Muskelkater für den Frieden

1400 Kilometer an der ehemaligen deutschen Grenze entlang - das neunköpfige Team des Verein Zukunft aus Bitterfeld in Wanfried

Die Lauftruppe und der Bürgermeister stehen vor dem Ortsschild von Wanfried.
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Das neunköpfige Team der Bitterfelder Läufer für den Frieden in Wanfried, begrüßt von Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (rechts).

Das neunköpfige Team vom Bitterfelder Verein Zukunft-Frieden hat am Mittwoch Station in Wanfried gemacht.

Wanfried – Aus dem grauen Himmel über dem Werratal gießt es wie aus Eimern. 12 Grad Celsius zeigt das Thermometer an, der Wind ist kalt. Das hält eine Truppe von Läufern aber nicht von ihrem sportlichen Vorhaben ab, an der 1400 Kilometer langen ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entlang zu laufen – für Frieden, Demokratie und Toleranz. Ein Friedenslauf.

In Wanfried macht das neunköpfige Team vom Bitterfelder Verein Zukunft-Frieden einen Zwischenstopp. Bürgermeister Wilhelm Gebhard empfängt die Sportler schon in Aue und joggt mit ihnen nach Wanfried, wo sie völlig durchnässt ankommen. „Der Einsatz für den Frieden ist immer mit Anstrengung verbunden“, sagt Gebhard. „Ich bin stolz darauf, dass Wanfried als Etappenort dabei ist.“ In Zusammenarbeit mit dem VfL, dem Edekamarkt-Neukauf Gärtner und dem Roten Kreuz hat die Stadt die Unterbringung und Verpflegung der Sportler organisiert. Musikalisch empfangen wurden sie zudem von der Initiative „Black and White“ um den Wanfrieder Wolfgang Lieberknecht.

„Wir wurden aufs Beste untergebracht und bewirtet“, lobt Hans-Peter Junge vom Verein Zukunft-Frieden. Der 75 Jahre alte Sportler aus Bitterfeld ist verletzungsbedingt diesmal zwar nicht als Läufer, dafür aber als Organisator und Betreuer mit dabei. Bis zu 185 Kilometer legen die Sportler am Tag zurück.

Prolog für Katharinenlauf

„Dieser kleine Friedenslauf dient als Prolog für den großen Katharinalauf“, sagt Junge. Denn eigentlich war ein 2600 Kilometer langer Lauf von Zerbst, der Geburtsstätte Katharina der Großen, nach St. Petersburg geplant. Doch coronabedingt wurde der Lauf auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür gibt es diesen kleinen Friedenslauf. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass jeder Einzelne etwas für den Frieden tun muss“, betont Junge. Schon Papst Franziskus persönlich habe das 2017 zu ihm gesagt, beim Friedenslauf von Rom nach Wittenberg.

Die erste Etappe des kleinen Friedenslaufs ging am 3. Oktober los – von Bitterfeld nach Zerbst. Danach fuhren sie gen Norden, um ab Lübeck entlang der innerdeutschen Grenze nach Süden zu laufen: vorbei an Hitzacker, Oebisfelde und Braunlage. Auf dieser Strecke kämpfte sich das neunköpfige Laufteam, bestehend aus sechs Läufern, zwei Betreuern und einem Sanitäter, über den Brocken – trotz eisiger Kälte, Regen und Nebel. Und wie fühlt man sich danach? „Muskelkater“, sagt die 51-Jahre alte Läuferin Ulrike Küster und schmunzelt. Verletzungen gab es bislang keine, berichtet der begleitende Sanitäter Ulli Braunschweig: „Das sind alles Marathonläufer, die sind fit, können das ab und haben nicht mal eine Blase.“

Unterwegs kommen noch weitere Sportler dazu. Der Friedenslauf führt nun durch Fladungen und Sonneberg zum Dreiländereck. „Dort laufen wir mit 12 Sportlern ein. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow will uns empfangen“, sagt Junge. Foto: junge/NH

Von Jessica Sippel

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