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Energiewende: Die Herausforderungen der Zukunft für das EWW

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Von: Theresa Lippe

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Das EWW bekommt einen neuen Netzkuppeltransformator. Dieser wird ähnlich aussehen wie der, vor dem Geschäftsführer Martin Rohmund auf dem
Das EWW bekommt einen neuen Netzkuppeltransformator. Dieser wird ähnlich aussehen wie der, vor dem Geschäftsführer Martin Rohmund auf dem © Theresa Lippe

Energiewende: Das sind die Herausforderungen der Zukunft für den regionalen Erzeuger

Wanfried – Bei der jüngsten Bürgerversammlung in Wanfried war die Energiewende und das Stromnetz in Wanfried ein großes Thema. Besonders mit Blick auf den Klimawandel und den Krieg in der Ukraine werden die erneuerbaren Energien immer wichtiger. Das stellt alle deutschen Netzbetreiber vor Herausforderungen, so auch das Elektrizitätswerk Wanfried (EWW).

Um die Kunden vor Ort auch weiterhin gut mit regenerativer Energie versorgen zu können, bekommt das EWW Ende des Jahres einen neuen Netzkuppeltransformator. Martin Rohmund, einer der beiden neuen Geschäftsführer des EWW, hat über die Herausforderungen der Zukunft gesprochen.

Verteilernetze

Vor der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 kannte der Stromfluss überwiegend nur eine Richtung: vom Großkraftwerk zum Endverbraucher. „Netze wurden so geplant und gebaut, um die entsprechenden Lasten transportieren zu können.“ Seit 2000 werden vermehrt regenerative Stromerzeugungsanlagen an das deutsche Stromnetz angeschlossen und betrieben: zum Beispiel Wasserkraft-, Windkraft- oder Photovoltaikanlagen.

Folge: Insbesondere im ländlichen Raum wird viel mehr erneuerbare Energie produziert, als das Netz mitunter aufnehmen kann. Denn das Leistungsvermögen der neuen Anlagen übersteigt häufig die ursprüngliche Last in den Stromnetzen.

Verbesserung

Durch den kontinuierlichen Ausbau in den vergangenen Jahren und dem hohen Verkabelungsgrad im Bereich des Mittelspannungsnetzes des EWW ist aktuell keine Aufnahme weiterer sehr großer Erzeuger von erneuerbaren Energien möglich, erklärt Rohmund. Denn mit der Zunahme der Erzeugungsanlagen geht eine Spannungsanhebung im Versorgungsnetz einher.

Abhilfe soll ein neuer Netzkuppeltransformator mit separater Erdschlussspule auf der Mittelspannungsebene schaffen, der Ende 2022/ Anfang 2023 ans Netz des EWW angeschlossen werden soll. Kosten: zirka eine Million Euro.

Doch seien durch die Netzerweiterung die Herausforderungen nicht gänzlich gelöst. Rohmund: „Zum Beispiel ist der 10-Kilovolt-Mittelspannungsring der Kernstadt Wanfried durch die Vorbelastung großer regenerativer Erzeuger wie Biogas- und Photovoltaikanlagen bereits zu 98 Prozent ausgelastet.“ In der mittelfristigen Planung sei dieser Mittelspannungsring zu entlasten, indem Teilbereiche des Netzes auf die 20 Kilovolt-Seite angebunden werden.

Tipps

„Planen Sie nicht auf gut Glück eine Photovoltaikanlage“, rät Rohmund. Wer auf dem eigenen Dach eine Anlage anbringen möchte, sollte so früh wie möglich mit dem EWW in Kontakt treten, um zunächst prüfen zu lassen, ob dies umsetzbar ist. Vorab müsse auch der eigene Bedarf geklärt werden: So könne beispielsweise die selbst erzeugte Energie ausreichend sein, um nicht nur den häuslichen Strombedarf wie für Waschmaschine und Herd zu decken. „Auch das E-Auto und eine E-Wärmepumpe könnte man zum Teil mit eigener elektrischer Energie versorgen“, sagt Rohmund.

Von Theresa Lippe

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