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Altenburschla ist auf dem Weg zum Bioenergiedorf

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Von: Theresa Lippe

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gelbes Ortsschuld Altenburschla
Altenburschla ist auf dem Wege, Bioenergiedorf zu werden. Doch dafür müssen sich genügend Haushalte gewinnen lassen. archi © Archivfoto tanja beck/nh

Altenburschla will Bioenergiedorf werden. Einen ersten Anlauf dafür hat jetzt Matthias Schein gestartet.

Altenburschla – Steigende Öl- und Gaspreise, mangelnde Transparenz und fremdbestimme Energiepolitik: Nicht erst seit dem Beginn des Ukraine-Krieges ist die Lage angespannt. Deshalb gibt es nun im Wanfrieder Stadteil Altenburschla erste Überlegungen, wie das Heizen wieder bezahlbar und nachhaltiger gestaltet werden kann. Die angedachte Lösung: Ein Heizkraftwerk, das mit erneuerbaren Ressourcen aus der Region sowie mit einem Solarthermie-Park betrieben werden soll. Das teilte Niklas Schein, stellvertretender Ortsorsteher von Altenburschla mit.

Die Idee ist nicht neu: Bereits 170 solcher Bioenergiedörfer seien in Deutschland registriert. Tendenz steigend. Diesen Trend habe auch Matthias Schein aus Altenburschla erkannt. Der Geschäftsführer eines Heizungs- und Sanitärbetriebes mit Sitz in Großburschla ist als Ideengeber und Initiator an den Ortsbeirat von Altenburschla herangetreten und dabei auf Unterstützung gestoßen.

Altenburschla bald Bioenergiedorf?

So habe bereits am 8. Juni eine dorfinterne Informationsveranstaltung stattgefunden, bei der zirka 70 Bürgerinnen und Bürger einem Vortrag von Matthias Schein zum Thema Bioenergiedörfer folgen konnten. Ziel der Informationsveranstaltung sei es gewesen, das Thema an die Einwohner des Dorfes heranzutragen und zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen.

Im Anschluss an die Veranstaltungen seien im Dorf Fragebögen verteilt worden, mit deren Hilfe die Anzahl interessierter Haushalte sowie deren Energiebedarf ermittelt werden sollen. Mit diesen Daten stehe und falle das Vorhaben: „Wenn genug Haushalte mitmachen, können in einem nächsten Schritt erste Planungsgespräche mit Fachleuten aufgenommen und die Gründung einer Genossenschaft besprochen werden“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Was ist ein Bioenergiedorf

Ein Bioenergiedorf ist ein Dorf, welches einen großen Teil seines Wärme- und Strombedarfs unter Nutzung von hauptsächlich regional bereitgestellter Biomasse selbst deckt.

- Es wird mindestens so viel Strom erzeugt, wie vom Dorf gebraucht,

- mindestens die Hälfte der Wärme wird bereitgestellt,

- über 50 Prozent der Anlage sind im Besitz von Wärmeabnehmern und Landwirten,

- die Biomasse stammt nicht aus gentechnisch veränderten Pflanzen oder Maismonokulturen.

Diese Genossenschaft würde dann aus allen Haushalten bestehen, die sich an das Netz des Heizkraftwerks anschließen und dieses dann eigenständig verwalten. Lassen sich allerdings nicht genügend Haushalte für das Vorhaben gewinnen, sei das Thema Bioenergiedorf vorerst unwirtschaftlich und somit nicht realisierbar.

Parallel zu Altenburschla treibe Matthias Schein das gleiche Projekt auch in Großburschla voran.  red/Theresa Lippe

bioenergie-werratal.de

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