Bauvoranfrage läuft

Keudell’sches Schloss der Stadt Wanfried zu verkaufen - Japaner hat Interesse

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Das Keudell’sches Schloss: Schon lange wird nach einem Käufer für das Haus (hier ein Foto von 2016) gesucht, nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Die vergangenen Jahre war es still geworden um das Keudell’sche Schloss im Herzen von Wanfried. Jetzt scheint aber Bewegung in den Verkauf zu kommen

Seitdem die Stadtverordnetenversammlung 2013 beschlossen hatte, das historische Gebäude zu verkaufen, trauten sich Interessenten nicht an das Objekt heran. Nun aber haben ein japanischer Geschäftsmann und ein Schreiner aus Niedersachsen Interesse an dem Herrenhaus. Das vorrangige Ziel der Stadt ist es, einen Käufer zu finden, um die laufenden Kosten für das Gebäude abzugeben.

Der Japaner hatte schon im Sommer einmal großes Interesse, ist dann aber wieder abgesprungen. Jetzt hat er sein Kaufgesuch erneuert. Über ihn weiß die Stadt Wanfried nur wenig. In erster Linie über einen Mittelsmann aus Düsseldorf kam der Kontakt zustande. Einmal war der Japaner sogar in Wanfried und ließ sich von Museumsführer Heinz Starcke die Räumlichkeiten zeigen. 

Dem Vernehmen nach will der Geschäftsmann in dem Gebäude ein Hostel einrichten, dass er hauptsächlich an japanische Touristen vermieten will. „Diese Informationen sind aber sehr vage“, berichtet Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Tischlerei im Erdgeschoss

Ein Schreiner aus Niedersachsen kommt in den Augen des Magistrats und des Haupt-, Umwelt- und Finanzausschusses solider daher. Der möchte im Erdgeschoss eine Tischlerei eröffnen. Ob das genehmigungsfähig ist, muss noch geprüft werden. Der Emissionsschutz in dem Mischgebiet in der Innenstadt müsse erst geklärt werden. Dazu läuft eine Bauvoranfrage, die noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Ausschuss empfiehlt, dass der Magistrat den Verkauf vorantreiben soll.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Noch nicht geklärt ist, was mit der Flüchtlingsunterkunft, dem Heimatmuseum und dem Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte, die alle in dem Gebäude untergebracht sind, passieren soll. Für die Flüchtlingsunterkunft gibt es bestehende Mietverträge mit dem Kreis. Weil der rund 30.000 Euro in die Renovierung des Gebäudes investierte, ist er so lange von den Mietkosten befreit, bis der Betrag aufgebraucht ist. Das wird etwa 2020 der Fall sein.

Heimatmuseum und Dokumentationszentrum sollen einen Bestandsschutz bis Ende 2019 bekommen. Bis dahin müssen neue städtische Räume gefunden werden. „Eine Lösung gibt es noch nicht“, sagt Erhard Niklass, vom Heimat- und Verkehrsverein. Er könnte sich auch vorstellen, dass das Museum ausgeweitet. Für alle Bereiche gäbe es noch zahlreiche Exponate.

Geschichte des Anwesens

Die Familie von Keudell hatte das Anwesen im 15. Jahrhundert erworben. Im Dreißigjährigen Krieg brannte das Haus nieder. In seiner jetzigen Form wurde das Schloss auf dem Kellergewölbe der Ruine 1648 errichtet. 1878 kauft Karl Xaver von Scharfenberg das Fachwerkgebäude, zog aber nur zehn Jahre später auf den Kalkhof. Danach wurde das Haus als Privatschule, Landschulheim und Realschule genutzt.

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