Mann aus Belgien verwechselte das Tier mit Wild

Rentner erschießt Hund bei Jagd im Werra-Meißner-Kreis

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Bei einer Gesellschaftsjagd im Revier Wanfried wurde vor drei Wochen ein Jagdhund von einem belgischen Jäger erschossen. Er habe "im Jagdrausch" den Hund mit Wild verwechselt.

Wie der Veranstalter, das Forstamt Wehretal, bestätigt, sei es bereits am 28. November 2018 zu diesem „bedauerlichen Unfall“ gekommen. Ein 81-jähriger Belgier habe „im Jagdrausch“ den Hund mit Wild verwechselt, berichtet Forstamtleiter Dr. Thomas Rysavy.

Der Vorfall wurde an die Untere Jagdbehörde weitergeleitet. „Wir haben den Fall an die Polizei in Eschwege übergeben“, sagt der Pressesprecher des Werra-Meißner-Kreises Jörg Klinge.

Der belgische Jäger hatte nach Zeugenaussagen aus mittlerer Entfernung auf den Hund geschossen. „Es war wohl eine Mischung aus Adrenalin und schlechten Augen“, sagt Rysavy. „Wir sind tief betroffen.“

Hund bei Jagd erschossen: Halter sind empört

Empört sind die Besitzer des Jagdhundes aus Thüringen. Schock und Verlust säßen tief, sagte der Sohn auf Anfrage unserer Zeitung. Das Tier sei wie ein Familienmitglied gewesen. Verständnis für das Versehen des Jäger haben sie nicht. Mit Wild habe man die Deutsche Bracke nicht verwechseln können. Der Hund seit bunt gefärbt gewesen und habe zwei orangefarbene Halsbänder getragen. „Bei der Jagd lautet die wichtigste Regel: Wenn ich nicht weiß auf was ich schieße, schieße ich nicht“, sagt der Sohn.

Das Forstamt habe Jäger und Eigentümer zusammengeführt und „tröstend und vermittelnd“ eingewirkt, sagt Rysavy. Mit dem Jäger habe man den Kontakt gesucht, bislang habe er noch nicht auf die E-Mail reagiert, sagen die Hundebesitzer. Der belgische Jäger habe eine Jagdhaftpflichversicherung, die für den materiellen Schaden aufkommen soll.

Den Jäger erwartet jetzt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem wird er auf einer schwarzen Liste geführt, die das Forstamt Wehretal und das Land Hessen pflegen. „Hier wird vermerkt, wer bei der Jagd gegen seine Sorgfaltspflicht verstößt“, sagt Rysavy.

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Tiere nicht ohne triftigen Grund töten

Der Grundsatz des Tierschutzgesetzes lautet: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen.“So ist es in Paragraf 1 vermerkt. Eine Novellierung des Tierschutzgesetzes besagt in seiner aktuellsten Fassung, dass das Töten eines Tieres nicht mehr als nur als Sachbeschädigung bewertet werde. 

In §17 des Tierschutzgesetzes steht, dass ein Wirbeltier nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden darf. Im elften Abschnitt der Straf- und Bußgeldordnung heißt es: Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet. In vergleichbaren Fällen in Deutschland wurden Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzes in Tateinheit mit Sachbeschädigung in der Regel zu Geldstrafen verurteilt.

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