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Pilotprojekt: Clowns besuchen die Bewohner von Lebenswert in Wanfried

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Längst ein willkommener Gast bei Lebenswert in Wanfried ist Clownin Maggi. Über ihren Besuch freut sich unter anderem das Ehepaar Irma und Werner Schmidt.
Längst ein willkommener Gast bei Lebenswert in Wanfried ist Clownin Maggi. Über ihren Besuch freut sich unter anderem das Ehepaar Irma und Werner Schmidt. © Eden Sophie Rimbach

Einmal im Monat besuchen Maggi und Baldur die Menschen in der Einrichtung Lebenswert in Wanfried. Finanziert werden die ersten Clownvisiten im Werra-Meißner-Kreis von der BKK Werra-Meißner.

Wanfried – Zwischen dem Backen von 114 Venusplätzchen stimmen die Clowns Maggi und Baldur „Zum Tanze, da geht ein Mädchen mit güldenem Band“ an und alle Bewohner am Tisch stimmen mit ein. Begleitet vom Gesang tanzen sie mit einer Bewohnerin und einer Mitarbeiterin, verteilen wenig später die frischen Kekse aus Baldurs Schürze heraus.

Bereits mehrere Male haben die beiden Clowns der Clowniversity die Menschen bei Lebenswert Rexrodt in Wanfried besucht, sorgen einmal im Monat für einen Nachmittag, an dem sich Wortwitz, Fantasie, musikalische Einlagen und Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte abwechseln.

Projekt ist in der Region einzigartig

„Wir waren alle ein bisschen gespannt“, erinnern sich Pflegedienstleiterin Anna Sohl und Claudia Küster vom Marketing der BKK Werra-Meißner. Entstanden ist das laut Küster in der Region einzigartige Projekt dadurch, dass die Agentur Kompass der BKK von Clownin Situ Sabine Schymanskis Arbeit schrieb.

Seitdem Schymanski wieder im Werra-Meißner-Kreis lebt, bildet sie Klinikclowns wie Baldur aus und erarbeitet ein neues Clownteam. Sie selbst arbeitet seit 13 Jahren als Klinikclown im Verein Dr. Clown und tritt als Maggi auf.

Küster erklärt, dass die BKK vor der Frage gestanden habe, was man in den Einrichtungen noch anbieten könne. Mit den Clownvisiten habe man in einer kleineren Einrichtung anfangen wollen, die auch innovativ denke. Kontakt bestand, weil die BKK hier betriebliche Gesundheitsförderung anbietet. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, übernimmt die BKK die volle Finanzierung. Weitere Einrichtungen können sich mit Fragen an die BKK wenden.

Clowns sind auf Demenzerkrankungen spezialisiert

Vor Projektbeginn habe es auf beiden Seiten Bedenken gegeben. Doch die beiden Clowns sind auf Demenzerkrankungen spezialisiert. Die Mitarbeiterinnen berichten von Erfolgen bei an Demenz erkrankten Bewohnern. Für Sohl stand nach dem ersten Besuch fest, dass es weitergehen soll. Sie sagt: „Da fühlen sich alle so abgeholt.“

So fragten die Clowns zu Beginn ihres Besuchs nach einem Kuchenrezept, bekamen Vorschläge aus ihrem Publikum. Einen stetig wachsenden Keksteig, den Maggi und Baldur allein durch ihre Bewegungen fast real werden ließen, verarbeiten sie zu den Plätzchen, für die sie Untersetzer aus Filz umfunktionierten. Alte Sprichwörter und Lieder flossen ganz natürlich in ihr Gespräch ein und anstatt einer Ohrfeige für Balduin wurde ein Streicheln von einem Platz zum anderen weitergegeben.

Baldur klaute schließlich Maggis Backschürze und flüsterte einem Zuschauer zu: „Ich bin nämlich ein Schürzenjäger.“ Maggis Blick in einen geheimnisvollen Koffer kommentierte sie mit: „Was ist denn wichtiger, Blödsinn oder Geld?“ Und für eine Bewohnerin stand fest: „Glücklich sein! Geld bringt nichts.“ (Eden Sophie Rimbach)

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