Wehretaler Forst

Urwald ist geplant: 1000 Hektar sollen bei Wanfried und Weißenborn stillgelegt werden

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Wahrzeichen der Stadt Wanfried: Die Plesse.

Werra-Meißner. Die hessische Landesregierung plant, bis zum Jahr 2023 weitere 6400 Hektar des Staatswaldes in Hessen stillzulegen. Alleine rund 1000 Hektar davon sollen im im Bezirk des Forstamtes Wehretal liegen.

Wälder im Gebiet des Forstamtes Hessisch Lichtenau sind nur minimal betroffen. Eine endgültige Entscheidung, welche Flächen stillgelegt werden, ist noch nicht getroffen. Bis zum Ende der Legislaturperiode in Hessen im Januar will das Umweltministerium eine Entscheidung bekannt geben.

Nach Informationen unserer Zeitung kommen insbesondere die Naturschutzgebiete Plesse-Konstein bei Wanfried und Graburg bei Weißenborn für die Stilllegung infrage. „Noch wurden wir nicht offiziell informiert“, sagen die Bürgermeister Thomas Mäurer (Weißenborn) und Wilhelm Gebhard (Wanfried), die bedauern, noch nicht abschätzen zu können, was diese Pläne für ihre Naherholungs- und Tourismusgebiete bedeuten werden.

Die Landesregierung hatte zuvor entschieden, den unbewirtschafteten Anteil des hessischen Staatswaldes um weitere zwei Prozent anzuheben. „Zur ökologischen Aufwertung und für eine von Menschen weitgehend unbeeinflusste Entwicklung“, wie Ministeriumssprecherin Julia Stoye auf Anfrage erklärt. Diese Erweiterung schaffe noch bessere Lebensbedingungen für an Alt- und Totholz gebundene Arten und leiste einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Die Bürgermeister befürchten aber, dass seltene Pflanzenarten wie die Eiben an der Graburg oder die Orchideen in den Buchenwäldern bei Wanfried unter der Stilllegung leiden könnten. Denn sie müssen gepflegt werden. „Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen sind möglich, wenn der Arten- und Biotopschutz dies erforderlich macht“, heißt es vonseiten des Ministeriums. Außerdem komme man als Eigentümer weiterhin für Verkehrssicherungsmaßnahmen auf.

Hintergrund

Der gesamte hessische Staatswald soll nach den FSC-Kriterien des Standards 3.0 zertifiziert werden. Deshalb wurden in zwei ersten Schritten bereits rund acht Prozent der 342.000 Hektar Staatswald stillgelegt. Um das Ziel von zehn Prozent zu erreichen, müssen weitere 6400 Hektar sich selbst überlassen werden. Das Forstamt Wehretal ist verantwortlich für rund 18.000 Hektar Wald in neun Revierförstereien. 

Prägende Baumarten sind die Buche, die Eiche, die Fichte und die Kiefer. Neben der Produktion von Holz spielt unter anderem der Naturschutz eine wichtige Rolle: Der Frauenschuh und die Eibe sind hier von besonderer Bedeutung. Das Forstamt Hessisch Lichtenau ist verantwortlich für rund 21.000 Hektar Wald. In beiden Forstämtern wurden bereits Flächen sich selbst überlassen. 

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