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Sie schreiben Hymnen für ihre Heimat Wanfried

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Von: Theresa Lippe

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Die Wanfrieder Band „Kloweskenner“ Niklas Schein (links, 30) Thilo Vogt (41) machen zusammen Musik mit viel Lokalpatriotismus.
Die Wanfrieder Band „Kloweskenner“ Niklas Schein (links, 30) Thilo Vogt (41) machen zusammen Musik mit viel Lokalpatriotismus. © privat

Die Wanfrieder Niklas Schein und Thilo Vogt machen Musik mit Texten über ihre Heimat.

Wanfried – „Unsere Heimat Wanfried ist ein Teil von uns“, sagen die beiden Freunde Thilo Vogt (41) und Niklas Schein (30). Gemeinsam machen sie unter dem Namen „Kloweskenner“ Musik mit viel Lokalpatriotismus.

Bisher hat das Singer-Songwriter-Duo drei Lieder veröffentlicht, einige neue seien aber bereits in Arbeit. Den größten Erfolg und die meiste Reichweite konnte das Wanfrieder Duo mit ihrer Ode an den Plesseturm erreichen. „Ein Teil von uns“ heißt das Lied, in dem sie Wanfrieds Wahrzeichen besingen. „Bis zum Plesseturm und zurück, das ist unser schönstes Stück. Vom steilen Schwindelpfad, ins Werratal hinab: ein Privileg, ein Segen“, singen die Freunde und begleiten sich dabei selbst auf der Gitarre.

Sie schreiben Hymnen für ihre Heimat

Beide haben sich das Gitarrespielen selbst beigebracht: „Niklas hat das autodidaktisch aber doch deutlich besser verfeinert als ich“, sagt Vogt scherzend. Schein hätte die Coronazeit genutzt, um seine Fähigkeiten auf der Gitarre zu verbessern.

Mit kratziger Charakterstimme hört man den 41-jährigen Vogt in den Liedern der „Kloweskenner“ von seiner Heimat singen. Er ist es auch, der zum Großteil die Texte schreibt. „Es hilft aber auch sehr, dass Niklas Germanistik studiert hat. Wir ergänzen uns da sehr gut und er hat viele Vorschläge, wie man meine Texte noch optimieren und ihnen den letzten Schliff geben kann.“

Ode an den Plesseturm: Wanfrieder machen Musik mit Regionalpatriotismus

Perfekt dazu ergänzt Schein mit seiner warmen Stimme und gekonntem Gitarrenspiel seinen Bandkollegen. „Dass unser Lied über und für den Plesseturm so großen Anklang findet, freut uns sehr“, sagt der 30-Jährige. Besonders ältere Wanfrieder hätten berichtet, dass das Lied bei ihnen Gänsehaut und auch mal eine Träne im Auge verursacht hätte. „Wir Wanfrieder sind einfach ein rührend sonderbares Völkchen“, so Vogt. Dass ihr Lied so gut ankommt, mache die beiden Freunde schon stolz. Ihre Ode an den Plesseturm und die Region gab es seit Veröffentlichung sogar schon bei Partys in Wanfried und Handballspielen des VfL gespielt worden.

Ganz nach dem Motto „Gut Ding will Weile haben“, planen die Kloweskenner im Laufe des Jahres noch zwei weitere Lieder aufzunehmen – immer mit Unterstützung ihrer Freunde. „Wir hetzen uns da nicht, wir machen einfach gerne zusammen Musik und hoffen irgendwann in Kombination mit Coversongs live auftreten zu können“, sagt Vogt.

Hymne für die Heimat: Wanfrieder machen Musik mit Texten über die Region

Beim Schreiben ihrer Lieder „sprudelt Magie“, beschreibt der 41-Jährige sein Hobby. Das Erschaffen von Melodie und Texten sei eine Entwicklungsreise, sind sich die beiden einig.

Neben ihrem Lied „Ein Teil von uns“ haben die Kloweskenner noch die Songs „Über den Dorscht“ und „Wirte der Stadt“ veröffentlich. In beiden geht’s ums gemeinsame Trinken und Feiern: „Das ist während der Coronazeit einfach zu kurz gekommen“, so Vogt. So sei „Wirte der Stadt“, gedichtet auf die Melodie vom Klassiker „Countryroads“, ein Lied für die Wirte in Wanfried und dem ganzen Werra-Meißner-Kreis. „Wir wollten unsere Unterstützung für die Wirte zeigen und der Sehnsucht nach Kneipengängen ein Ventil geben“, beschreibt Schein das Lied.

Die Kloweskenner

Der Name „Kloweskenner“ sei Wanfrieder Mundart, erklärt Schein. So ist Klowes die mundartliche Form des Nikolaus. Schein: „Kenner bedeutet einfach Kinder.“ Die Idee dazu kam ihnen, da an Wanfrieds Hotel „Zum Schwan“ in ihrer Kindheit schon ein Klowesfigur stand. Er gilt als Schützer der Kinder in Wanfried.

Kennengelernt haben sich die Freunde vor vielen Jahren, als sie gemeinsam in Wanfried Handball gespielt haben. Beide hatten zwischendurch die Heimat verlassen, sind nun aber zurück: Niklas Schein lebt mit seiner Partnerin inzwischen in Eschwege. Thilo Vogt ist mit seiner Frau und drei Töchtern zurück nach Völkershausen gekehrt. Gemeinsam machen sie außerdem noch mit Markus Winkler und Carsten Otto in der Band „Die Spätschicht“ Musik. (Theresa Lippe)

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