Baufälliger Aussichtsturm

Für die Sanierung des Wanfrieder Plesseturms sind 160.000 Euro zusammengekommen

Der Plesseturm in weißer Pracht: Der 21 Meter hohe Turm an der hessisch-thüringischen Grenze ist ein beliebtes Wanderziel.
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Der Plesseturm in weißer Pracht: Der 21 Meter hohe Turm an der hessisch-thüringischen Grenze ist ein beliebtes Wanderziel.

Die lang ersehnte Sanierung des baufälligen Plesseturms bei Wanfried lässt nicht mehr lange auf sich warten. Der Förderverein hat innerhalb von zwei Jahren 160.000 Euro gesammelt.

Wanfried - Wie Uwe Roth, Vorsitzender des Fördervereins Plesseturm jetzt mitgeteilt hat, sind satte 160 000 Euro an Spenden zusammengekommen. Mehr als 100 Vereinsmitglieder aus Hessen und Thüringen setzen sich gemeinsam für den Erhalt des beliebten Ausflugziels an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein.

Wie geht es nun weiter? Die Stadt Wanfried, in deren Besitz sich der Turm befindet, wurde vom Verein in dieser Woche bereits darüber informiert, dass der Großteil des Geldes nun beisammen ist. „Die zuständigen Gremien müssen der Sanierung nun noch offiziell zustimmen“, erklärt Uwe Roth. Zudem müsse man sich mit Hessen-Forst besprechen, auf dessen Grund und Boden der Plesseturm steht.

„Außerdem brauchen wir das Einverständnis der Oberen Naturschutzbehörde, damit wir in diesem Gebiet arbeiten dürfen.“ Denn damit sind stets Lärm und Fahrzeuge im Wald verbunden. Die Behörde teile dann ein festes Zeitfenster zu, in dem die Sanierung stattfinden darf. „Wir hoffen, dass wir den Turm im Herbst feierlich eröffnen können“, sagt Roth mit Blick auf die Coronakrise. Alle Beteiligten hätten bereits ihre Unterstützung signalisiert, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Ursprünglich wurden die Kosten mit 120 000 Euro veranschlagt. Doch der Turm verwitterte seit der Gründung des Fördervereins 2018 weiter. Bau- und Materialkosten sind inzwischen ebenfalls gestiegen. Daher wird laut Roth eine Summe von 170 000 Euro gebraucht. „Wir sind ganz nah dran, den Rest bekommen wir in den nächsten Monaten auch noch zusammen“, ist er sich sicher.

Einen Teil tragen unter anderem die Mitgliedsbeiträge des Vereins. „Der Löwenanteil der 160 000 Euro kommt von Privatpersonen, denen der Turm am Herzen liegt. Das macht mehr als die Hälfte aus und ist eine Mordsleistung“, betont Roth. Allein 25 000 Euro seien durch die Spendenaktion zusammengekommen, bei der einzelne Bauteile des Turms verkauft wurden. Außerdem gebe es einen privaten Großspender, der 20 000 Euro gegeben hat. „Aber auch die vielen kleinen Beträge haben zusammengetragen viel ausgemacht“, sagt Roth.

10 000 Euro kämen zudem aus einer Sparkassenförderung. Vor Weihnachten seien auch Spenden von ansässigen Firmen hinzugekommen. 50 000 Euro werden aus Bundesmitteln beigesteuert, nachdem sich Gebhard gemeinsam mit Roth und dem Bürgermeister der Landgemeinde Südeichsfeld Andreas Henning in einem an den Ministerpräsidenten Volker Bouffier adressierten Schreiben für den Plesseturm ausgesprochen hat. „Der Turm ist ein Relikt deutsch-deutscher Gesichte, den wir für zukünftige Generationen erhalten müssen“, verdeutlicht Gebhard. Mit Erfolg: Bouffier hat sich daraufhin im Haushaltsausschuss des Bundestages für eine Förderung des Plesseturms eingesetzt.

„Das ist eine einmalige Geschichte in Wanfried“, betont Gebhard. „Es ist phänomenal, dass sich ein Verein gegründet hat mit dem Ziel, die Stadt bei diesem Problem zu unterstützen. Und dann schon zwei Jahre später auf uns zukommt und sagt: Wir haben das Geld zusammen, es kann losgehen.“ Das sei auch deshalb so bemerkenswert, weil die Stadt sich zum Zeitpunkt der Schließung des baufälligen Plesseturms durch die Dekra noch unter dem Schutzschirm befand und die Finanzierung selbst nicht stemmen konnte. „Ich bin sehr stolz, dass das nun gelungen ist.“ (Jessica Sippel)

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