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Geringer Pegel der Werra wirkt sich auch auf die Weser aus

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Schriftzug aus rostigem Metall „Werra“ am Fflussufer in Wanfrieed
Der Geringe Pegel der Werra wirkt sich nun auch auf die Weser aus. Der niedrige Stand des Vorjahres ist nochmals gefallen. © Rimbach, Eden Sophie

Der Geringe Pegel der Werra wirkt sich nun auch auf die Weser aus. Der niedrige Stand des Vorjahres ist nochmals gefallen.

Werra-Meißner – Der Pegel der Werra ist im Vergleich zum ohnehin schon niedrigen Stand des Vorjahres nochmals gefallen. Das hat inzwischen Auswirkungen auf die Schifffahrt der Weser und ökologische Folgen für tierische Organismen und Landwirtschaft im Werratal.

Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSV) in Hann. Münden betrug der Pegelstand in Allendorf gestern 50 und am gleichen Tag im vergangenen Jahr 75 Zentimeter. In Heldra fiel er von 1,50 Meter im Vorjahr auf aktuell 1,20 Meter ab. Jiri Cemus, Gewässerkundler und Wasserwirtschaftler des WSV erklärt, dass auch die Zahlen vor einem Jahr relativ niedrig gewesen seien, was vor allem die 75 Zentimeter in Allendorf betrifft. „Bei Hochwasser haben wir schon mehrere Meter“, sagt Cemus, um das Verhältnis zu verdeutlichen. Aus Sicht des WSV seien vor allem die Folgen der Werra als Zubringer für die Weser relevant. Cemus berichtet, dass die Schifffahrt praktisch zum Erliegen gekommen sei. Gewerbliche Schifffahrt sei nicht mehr möglich.

Probleme für die Schifffahrt wegen niedrigem Werra-Pegel

Um die Schifffahrt zu stützen, werde Wasser aus der Edertalsperre verwendet. Doch anstatt der bis zu 200 Millionen Kubikmeter Wasser sei der Inhalt dort auf unter 40 Millionen Kubikmeter gefallen. Das sei an sich nichts Ungewöhnliches, aber für diese Zeit auffällig. Was sich in erster Linie verändert habe, sei die Zunahme an Trockenheiten. Vor allem fehle es laut Cemus an Regen.

Die ökologischen Folgen eines niedrigen Pegelstandes kennt die Untere Naturschutzbehörde (UNB). „Bei Niedrigwasser erhöht sich der Anteil (gereinigter) Abwässer am Gesamtabfluss und damit auch die Phosphat- und Stickstofffrachten“, erklärt die UNB auf Anfrage. Durch diesen höheren Wert an Phosphat und Stickstoff werde das Algenwachstum befördert. Dies habe laut UNB wiederum zur Folge, dass die Sauerstoffzehrung im Gewässer höher werden könne. Gefährlich werden, könne diese Erhöhung im Wasser für die Fische und auch für andere tierische Organismen.

Trockenheit ähnlich wie in 2018

Trockene Witterung und überdurchschnittlich hohe Temperaturen und Sonnenstunden haben die Böden im Deutschlandmittel seit April ähnlich stark wie im Jahr 2018 ausgetrocknet. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am 12. August mit. Die Waldbrandgefahr war laut DWD ab März auf der vierten der fünf Stufen. Im Mai und Juni seien die ersten Auswirkungen auf die Landwirtschaft erkennbar gewesen. Diese seien allerdings noch nicht so gravierend wie 2018.

Auch von möglichen Folgen für die Landwirtschaft berichtet die UNB. Denn die mit der Werra korrespondierenden Grundwasserflurbestände der landwirtschaftlichen Flächen könnten sich ebenfalls absenken. Die Auswirkung dieser Absenkung habe tendenziell negative Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Kulturen auswirken, die im jeweiligen Bereich angebaut werden. Von Eden Sophie Rimbach

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