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Wehren Heldra und Altenburschla bauen gemeinsam

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Von: Theresa Lippe

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Feuerwehr (Symbolbild)
(Symbolbild) © IMAGO/Pressefoto Gora

Ein Novum im Werra-Meißner-Kreis: Die Wehren Heldra und Altenburschla fusionieren und errichten ein gemeinsames Gerätehaus.

Wanfried – Die zwei Wanfrieder Stadtteile Altenburschla und Heldra bilden künftig eine Bereichsfeuerwehr. Um rund zwei Millionen Euro zu sparen, bekommen die Wehren ein gemeinsames Gerätehaus – und zwar direkt in der Mitte, in der Siedlung „Bahnhof Großburschla“. Ein Novum im Kreis, wie Kreisbrandinspektor Christian Sasse bestätigt.

Vom neuen Standort aus könne in beide Stadtteile die vorgeschriebene Ausrückzeit von zehn Minuten gewährleistet werden. Das sei wichtig und ein Grund, weshalb ein gemeinsames Gerätehaus für viele Bereichsfeuerwehren keine Option sei, sagt Sasse. „Dort behalten die Wehren dann ihre eigenen Gerätehäuser, arbeiten aber unter der Leitung eines gemeinsamen Wehrführers, wie es beispielsweise in der Gemeinde Meißner (Germerode und Alberode), in Großalmerode ( Trubenhausen und Weißenbach) oder in Witzenhausen (Hubenrode und Kleinalmerode) und Sontra (Wehren Ulfen und Wölfterode) schon praktiziert wird.“ Vielerorts muss wegen steigenden Anforderungen an die Fahrzeuge und Feuerwehrgerätehäuser angebaut werden, auch in den beiden Wanfrieder Stadtteilen Aue und Völkershausen ist man so verfahren.

Bereichsfeuerwehr: Altenburschla und Heldra fusionieren in gemeinsamen Gerätehaus

„Die Gebäude in Heldra und Altenburschla stehen aber unter Denkmalschutz, weshalb ein Anbau nicht möglich ist“, erklärt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard – und zwei Neubauten würden keinen Sinn ergeben. „Zum einen ist es schlichtweg zu teuer: Zwei Feuerwehrgerätehäuser würden knapp fünf Millionen Euro kosten, ein gemeinsames etwa drei Millionen.“ Zum anderen müsse man die Mannschaftsstärke bedenken. Stadtbrandinspektor Benedikt Beckmann: „Eine Wehr hat nach der Feuerwehrorganisationsverordnung eine vorgegebene Mindeststärke. Dabei muss eine 100-prozentige Ausfallreserve gewährleistet werden. Sowohl für Altenburschla als auch Heldra sind das jeweils zwölf Einsatzkräfte.“ In den vergangenen Jahren habe man das kaum leisten können. Es sei also nicht nur finanziell von Vorteil, sich zusammenzuschließen.

Bis die Bereichsfeuerwehr in das neue Haus in Bahnhof Großburschla einziehen kann, wird es jedoch noch dauern. „Im Haushaltsplan sind die Mittel für den Neubau eingeplant, allerdings muss erst mal geplant werden, wir brauchen ein Grundstück und eventuell einen Bauleitplan“, sagt Gebhard. Bis der Bau fertig sei, könne es gut 2026 werden.

Fusion üner Gemeindegrenzen

Erstmals in Hessen wollten sich die Ortsteilfeuerwehren des Waldkappeler Ortsteils Hasselbach und die Wehr des benachbarten Ortes Küchen, das zur Stadt Hessisch Lichtenau gehört, zusammenschließen. Eine Bereichsfeuerwehr mit neuem gemeinsamen Gerätehaus auf einer Gemarkung von Küchen war geplant, zu einer Umsetzung ist es wegen Uneinigkeit bislang jedoch nicht gekommen. Den Kauf eines Baugrundstücks hatte das Stadtparlament Heli in 2021 abgelehnt. tli

Feuerwehrleute nicht glücklich über Prüfdienst

In den Wanfrieder Stadtteilen Heldra und Altenburschla wird es künftig eine Bereichsfeuerwehr geben, die beiden Stadtteilwehren fusionieren. Sie sollen ein gemeinsames Feuerwehrhaus bekommen. Einzug: voraussichtlich 2026. Diese Entscheidung fiel bereits im Sommer 2020 nach ausgiebiger Absprache mit einem Arbeitskreis, in dem auch Stadtbrandinspektor Benedikt Beckmann, die beiden Wehrführer Bastian Dietzel (Heldra) und Matthias Hauck (Altenburschla) und Bürgermeister Wilhelm Gebhard Mitglieder sind.

Christian Sasse Kreisbrandinspektor
Christian Sasse Kreisbrandinspektor © Salzmann, Stefanie

Zwar seien alle Beteiligten überzeugt, dass dies die klügste Lösung sei, glücklich seien sie über stetig steigenden Anforderungen der Feuerwehrorganisationsverordnung aber nicht. „Für uns ist die Lösung ideal, in anderen Gemeinden kann das aber ganz anders aussehen“, sagt Matthias Haude. Kreisbrandinspektor Sasse bestätigt: „Arbeitssicherheit ist das A und O, aber ein gewisser Spielraum bei der Umsetzung von Vorgaben wäre schön.“ Bastian Dietzel: „Das Gerätehaus in Heldra reicht uns eigentlich vollkommen aus.“ Benedikt Beckmann ergänzt: „Wir haben uns mit den Gegebenheiten sehr gut arrangiert, alle Abläufe funktionieren gut und sicher. Es besteht keine Gefahr.“

Gebhard, Beckmann, Haude als auch Dietzel wünschen sich, dass der Prüfdienst genauer hinschaut, da besonders in kleinen Kommunen teure Aus- und Neubauten nicht immer umsetzbar seien und die Kommunen in finanzielle Schieflage bringen könnten. Von Theresa Lippe

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