Kultur

Museum in Wanfried: Exponate könnten bald in ein neues Gebäude ziehen

Für das Heimatmuseum in Wanfried wird ein neues Gebäude gesucht. Dieses historische Backsteinhaus neben der Gerhart-Hauptmann-Schule, in dem aktuell noch Schulunterricht stattfindet, ist derzeit der Favorit.
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Für das Heimatmuseum in Wanfried wird ein neues Gebäude gesucht. Dieses historische Backsteinhaus neben der Gerhart-Hauptmann-Schule, in dem aktuell noch Schulunterricht stattfindet, ist derzeit der Favorit.

Ein neuer Ort für alte Schätze: Das Heimatmuseum in Wanfried könnte demnächst in ein neues Gebäude ziehen. Dann könnte auch ein Museumscafé entstehen.

Wanfried – Das Wanfrieder Heimatmuseum ist seit jeher ein Haus der Geschichte: Mit Büchern, originalen Dokumenten und Exponaten gibt es Einblicke in die Stadtgeschichte mit dem Wanfrieder Abkommen und der anschließenden Nachkriegszeit im geteilten Deutschland.

Seit das Museum vor etwa einem Jahr aus seinem Standort im Keudellschen Schloss ausziehen musste, waren die ehrenamtlichen Museumsbetreuer und die Stadt auf der Suche nach einer neuen Heimat für die Kostbarkeiten.

Nachdem die Exponate unter Aufsicht vom Museumsverband fachmännisch verpackt, archiviert und eingelagert wurden und seitdem auf ihren Einsatz warten, hat sich nun ein potenzielles neues Gebäude gefunden.

Museum Wanfried: neuer Ort für alte Gegenstände

Die drei ehrenamtlichen Betreuer Olaf Prehm, Holger Döring und Heinz Starcke und Bürgermeister Wilhelm Gebhard haben das historische Backsteinhaus neben der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried am Freitag besichtigt. Aber unter Vorbehalt, betont Gebhard: Denn das letzte Wort über einen Umzug und den Startschuss für die Umsetzung geben die Stadtverordneten des Wanfrieder Parlaments, sobald das Thema in die Gremien getragen wurde.

Das Gebäude wurde ab 1901 erbaut und hat somit auch einen historischen Wert. Es wäre ideal geeignet.

Olaf Prehm, ehrenamtlicher Mitarbeiter

Da in dem Gebäude derzeit noch Grundschulunterricht stattfindet, ist der Landkreis als Schulträger dafür zuständig. Sobald die Gerhart-Hauptmann-Schule aber auf den neuen Schulcampus zieht, wird das Haus aus der öffentlichen Nutzung entwidmet und Wanfried kostenlos rückübertragen, erklärt Gebhard nach Rücksprache mit der Kreisverwaltung.

„Das Gebäude wurde ab 1901 erbaut und hat somit auch einen historischen Wert. Es wäre ideal geeignet“, sagt Prehm. Zuvor wurde die Uraltschule direkt gegenüber als potenzieller Standort ins Auge gefasst. Dort seien aber der Sanierungsstau und der Investitionsbedarf sehr hoch.

„Hier ist dagegen bereits eine Heizung im ganzen Gebäude vorhanden, ebenso wie sanitäre Anlagen“, sagt Prehm zum neuen Wunschstandort. Gemeinsam mit Döring und Starcke hat er bereits genaue Vorstellungen, wie das Museum aufgebaut sein könnte.

Vor dem vielleicht bald neuen Eingang des Heimatmuseums: Olaf Phrem (von links), Heinz Starcke, Bürgermeister Wilhelm Gebhard und Holger Döring.

Idee für das Museum: ein Café im Erdgeschoss

In dem jetzigen Gemeinschaftsbereich mit Küche im Erdgeschoss könnte ein Museumscafé entstehen, die Küche bleibt im besten Fall sogar im Gebäude. „Diesen Raum würden wir auch als Sitzungszimmer für die Gästeführer und den Kultur- und Verkehrsverein nutzen“, erklärt Prehm. In diesem Stockwerk gibt es noch drei weitere Räume, in denen einerseits das Dokumentationszentrum zur Deutsch-deutschen-Geschichte sowie dem Wanfrieder Abkommen untergebracht werden könnte.

Eine Besonderheit hierbei ist die originale Schreibmaschine, auf der der russische Text für das Abkommen verfasst wurde. Auch die kostbare Irdenware, die Werra-Keramik, die Helene Brück aus Bebra als Leihgabe zur Verfügung stellt, würde einen Ehrenplatz bekommen. Des Weiteren soll auch die Werra-Weser-Schifffahrt mit Wanfried als Handels- und Hafenstadt thematisiert werden.

Im zweiten Stock gibt es in genügend Platz für ein Büro der Museumsverwalter sowie für eine Bibliothek mit Büchern zur Grenz- und DDR-Geschichte. Etwa 1700 Werke umfasst die Sammlung des Heimatmuseums. „Das ist vermutlich eine der größten Sammlungen in der Region“; sagt Prehm.

Vom Schul- und Gesangbuch über Arbeitsrecht bis hin zum Kompaniebuch der Grenzkompanie Hildebrandshausen, in denen Vorfälle am Grenzzaun dokumentiert sind – auch gibt es Aufzeichnungen zum Wettkampf im Handgranatenweitwurf der Soldaten. „68 Meter sind übrigens der Rekord“, sagt Starcke.

Von Jessica Sippel

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