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Schattentheater in Aue: „Die Freischützdenker“

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Die Kulisse des Schattentheaters von „Die Freischützdenker“.
Die Kulisse des Schattentheaters von „Die Freischützdenker“. © felix rockenkamm

Ein Künstlerpaar spielt die mögliche Entstehungsgeschichte des „Freischütz“ mit Scherenschnittfiguren. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Aue – Eine der wohl erfolgreichsten deutschen Nationalopern ist „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. In Aue wurde eine mögliche Entstehungsgeschichte des Stücks nun als Schattentheater unter dem Namen „Die Freischützdenker“ aufgeführt.

Das Künstlerpaar

Teresa Benzner studierte Tiermedizin und lebt in Sachsen. Die 35-Jährige übt das Schattentheaterspielen als Zweitberuf aus. Hauptberuflich ist sie in der Tiermedizin tätig.

Benjamin Löffler ist 46 Jahre alt und kommt gebürtig aus Halle (Saale). Seit fünf Jahren lebt er ebenfalls in Sachsen. Ab dem Jahr 1998 befasst er sich ausgiebiger mit dem Theater. Auf die Frage wie lange die beiden ihr Handwerk noch ausüben wollen, antwortete Benzner: „Zwei bis drei Jahre werden wir dies auf jeden Fall noch machen, aber es kommt natürlich auch darauf an wie lange die Zuschauer unsere Kunst durch Besuche unterstützen.“

Das Handwerk

Beim Schattentheater wird eine Geschichte erzählt, indem Schatten auf eine Fläche geworfen werden. Im Falle von Benzner und Löffler wird der Dialog, die Musik und die Akustik der ausgewählten Opernszene des Freischütz über Lautsprecher abgespielt; das Geschehen zeigen die beiden auf der Leinwand.

Zwischen den Szenen erwecken die beiden kunstliebenden Visionäre einen möglichen Verlauf des Gesprächs von Carl Maria von Weber und Carl Graf von Brühl auf Schloss Seifersdorf zum Leben. Dieser Dialog handelt Überlieferungen zu Folge von einem Wunsch nach Erneuerung der Kunst Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses Gespräch bildet den Rahmen für das Scherenschnitttheater.

Das Künstlerpaar: Benjamin Löffler und Teresa Benzner.
Das Künstlerpaar: Benjamin Löffler und Teresa Benzner. © Privat

Die Vorführung der beiden dauert ungefähr 90 Minuten. „Das Schattentheater ist eine tolle Form der Unterhaltung; es ist ein kleiner intimer Kreis“, schwärmt Löffler über sein Handwerk und die Zuschauerschaft. Das Rittergut Aue bot pro Veranstaltung Platz für rund 45 Zuschauer.

Die Kulisse

Die Kulisse (siehe Foto) ist in Eigenregie entstanden. Rund ein dreiviertel Jahr dauerte die Fertigung. Mit viel Improvisationskunst und Kreativität entstand das Bühnenbild aus Materialien aus dem Baumarkt.

„Das ist alles aus unseren Ideen entstanden, wir sind schon etwas stolz drauf. Die Mechanik und der Aufbau der Figuren muss schon unser kleines Geheimnis bleiben dürfen“, sagt Löffler mit einem Augenzwinkern.

Eine 15 Meter lange Rolle aus einer Art Pergamentpapier dient als Projezierfläche der Handlung. Dort sind ebenfalls die nicht zu bewegenden, aber für die Handlung wichtigen Dinge aufgeklebt.

Die Figuren

Die Figuren sind ebenfalls von Benzner und Löffler selbst angefertigt. Für den Freischütz sind es rund 20 zuspielende Figuren. Dabei handelt es sich nicht um 20 verschiedene Charaktere, denn einige Charaktere der Oper sind in verschiedenen Aufmachungen und Größen erstellt worden.

Die Figuren an sich sind sehr vielfältig: manche können sogar den Mund, die Hände, die Arme und die Beine gleichzeitig bewegen. Aber bei solch umfangreichen Bewegungen muss diese eine Figur von beiden Künstlern gespielt werden. Denn die Bewegungen der einzelnen Gelenke der Figuren folgt über kleine verschiebbare Plastikstreifen. Sie müssen immerhin nicht festgehalten werden. Auf der Rückseite der Kulisse ist unterhalb des Bühnenbildes eine Metallplatte angebracht, an welcher die Unterseite der Figuren mit Magneten festgehalten werden. Von Felix Rockenkamm

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