Erste Fördermittel wurden übergeben

In Eschwege soll eine Markthalle für die Direkterzeuger aus der Region entstehen

Ulrich Feußer mit Erdbeerkorb.
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Vom Acker direkt zum Verbraucher: Ulrich Feußner aus Wanfried könnte seine Erdbeeren demnächst auch in der Markthalle anbieten

Eine Markthalle als zentral gelegene Annahme- und Verteilstelle, über die Landwirte aus der Region ihre Erzeugnisse vermarkten können, soll bis Anfang kommenden Jahres in Eschwege entstehen.

Werra-Meißner – Käufer könnten erstmal Caterer, Gastronomie, Kantinen und Großküchen sein. Für das Projekt „Markthalle Werra-Meißner“ erhielt der Kreisbauernverband als Träger des Vorhabens am Mittwoch einen Förderbescheid über 50 Prozent der Anschubfinanzierung – 120 000 Euro – aus dem europäischen Leader-Programm. Den überreichte Hessens Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) jetzt in Wanfried.

„Die geplante Markthalle ist ein tolles Beispiel dafür, wie das Prinzip ,vom Bauernhof auf die Gabel’ funktioniert“, sagte Hinz. Das Konzept der Markthalle soll im Werra-Meißner-Kreis so funktionieren, dass Landwirte ihre Produkte (ob konventionell oder ökologisch erzeugt) anliefern. Über ein Warenwirtschaftssystem werden diese erfasst und Großküchen, Caterer und Kantinen sollen entsprechend dem saisonalen Angebot ihren Bedarf mit regionalen Erzeugnissen planen können. In einem späteren Schritt soll die Markthalle auch für Normalverbraucher geöffnet werden. „Das ist ein guter Weg, die Verbraucher direkt zu erreichen und die regionale Wertschöpfungskette auszubauen“, sagt Sabine Wilke vom Verein für Regionalentwicklung, der das Projekt in der Entwicklung mitbegleitet und mit der Ökomodellregion Nordhessen verknüpft.

Mit den ersten 240 000 Euro, die jetzt für die Markthalle Werra-Meißner zur Verfügung stehen, sollen vor allem notwendiges Equipment wie Kühltechnik und Regale angeschafft, aber auch Sach- und Personalkosten bestritten werden.

Das ist das europäische Leader-Programm

Das europäische Leader-Programm (englischsprachiges Akronym von französisch Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Der Werra-Meißner-Kreis ist eines von 24 Leader-Fördergebieten in Hessen. salz

„Man muss einen Anfang machen. Jetzt ist es soweit – der große Rahmen ist gesteckt“, sagt Torsten Möller, Vorsitzende des Kreisbauernverbandes im Werra-Meißner-Kreis. Bei der Preisgestaltung müssten beide Seiten – Landwirte und Caterer – zu Kompromissen bereit sein. Großmarktpreise seien keine realistische Option. (Stefanie Salzmann)

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