Angelhaken verschluckt

Rettungsaktion bei Schwebda: Feuerwehr und Tierarzt retten einem Schwan das Leben

Schwebdas Wehrführer Mario Siegel und Feuerwehrkamerad Lasse Vopicka assistierten dem Tierarzt Wilhelm Kalden bei der Behandlung des Schwans.
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Der Schwan ist wohl auf: Schwebdas Wehrführer Mario Siegel und Feuerwehrkamerad Lasse Vopicka assistierten dem Tierarzt Wilhelm Kalden bei der Behandlung des Schwans.

Ein Schwan verschluckt einen Angelhaken und verwickelt sich in Angelschnur: Die Feuerwehr Schwebda und der Wanfrieder Tierarzt Kalden retteten ihm das Leben.

Wanfried/Schwebda – Es war eine Rettungsaktion mit einem glücklichen Ende: Die Freiwillige Feuerwehr Schwebda, die Polizei Eschwege und der Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden haben am Donnerstag einen Schwan in höchster Not gerettet. Denn er hatte einen Angelhaken verschluckt, die Angelschnur samt Schwimmer hatte sich um seinen Körper und seine Zunge gewickelt, wie Schwebdas Wehrführer Mario Siegel beschreibt.

Passanten hatten das Schwanenweibchen am Donnerstag in den Angelteichen am Grebendorfer Hüttchen entdeckt und die Polizei gerufen. Da der Schwan aber noch zu weit weg vom Ufer war, rief die Polizei die Feuerwehr zur Unterstützung. Sie rückten mit acht Kräften, einem Einsatzfahrzeug und einem Boot an. Das Boot wurde letztendlich aber nicht gebraucht, erklärt Siegel, denn über einen umgestürzten Baum im Wasser kamen sie nahe genug an den Schwan heran.

Angelschnur schnürte die Zunge des Schwans ab

Die Feuerwehrleute zogen das Tier vorsichtig ans Ufer und befreiten ihn dort direkt von dem Gröbsten. Die Angelschnur hatte sich um Flügel und Füße gewickelt. Der Schwan wehrte sich stark. Zudem schnürte die Schnur die Zunge des Schwans ab, augenscheinlich hatte er auch den Angelhaken verschluckt. Das war nicht ungefährlich. „Angelschnüre können sehr leicht das Gewebe zertrennen“, erklärt Siegel.

Der Schwan hatte sich in einer Angelschnur verfangen und sie auch um die Zunge gewickelt.

Mit einer Decke über dem Kopf, damit sich der Schwan etwas beruhigen konnte, fuhren vier Feuerwehrleute im Einsatzfahrzeug nach Wanfried zur Praxis vom Tierarzt Wilhelm Kalden. Der Schwan saß mit auf der Rückbank. Die übrigen vier Feuerwehrleute wurden von der Polizei mitgenommen.

„Hier war ein Großaufgebot von Feuerwehr in meiner Praxis“, erzählt Kalden. Im Behandlungsraum befreite er den Schwan von der restlichen Angelschnur. Wehrführer Siegel und Feuerwehrkamerad Lasse Vopicka assistierten dem Tierarzt dabei. Kalden hat den Schwan geröntgt, ein kleiner Rest des Angelhakens befand sich noch im Magen, wie er herausfand.

Dieser würde seinen Weg aber von allein wieder hinausfinden, weiß der Tierarzt. Eine weitere Operation sei daher nicht nötig. Der Tierarzt hat seinem Patienten noch eine Antibiotikumspritze verabreicht und entließ ihn aus der Praxis. „Er wird es überleben und wieder gesund werden“, sagt Kalden. Im Löschfahrzeug brachten die Feuerwehrleute den Schwan schließlich zurück ans Wasser – dieses Mal wurde er jedoch am Werratalsee in Schwebda ausgesetzt, fern von den Angelplätzen.

Zurück in Freiheit: Nach der Rettungsaktion wurde der Schwan am Werratalsee wieder ausgesetzt.

Die Rettungsaktion war für alle ein Feuerwehreinsatz der besonderen Art – mit einem glücklichen Ende für den Schwan. „Zum Schluss war er sehr handzahm“, sagt Siegel. „Man konnte förmlich die Dankbarkeit des Tieres auf dem Rückweg zum Werratalsee spüren. Jeder war froh und stolz, helfen zu können.“ (Von Jessica Sippel)

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