Großeinsatz

Nach Großbrand in Wanfried: Feuerwehr war 30 Stunden im Einsatz

Zwei Feuerwehrleute löschen den Brand eines Fachwerkhauses in Wanfried. Die Flammen  schlagen aus dem Fenster.
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Das Feuer konnte nur durch einen Außenangriff bekämpft werden. Das Haus war einsturzgefährdet.

Fünf Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Wanfried über das Wochenende zum Einsatz in die Altstadt ausrücken. Wir haben nachgefragt, warum der Brand so tückisch war.

Wanfried – Fünf Mal musste die Wanfrieder Wehr am Wochenende wegen des Wohnhausbrandes an der Klauskirchstraße in der Altstadt ausrücken. Immer wieder flammten die Brandherde auf. Das berichten Stadtbrandinspektor Benedikt Beckmann und sein Stellvertreter Benjamin Kleinpeter.

Insgesamt 30 Stunden waren die Einsatzkräfte an zwei Tagen im Einsatz. Die Ermittlungen durch die Kripo bestätigten zudem den ersten Verdacht, dass ein überhitztes Kirschkernkissen die Brandursache war. Das teilte Polizeisprecher Jörg Künstler auf Nachfrage mit.

Rauch steigt auf: Das Feuer konnte nur durch einen Außenangriff gelöscht werden. Das Haus war einsturzgefährdet.

Zum Haupteinsatz in der Nacht zum vergangenen Freitag rückten neben der Kernstadtfeuerwehr auch die Ortsteilfeuerwehren Aue, Heldra, Altenburschla und Völkershausen aus. Zur Hilfe kamen auch die Feuerwehren Eschwege und Bad Sooden-Allendorf, jeweils mit ihren Drehleitern. Aus Eschwege kam noch der Gerätewagen Atemschutz dazu. Verpflegt wurden die Einsatzkräfte von der Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes. „Zur Spitzenzeit waren 50 Einsatzkräfte vor Ort“, sagt Beckmann. „Es war eine gute und professionelle Zusammenarbeit.“

Bis in den Freitagvormittag hinein dauerten die Löscharbeiten des Haupteinsatzes an. Das größte Problem dabei: Wegen der Einsturzgefahr des Hauses durften die Kräfte das Gebäude nicht betreten, das Löschen durch einen üblichen „Innenangriff“ war nicht möglich. „Wir konnten nur von außen löschen. Das war sehr schwierig“, erklärt Beckmann, weil man nicht überall herankam. Außerdem hatte auch die enge Straße in der Altstadt ihre Tücken. „Das war Zentimeterarbeit mit der Drehleiter“, ergänzt Kleinpeter.

Die Drehleiter aus Eschwege kam für den Brand in Wanfried zwei Mal zum Einsatz.

Nach dem Haupteinsatz rückten die Feuerwehrleute noch vier weitere Male aus: Am Freitagnachmittag, in der Nacht zu Samstag sowie am Samstagmorgen und Samstagmittag. Besonders tückisch seien auch die Glutnester in den Zwischendecken gewesen, da sie sich mehrere Meter im Inneren des Gebäudes befanden. Ein Löschen von außen war auch hier nicht möglich. Am Samstag wurde daher in Absprache mit einem Baufachbearbeiter des THW Großalmerode das Dach geöffnet, um einen direkteren Zugang zu erlangen. Die Drehleiter aus Eschwege wurde erneut benötigt, die Wehr aus Aue kam ebenfalls noch einmal zur Unterstützung. Mit einer Wärmebildkamera wurden die Glutnester lokalisiert und gelöscht, erklärt Beckmann.

Bis auf den Keller sind alle Stockwerke des Gebäudes ausgebrannt. „Es ist nicht mehr bewohnbar und weiterhin einsturzgefährdet“, sagen Beckmann und Kleinpeter. Das Haus ist aus Sicherheitsgründen abgesperrt und sollte nicht betreten werden. (Von Jessica Sippel)

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