Schule in Wanfried

Bund lehnt 90 Prozent ab - Magistrat sucht weiter nach Fördermöglichkeiten

Die Gerhart-Hauptmann-Schule Wanfried soll zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Die aussichtsreiche Finanzierungsmöglichkeit des Bundes mit einer Förderquote von 90 Prozent wurde jetzt aber abgelehnt.
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Die Gerhart-Hauptmann-Schule Wanfried soll zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Die aussichtsreiche Finanzierungsmöglichkeit des Bundes mit einer Förderquote von 90 Prozent wurde jetzt aber abgelehnt.

In Wanfried soll ein aktuell als Schule genutztes Gebäude umgebaut werden. So zumindest der Plan. Doch ein Förderantrag wurde grad abgelehnt.

Wanfried – Der große Förderantrag für den Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) hat bei der Bundesregierung keine Zustimmung gefunden. Das teilt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ hätte den Umbau des Gebäudes zur Kindertagesstätte zu 90 Prozent finanziert: von einer Gesamtinvestitionssumme von rund 4,38 Millionen bliebe für die Stadt Wanfried ein Eigenanteil von knapp 400 000 Euro übrig.

Die Chance auf so einen großen Zuschuss wollten wir aber trotzdem nicht verstreichen lassen.

Wilhelm Gebhard, Bürgermeister Wanfried

„Es lagen bei dieser Förderung weitaus mehr Anträge und Bedarfe vor, als Mittel zur Verfügung standen. Dadurch wurden wir mit unserem Projekt mehrfach überzeichnet“, erklärt Gebhard die Entscheidung des Bundeshaushalts, von der er vor Kurzem erfahren hat. Insbesondere Sporthallen und Schwimmeinrichtungen seien bei dem Projekt berücksichtigt worden, weiß er. „Uns war klar, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist. Die Chance auf so einen großen Zuschuss wollten wir aber trotzdem nicht verstreichen lassen.“

Wie geht es jetzt weiter? Jegliche andere Formen der Fördermöglichkeiten für das Projekt werden und wurden parallel geprüft und ausgelotet, sagt der Rathauschef. Der Magistrat sei weiterhin auf der Suche nach Zuschussmöglichkeiten, der Umbau sei nach wie vor geplant. Zum jetzigen Zeitpunkt seien aber noch keine Förderalternativen in Aussicht, die für diese Summe infrage kommen würden.

Wie die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Dezember beschlossen hat, soll der Magistrat entsprechende Fördermittel akquirieren, sodass der Eigenanteil der Stadt Wanfried möglichst gering bleibt, 1,5 Millionen Euro aber nicht übersteigt. „Das ist auch weiterhin unser Anspruch“, sagt Gebhard. Dieser Betrag ist fest gedeckelt und wurde vom damaligen Stadtparlament einstimmig angenommen.

Startschuss für den Umbau soll möglichst sein, wenn in etwa einem Jahr die Grundschule aus dem Gebäude auszieht. Bevor aber die Arbeiten beginnen können, sollen mögliche Fördermittelzusagen und die genaue Finanzierung in trockenen Tüchern sein, betont Gebhard.

Dass die GHS in das Zukunftskonzept der Kinderbetreuung der Stadt Wanfried integriert werden und die Einrichtung in der Ringstraße dann als Standort für Krippenkinder dienen soll, hat die Stadtverordnetenversammlung bereits 2018 beschlossen (wir berichteten). Das Parlament beauftragte den Magistrat daraufhin, einen entsprechenden konzeptionellen Entwurf für die Umsetzung vorzubereiten.

Von dem Bundesförderprogramm mit einer Förderquote von 90 Prozent erfuhr der Magistrat der Stadt Wanfried aber erst im Sommer 2020, erklärt Gebhard. Ziel sei es daher gewesen, diese Chance wahrzunehmen, wofür aber auch die Bewerbungsfrist mit Ende 2020 eingehalten werden musste. Daher wurde sich daraufhin noch intensiver mit dem Thema befasst, das Tempo etwas angezogen und in den politischen Gremien sowie im Parlament die Beschlüsse gefasst.

Von Jessica Sippel

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