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QR-Codes informieren in der Evangelischen Kirche in Wanfried

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Von: Theresa Lippe

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Neben den QR-Codes am Eingang der Stadtkirche: Arved von Oettingen (2. Vorsitzender FV Stadtkirche) und Pfarrerin Rosemarie Kremmer.
Neben den QR-Codes am Eingang der Stadtkirche: Arved von Oettingen (2. Vorsitzender FV Stadtkirche) und Pfarrerin Rosemarie Kremmer. © Wolf-Arthur Kalden/NH

Mit dem Handy können Besucher mehr über Orgel, Altar und mehr in der Stadtkirche erfahren. Möglich gemacht hat das eine Spende des Rotary-Clubs Rotenburg-Melsungen.

Wanfried – Mit einem QR-Code-System (siehe Hintergrund) können sich die Besucher der Evangelischen Kirche zu Wanfried nun über die Einrichtung der Kirche informieren. „Überall dort, wo ein interessanter Gegenstand ist, wird darauf über einen auf ein kleines Eichenholzschildchen gedruckten QR-Code hingewiesen“, erklärt Wolf-Arthur Kalden.

Der Vorstand des Kirchenfördervereins hatte eine ähnliche Idee in einer Kirche in Ziegenhain (Schwalm-Eder-Kreis) entdeckt und sich für das Gotteshaus in Wanfried inspirieren lassen.

Einige Codes führen zu einer Tonspur

So kann man dank der QR-Codes Details über die Patronatsloge, die Orgel, die alte Heizung und vieles mehr erfahren. Einige Codes halten sogar noch eine kleine Überraschung bereit: Scannt man beispielsweise das Schild für die Orgel, so kann man eine Audiospur abspielen und den Kantor hören, wie er die Wanfrieder Orgel spielt.

Ruft man die Informationen zu den Kirchenglocken ab, so kann man sich das Geläut auf dem Handy anhören, berichtet Kalden und führt vor, wie einfach es ist.

In der Kirche selbst sind 12 QR-Codes klein und dezent angebracht, sodass sie das Kirchenbild nicht stören. „Es war uns wichtig, dass hier keinen Kunststoffplaketten hängen und sich die Codes gut ins Kirchenbild einfügen“, sagt Kalden. Die Farbgebung sei dabei gar nicht so einfach gewesen. „Ist die Holzlackierung zu rotstichig, kann das Handy den Code nicht lesen“, erklärt er und weiß, wovon er spricht, war er schließlich viele Jahre Chef der Druckerei in Wanfried.

Mit dem Smartphone können die unauffälligen QR-Codes in der Stadtkirche gescannt werden. Der Code führt dann zu Informationen über die jeweilige Station.
Mit dem Smartphone können die unauffälligen QR-Codes in der Stadtkirche gescannt werden. Der Code führt dann zu Informationen über die jeweilige Station. © Theresa Lippe

„Wir hatten es auch zunächst mit dunkelbraunen QR-Codes auf dem Holz versucht, aber auch das funktionierte nicht. Die sahen zwar eleganter aus, aber auch mit schwarzem Aufdruck sind die Holzplaketten wirklich schön geworden.“ Die Holzplättchen wurden in Schweden produziert, berichtet er weiter. Kaum war das Problem mit der passenden Lack- und Aufdruckfarbe gelöst, stand man in der Wanfrieder Kirche vor der nächsten Herausforderung.

„Natürlich mussten die Plättchen so angebracht werden, dass sie beim Entfernen die Kirchenwände, den Altar und so weiter nicht beschädigen.“ Nun wurden sie an der Rückseite mit besonderen Klebestreifen befestigt, „sitzen bombenfest und können trotzdem ohne Rückstände und Schäden wieder entfernt werden“, sagt Kalden.

Virtueller Rundflug um die Kirche

Doch nicht nur in der Kirche wurden QR-Codes angebracht. Links neben der Kirchentür findet der Besucher selbst bei geschlossener Kirche zwei Codes.

Der größere von beiden öffnet eine Beschreibung des Gebäudes und der Besucher kann einen virtuellen Rundflug um und über die Kirche machen. „Da hat mein Schwiegersohn mit seiner Drohne tolle Aufnahmen gemacht“, sagt Kalden. Den Rundflug könne man künftig auch noch je nach Jahreszeit aktualisieren.

Ebenso wird über den einen zweiten, kleineren QR-Code am Eingang auf Gottesdienste und Veranstaltungen hingewiesen – beim Scannen des Codes wird man direkt zum Veranstaltungskalender auf der Kirchenwebsite geleitet. Benötigt wird dazu ein Smartphone mit einer Codelese-App, die kostenfrei aus dem Netz heruntergeladen werden kann.

Rund 1800 Euro hat das Projekt QR-Code gekostet. Das System mit der dahinter liegenden Website wurde vom Rotary-Club Rotenburg-Melsungen dem Förderverein Stadtkirche zu Wanfried und der Gemeinde geschenkt.

Von Theresa Lippe

Das ist ein QR-Code

QR-Codes (Quick Response Codes) enthalten beispielsweise Internetadressen und Texte. Für Smartphones gibt es Apps, mit denen man die Codes entschlüsseln kann, manche Handys können dies aber auch ohne App und direkt über die Kamerafunktion. Der Code wird aufgenommen und die entsprechende Aktion automatisch ausgeführt. So landet man in Wanfried beim Veranstaltungskalender oder Infotexten.

(tli)

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