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Licht über Jahrhunderte hinweg: Ausstellung im historischen Kleegarten

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Von: Harald Triller

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Ausstellung im Kleegarten: Dr. Helmut Pippart befasst sich in seiner historischen Herberge in Heldra mit Lichtspendern aus vielen Jahrhunderten.
Ausstellung im Kleegarten: Dr. Helmut Pippart befasst sich in seiner historischen Herberge in Heldra mit Lichtspendern aus vielen Jahrhunderten. © Harald Triller

Der Wanfrieder Arzt und Sammler hat in seiner Herberge Kleegarten in Heldra eine usstellung zusammengetragen, die sich über Jahrhunderte dem Thema Licht widmet.

Heldra – „Ich halte es gerne mit den letzten Worten von Goethe, von dem man erzählt, dass er am 22. März 1832 in seiner Heimatstadt Frankfurt gesagt haben soll ,Mer lischt’, was hochdeutsch als ,Mehr Licht’ gedeutet werden könnte.“ Für den Wanfrieder Allgemeinmediziner Dr. Helmut Pippart haben diese Worte durchaus tiefen Inhalt, denn er sieht sich veranlasst, in seiner historischen Herberge „Kleegarten“ in Heldra eine kleine Ausstellung zu initiieren, die in vollem Umfang das Licht dokumentiert.

„Ja, ich habe Lichter aus vielen Epochen zusammengetragen. Das breite Spektrum beginnt bei Öllämpchen und Tranfunzeln aus dem 17. Jahrhundert, umfasst dazu Petroleumleuchten, Kerzen und moderne Elektrizität“, macht Dr. Pippart beim WR-Gespräch deutlich, dass es sich nicht um eine gezielte Sammlung handelt. Er spricht stattdessen mehr von der Aufbewahrung der guten Stücke, die er zum größten Teil bei Flohmärkten erworben hat.

Auch Gaslämpchen sind unter den Exponaten zu finden: „Ich bin jetzt 78 Jahre alt, praktiziere noch immer täglich, wenn auch mit eingeschränkter Stundenzahl. Die aber räumen mir Zeit ein, um mich Dingen aus längst vergangenen Tagen zu widmen, die in der Gegenwart vielfach staunende Verwunderung auslösen“, erklärt der Mediziner Helmut Pippart, dass ihn die Leidenschaft, historische Zeugnisse zu sammeln, seit weit mehr als 50 Jahren fesselt und motivierend antreibt.

Die Ausstellung kann bis zu den Weihnachtstagen besichtigt werden. Geöffnet ist die gastronomische Herberge von Freitag bis Sonntag jeweils ab 14 Uhr. „Eintritt wird nicht erhoben, bei mir kosten Veranstaltungen grundsätzlich kein Geld. Es ist allerdings eine Spendendose aufgestellt, die freilich knisternde Einlagen als angenehmer empfindet“, schmunzelt der Individualist, der sich auch dem Erhalt von alter Bausubstanz wie dem Kleegarten verschrieben hat. In einem Prospekt dokumentiert er sage und schreibe 19 Projekte, die er betreut hat und die zwischen Wanfried, Mühlhausen, Tübingen, Marburg und Oldenburg zu finden sind und in neuem Glanz erstrahlen.

In seiner traditionell historischen Kleidung – helle Hose, weißes Hemd, Streifenweste, kurze, bunte Krawatte und im Sommer wie im Winter einen Strohhut auf dem Haupt – stellt Dr. Pippart einen Kienspanhalter mit einem Stück Holz vor, das beim Anzünden Licht spendet, bei dem dann in der Dunkelheit die Arbeiten wie das Hobeln von Kraut, das sauer eingemacht wurde, verrichtet werden konnten.

Übrigens: Diese Kienspanhalter gibt es sogar heute wieder zu kaufen. Interessant anzusehen ist auch die historische Öllampe, die beim Abbrennen in etwa die Tageszeit anzeigt.

Hunderte von völlig unterschiedlichen Kerzenständern hat Helmut Pippart ebenfalls zusammengetragen. „Die Unterschiede lassen die Erklärung der Preisgestaltung erkennen. Richtig gute Teile konnten sich früher nur reiche Leute leisten“, so der 78-Jährige, der sich in seinem Tatendrang nicht stoppen lässt. „Auch viele andere historische Exponate, die teilweise von meinem Großvater stammen, der sich sehr über mein persönliches Museum im Kleegarten freuen würde, haben hier einen Platz gefunden“, so die Worte vom ältesten ausbildungsberechtigten Arzt für Allgemeinmedizin in Nordhessen. (Harald Triller)

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