Was war da denn los?

Bouffier und Ramelow besuchen spontan das kleine Wanfrieder Schützenfest

Schützenhauptmann Thomas Wehr (links) begrüßt die Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (blaue Jacke) und Volker Bouffier (braune Jacke), die spontan zu Besuch beim Schützenfest in Wanfried waren.
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Schützenhauptmann Thomas Wehr (links) begrüßt die Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (blaue Jacke) und Volker Bouffier (braune Jacke), die spontan zu Besuch beim Schützenfest in Wanfried waren.

Das Wanfrieder Schützenfest war zum zweiten Mal beschaulicher als sonst. Dafür kamen aber zwei Überraschungsgäste. Volker Bouffier und Bodo Ramelow setzten sich mit an die Bierbänke.

Wanfried - Denn die beiden Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen, Volker Bouffier und Bodo Ramelow, statteten dem Wanfrieder Volksfest einen Besuch ab. Zuvor waren sie mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier unterwegs, der das Werratal ebenfalls besucht hat. Die drei Politiker sind am Sonntagvormittag vom Heldrastein nach Völkershausen gewandert und sind dabei mit Jugendlichen aus der Region ins Gespräch gekommen.

Zwar musste der Bundespräsident im Anschluss weiterziehen, doch immerhin die beiden Ministerpräsidenten ließen sich überreden, noch einmal in Wanfried vorbeizuschauen. „Mit dem Argument, dass wir mit dem Schützenfest auch unsere hessisch-thüringische Freundschaft feiern und dabei die Ministerpräsidenten aus Hessen und Thüringen nicht fehlen dürfen, wenn sie schon mal hier sind, habe ich ihnen den Gedanken schmackhaft gemacht“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Gesagt, getan.

Das Sicherheitspersonal der Politiker regelte alle Angelegenheiten vor Ort, kurze Zeit später sitzen die Ministerpräsidenten zusammen an der Bierzeltgarnitur, mit Bratwurst und einem Glas Bier, es spielten die Friedataler Blasmusikanten. „Wie sich das gehört“, findet Schützenhauptmann Thomas Wehr, der mit seinem Team innerhalb weniger Wochen das coronakonforme Alternativprogramm zum Schützenfest auf die Beine gestellt hat. Mit am Tisch saßen auch Mitglieder der beiden Schützenvereine Wanfried und Effelder aus Thüringen, ebenso wie Gebhard und Treffurts Bürgermeister Michael Reinz.

Auch Uwe Roth, der in Wanfried seit 1998 die Sagenfigur des Brombeermanns verkörpert, und seine kleinen Elfen und Zwerge durften auf dem Schützenfest nicht fehlen.

Die Ministerpräsidenten Bouffier und Ramelow lernen Uwe Roth, den Wanfrieder Brombeermann, und seine Elfen kennen.

Roth als Vorsitzender des Fördervereins Plesseturm hat die Gunst der Stunde genutzt, um sich persönlich bei den Ministerpräsidenten für die 50 000 Euro an Bundesmitteln zu bedanken, die für die Sanierung des Plesseturms vorgesehen sind. Ramelow und Bouffier sagten den beiden Schützenvereinen darüber hinaus noch Zuwendungen zu, da die Vereinseinnahmen durch die fehlenden Feste zu einem Großteil weggebrochen sind, berichtet Gebhard.

„Die beiden waren bei Weitem nicht so formell, wie man sie aus dem Fernsehen kennt“, sagt Roth. So beschreibt auch Thomas Wehr die Begegnung: „Die Ministerpräsidenten waren sehr locker und bürgernah.“ Lobende Worte über den innerdeutschen Zusammenhalt und das Feiern der hessisch-thüringischen Freundschaft in Wanfried fanden auch Bouffier und Ramelow in ihren kurzen Ansprachen auf dem Volksfest, erzählen Gebhard und Roth. Neben diesem spontanen Höhepunkt sei das Schützenfest aber auch sonst sehr schön gewesen, sagt Roth. Klein, aber fein. „Die Freude der Menschen, endlich mal wieder zusammensitzen zu können, war richtig spürbar.“ (Jessica Sippel)

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