Andrea Peter, Christel Wascholowski und Susanne Neugebauer

Gleich drei Erzieherinnen des Kindergartens in Altenburschla gehen auf einen Schlag in Rente

Gemeinsam haben sie vor 30 Jahren angefangen, gemeinsam gehen sie nun in Rente: Die langjährigen Erzieherinnen Andrea Peter, Christel Wascholowski und Susanne Neugebauer vom Kindergarten Altenburschla haben fast ihre gesamte berufliche Laufbahn zusammen verbracht.
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Gemeinsam haben sie vor 30 Jahren angefangen, gemeinsam gehen sie nun in Rente: Die langjährigen Erzieherinnen Andrea Peter, Christel Wascholowski und Susanne Neugebauer vom Kindergarten Altenburschla haben fast ihre gesamte berufliche Laufbahn zusammen verbracht.

Im Kindergarten in Altenburschla endet eine Ära. Die Erzieherinnen Susanne Neugebauer und Andrea Peter sowie Christel Wascholowski wurden in ihren Ruhestand verabschiedet.

Altenburschla – Sie gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagen sie. In drei gemeinsamen Jahrzehnten haben die Frauen viel erlebt: Kinder sind gekommen, wurden eingeschult, später konfirmiert, machten ihren Schulabschluss und gaben später selbst ihre Kinder in die Obhut des Kindergartenteams in Altenburschla. „Wir haben ganze Generationen miterlebt und die Kinder über die Kitagrenzen hinaus begleitet“, verdeutlicht die 63-jährige Christel Wascholowski, die die Kita 40 Jahre lang leitete.

Alle drei verbindet eines: Mit Kindern arbeiten wollten sie schon immer. „Erzieherin zu sein, war mein Traumberuf“, sagt Susanne Neugebauer, die schon als Neunjährige bei ihren Nachbarn in Altenburschla Kleinkinder hüten durfte. Das habe sie in ihrem Wunsch, Erzieherin zu werden, bestärkt.

Christel Wascholowski stammt aus Bahnhof Großburschla. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Kollegin Andrea Peter ging sie in Wanfried zur Schule, die beiden Frauen kennen sich seit der fünften Klasse. Nach ihrem Abschluss absolvierten beide die Ausbildung zur Kinderpflegerin in Eschwege.

Nach der Ausbildung arbeitete Wascholowski zuerst in der Gärtnerei ihrer Eltern mit. Als Unterstützung im Kindergarten Altenburschla gebraucht wurde, sprang sie ein. Ein Jahr lang hat sie mit der damaligen Leiterin Johanna Ewald, bekannt als „Tante Hanna“, zusammengearbeitet, bevor diese in Rente ging und Wascholowski ab 1979 übernahm. Den Alltag mit den Kindern stemmte die Leiterin damals ganz alleine. Ein Jahr später kam Andrea Peter vormittags als Verstärkung dazu. 1992 machte Susanne Neugebauer das Team komplett, die davor als Tagesmutter gearbeitet hat. Vormittags wie nachmittags waren damit je zwei Erzieherinnen für die Kinder da. Eine gute Entwicklung, wie die frisch gebackenen Rentnerinnen finden, die nach 30 gemeinsamen Jahren eine enge Freundschaft verbindet.

Eine weitere Entwicklung sei das Ganztagsangebot: Seit etwa 20 Jahren gibt es ein gemeinsames Mittagessen, während die Kinder früher von ihren Eltern abgeholt wurden und die Mittagszeit zu Hause verbrachten. „Damals habe ich sogar ein Kind in der Mittagspause immer mit nach Bahnhof Großburschla genommen und nachmittags wieder mit in den Kindergarten “, erinnert sich Wascholowski. Schon damals wurden nicht nur Kinder aus Altenburschla, sondern auch aus den umliegenden Dörfern sowie Wanfried betreut. „Um den Kindergartenstandort halten zu können, waren wir auf die Kinder aus Wanfried angewiesen“, erklärt die ehemalige Leiterin.

Was den Kindergarten seit jeher besonders auszeichnet, sei das familiäre Umfeld, die Nähe zur Natur und dass die Kinder geborgen in der Dorfgesellschaft aufwachsen, sagt Andrea Peter. Dem stimmen auch ihre Kolleginnen zu, das schätze auch viele Eltern. In und durch die Kita selbst sind Freundschaften entstanden, die bei manchen ein Leben lang halten. Bei den Erzieherinnen, bei den Eltern und vor allem bei den Kindern. Einmal hätte sogar eine Gruppe Studenten, die sich einst im Kindergarten kennengelernt und später zusammen das Abi gemacht haben, angefragt, noch einmal zusammen in der Kita übernachten zu dürften. Eine echte Sandkastenfreundschaft.

Die drei Frauen verbinden mit dem Kindergarten viele schöne Erinnerungen, unvergessene Feste, Stände auf dem Weihnachtsmarkt und auch ehrenamtliche Einsätze, etwa als die Räume in Eigenleistung erweitert wurden. Es war für sie stets mehr, als nur ein Beruf, sagen sie. „Wie sind wie eine Familie“, sagt Andrea Peter. Dennoch hätten die Frauen zuletzt gemerkt, dass man im Alter auch immer mehr an seine Grenzen stoße, so Wascholowski.

Aus der Welt sind sie jedenfalls nicht, wohnen sie doch noch in Kita-Nähe. Und ihre Nachfolge ist auch gesichert: Als Fachkräfte haben Amélie Rudolph-Manegold, Claudia Mangold und Anne-Marie Schäfer-Steube die Betreuung der Kinder übernommen, die Leitung übernimmt Sabine Klärner – ab 2022 zusätzlich auch in Heldra – wie Wascholowski erklärt. Die Auszubildende Alexandra Mosebach bleibt den Kindern als bekanntes Gesicht erhalten. (Jessica Sippel)

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