Nach ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...“ am Mittwochabend 

Wurde vermisster Aref entführt? Polizei folgt jetzt zwei Hinweisen

Wird seit drei Monaten vermisst: Flüchtlingsjunge Aref aus Wanfried.

Wanfried/Mainz. Über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Wo ist mein Kind?“ vom Mittwochabend wurde der Fall des seit knapp drei Monaten vermissten Flüchtlingsjungen Aref aus Wanfried noch einmal aufgerollt.

Die Polizei in Eschwege verspricht sich durch die deutschlandweite Ausstrahlung der Sendung zusätzliche Hinweise auf den Aufenthaltsort des Vierjährigen. Ein Verbrechen zieht die Polizei ebenso in Betracht wie den Ertrinkungstod des afghanischen Jungen. Fragen und Antworten:

Was ist in der Sendung am Mittwochabend passiert?  

Aktualisiert um 15.16 Uhr.

In den vergangenen Wochen hat ein Produktionsteam in Wanfried die Geschichte von Aref nachgedreht. Dabei wurde an Originalschauplätzen gearbeitet und auch Originalaufnahmen von der Suche gezeigt. Mit Schauspielern und direkt Beteiligten wurde die Situation nachgestellt. Es kamen auch die Wanfrieder Pfarrerin Rosemarie Kremmer, der Zeuge Kai Fischer, Polizeihauptkommissar Michael Jung und Arefs Eltern zu Wort. Nach einem rund zehnminütigen Einspieler stellten Jung und die Eltern sich in der Livesendung den Fragen von Moderator Rudi Cerne.

Wie haben Arefs Eltern reagiert? 

Die Antworten von Mutter Mozhda Ismaili und Vater Abdullah Ismaili wurden von einem Simultan-Dolmetscher übersetzt. Der Vater wirkte gefasst und äußerte den Verdacht, Aref sei entführt worden. Die Mutter gab einiges aus ihrer Gefühllage preis. Wie sie beispielsweise nachts denkt, selbst gestorben zu sein. Am Ende des Interviews richtete sie unter Tränen einen emotionalen Appell an die möglichen Entführer

Was hat die Ausstrahlung des Falls Aref in „Aktenzeichen XY“ gebracht? 

Die Sendung hat den Fall Aref noch einmal in ganz Deutschland ins Gespräch gebracht. Vier weitere Fälle wurden in der Sendung thematisiert. Vorteil für Aref: Sein Verschwinden liegt am kürzesten zurück. Für seinen Fall gingen bis Donnerstag 32 Hinweise unter der geschalteten Zuschauer-Hotline ein.

Warum erachtet die Polizei zwei dieser Hinweise als besonders aussagekräftig?  

Diese Zeugen konnten besonders konkrete Angaben zu dem Fall machen. „Außerdem besteht ein räumlicher Bezug nach Berlin“, erklärt Polizeisprecher Jörg Künstler. Die Polizei sucht weiterhin nach einem schwarzen BMW X5/X3 mit Berliner Kennzeichen, der am Tattag mehrfach in Wanfried gesehen wurde.

Wohin führt die erste Spur der Zuschauer?

In dem von der Polizeiveröffentlichten Phantombild eines 60- bis 70-jährigen Mannes erkannte ein Anrufer eine große Ähnlichkeit einer ihm bekannten Person.

Was hat der zweite Zeuge gesehen?

Der zweite Hinweis führt in das Umland von Berlin. Dort hatte eine Anruferin den Mann von dem Phantombild angeblich mit dem Jungen in einem Lokal gesehen.

Was wird die Polizei in Eschwege jetzt tun? 

Die Arbeitsgruppe der Polizei in Eschwege wird jetzt die Hinweise bewerten und ihnen „priorisiert“ nachgehen, wie Künstler mitteilt. Dabei werden die örtlich zuständigen Polizeidienststellen mit einbezogen.

Wie kann ich noch Hinweise geben, wenn mir noch nachträglich etwas eingefallen ist? 

Hinweise nimmt die Kripo Kassel weiter unter der Telefonnummer 0561/9104444 entgegen.

+++ Das Video: ZDF-Mediathek mit dem Beitrag über Aref direkt zu Beginn

Junge verschwand am 4. April

Der Fünfjährige wird bereits seit dem 4. April vermisst. Die Polizei ermittelt in mehrere Richtungen. Sowohl ein Unglücksfall als auch ein Verbrechen kommen in Betracht. Zum einen wurden bereits mehrfach die Werra und das Ufergelände intensiv abgesucht. Zum anderen sucht die Polizei Fahrer und Beifahrerin eines schwarzen BMW X5, der am Tag des Verschwindens vor der Flüchtlingsunterkunft in Wanfried, in der die Familie von Aref lebt, gesehen wurde. 

Archivvideo zur Suche:

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