil hat eine Videoaufnahme der Wolfsichtung gemacht, die über das Bürgerschaftliche Netzwerk Wolf-Monitor auch am Sonntag veröffentlicht wurde.

Begegnung am Tage: Eine fünfköpfige Wolfsfamilie sowie drei Jungwölfe wurden am Sonntagvormittag jeweils einen Kilometer von Waldkappel gesichtet. symbo
Begegnung am Tage: Eine fünfköpfige Wolfsfamilie sowie drei Jungwölfe wurden am Sonntagvormittag jeweils einen Kilometer von Waldkappel gesichtet. (Symbolbild) © Blickwinkel/W.Rolfes

Nur eine knappe Stunde vor der Wolfssichtung bei Friemen hatte der ehemalige Waldkappeler Revierförster Hubert Aha in einem Staatswaldgebiet zwischen Bischhausen und Kirchhosbach, etwa einen Kilometer von der Ortslage Waldkappel entfernt, ebenfalls drei Jungwölfe gesehen.

Wölfe in Nordhessen: Tiere kreuzen häufig Radweg Waldkappel-Friemen-Mäckelsdorf

Aha war mit seinem Hund im Waldrevier unterwegs, um Hochsitze zu kontrollieren. „Als ich um die Ecke kam, standen die drei Wölfe 50 Meter vor mir entfernt“, berichtet er. Einer von ihnen sei schnell in Richtung Bischhausen abgesprungen, die anderen beiden hätten sich im „leichten Troll“ in Richtung Kirchhosbach davongemacht. Daher sei sich Aha auch zu 95 Prozent sicher, dass es sich nicht um dieselben Tiere handelt, die Christel Weil eine gute Stunde später bei Friemen gesehen hat. „Das passt von der Richtung nicht.“

Erst vor zwei Wochen hatte Aha in der sogenannten „Russenecke“ kurz vor dem Kloster Wollstein bei Waldkappel zwei ausgewachsene Wölfe beobachtet, auch Kollegen hätten in den vergangenen Wochen wiederholt Sichtungen gehabt. Bei Harmuthsachsen waren kürzlich von einer Wildkamera mehrere Wölfe aufgenommen worden. Berichten zufolge würden die Wölfe auch häufig über den Radweg Waldkappel-Friemen-Mäckelsdorf wechseln. (Stefanie Salzmann)

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