Waldorfschüler sammeln Korken für Recycling – Material gibt Dämmstoff

Flaschenkorken für das Fachwerk

Der neue Korkensammelsack wird von Geschäftsführer Heinz-Peter Gumpricht eingeweiht und mit ersten Korken befüllt. Hannah, Carolina und Daniel sind begeistert, endlich auch Naturkorken sammeln zu können. Foto Ellen Schubert
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Der neue Korkensammelsack wird von Geschäftsführer Heinz-Peter Gumpricht eingeweiht und mit ersten Korken befüllt. Hannah, Carolina und Daniel sind begeistert, endlich auch Naturkorken sammeln zu können. Foto Ellen Schubert

Die Schüler der Waldorfschule sammeln Flaschenkorken. Das Material kann recycelt werden, der Erlös wird einem guten Zweck zugeführt.

Eschwege – Die Waldorfschüler haben gerade einen großen Sack zum Korkensammeln für die Aktion „Korken für Kork“ von der Abfallberaterin des Kreises Gabriele Maxisch erhalten. Vor drei Jahren hatten sie sich bereits gewünscht, dass der wertvolle Rohstoff Kork auch in der Deponie in Weidenhausen zum Recyceln abgegeben werden könne.

Die damaligen Klassen 3, 4 und 5 hatten sich zum Teil sehr intensiv mit Mülltrennung, Recycling und Nachhaltigkeit beschäftigt und damit sogar den Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises gewonnen. So wundert es nicht, dass sie immer noch am Ball beziehungsweise am Korken geblieben sind und fleißig sammeln.

Die jetzige Klasse 8 der Freien Waldorfschule hat sogar eine besondere Verwendung für gebrauchte Korken entdeckt: In Vorbereitung auf ihr Theaterprojekt üben sie das prononcierte Sprechen mithilfe eines Korkens zwischen den Lippen.

Dämmmaterial

„Heutzutage fallen in Deutschland jährlich etwa 1,2 Milliarden Flaschenkorken an, davon werden inzwischen rund 140 Millionen Korken dem Korkrecycling zugeführt. Die Korken werden zu Korkschrot zermahlen. Dieser Korkschrot wird als natürlicher Dämmstoff gern bei der Fachwerksanierung eingesetzt“, berichtet Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann.

Rein theoretisch könnten aus den 1,2 Milliarden Flaschenkorken, die jährlich in Deutschland anfallen, 32 000 Kubikmeter ökologisch wertvolles Dämmgranulat für den Hausbau erzeugt werden. Bisher wird jedoch nur ein Zehntel des Flaschenkorks dem Stoffkreislauf zugeführt.

Bundesweite Aktion

Heute beteiligen sich bereits über 3000 Sammelstellen in fast allen Bundesländern an der Korkensammlung. Auch der Werra-Meißner-Kreis bietet seit Juni 2021 die Annahme von Flaschenkorken (ausschließlich Flaschenkorken, keine Korkfliesen oder Ähnliches) auf seinem Wertstoffhof in Meißner-Weidenhausen an. „Es wäre toll, wenn Lebensmittelgeschäfte einen Platz für einen Korkensammelsack anbieten könnten“, wünscht sich Maxisch.

Für Auskünfte hierzu steht sie telefonisch unter 0 56 51/ 3 02 47 51 oder per E-Mail gabriele.maxisch@werra-meissner-kreis.de gerne zur Verfügung. (Ellen Schubert)

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