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Liebesgeschichte führt Paar durch halb Europa – Jetzt wollen sie Wurzeln schlagen

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Von: Jessica Sippel

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Elvis Duspara und Fanni Maijlinger erzählen ihre Liebesgeschichte, die sie quer durch Europa nach Heldra führte.
Elvis Duspara und Fanni Maijlinger erzählen ihre Liebesgeschichte, die sie quer durch Europa nach Heldra führte. © Jessica Sippel

Kroatien, Ungarn, Österreich, München: Ihre Liebesgeschichte führt sie durch halb Europa, nun will das Paar in Wanfried-Heldra Wurzeln schlagen.

Heldra – Mehrere Umwege haben dazu geführt, dass Elvis Duspara und Fanni Maijlinger im kleinen Wanfrieder Stadtteil Heldra gestrandet sind. Das Liebespaar, das zuvor in München gelebt hat, will im Werra-Meißner-Kreis nun sesshaft werden. Aber ihre gemeinsame Geschichte beginnt geografisch viel weiter unten auf der Karte.

Die Ungarin und der Kroate lernten sich 2017 im österreichischen Lech (Vorarlberg) kennen, als beide in einem Hotel gearbeitet haben. Er war Pizzabäcker, sie war Zimmermädchen. Ihre gemeinsame Sprache ist Deutsch, da keiner von beiden die Muttersprache des anderen beherrscht. „Anfangs konnte ich gar kein Deutsch“, sagt Elvis Duspara. Heute klappt es schon ziemlich gut. Ihre Deutschkenntnisse wollen die beiden aber weiter ausbauen. Elvis – kein gewöhnlicher Name. Nicht für den Werra-Meißner-Kreis und auch nicht für Kroatien. „Meine Mutter war ein großer Elvis-Presley-Fan“, sagt der Namensträger mit einem Schulterzucken. Er lacht.

Paar verliebt sich in Österreich – Ihre Reise führt nach Heldra

In Österreich war die heute 32-jährige Fanni Maijlinger zuerst skeptisch gegenüber dem Muslim. „Ich wusste nichts über die Religion, aus der Heimat kannte ich nur Vorurteile“, erinnert sie sich. Sie lernten sich besser kennen und verliebten sich schnell. „Ich habe gelernt, dass Religion keine Rolle spielt“, sagt Fanni Maijlinger.

Bald aber war die Saison für die beiden in Österreich vorbei, Fanni Maijlinger ging zurück nach Ungarn. Sie trennten sich vorübergehend – aber nur räumlich. Sie wollten auswandern, sich ein gemeinsames Leben in Deutschland aufbauen. Es zog sie nach München. Über einen Bekannten arbeitete Elvis Duspara zunächst für eine Heizungs- und Sanitärfirma als Montagehelfer, später arbeitete er als Helfer in der Altenpflege.

Fanni Maijlinger, die in Kroatien nach dem Abitur eine Ausbildung im Baugewerbe gemacht hat, arbeitete in München zunächst in einer Fabrik. Drei Jahre blieb das Paar in der Großstadt.

Paar findet Haus im Werra-Meißner-Kreis

Und wie landet man dann im Werra-Meißner-Kreis? Das Paar wollte in Deutschland Wurzeln schlagen, ein Haus kaufen und dem Trubel der Großstadt entkommen. „In München ist es unmöglich, ein Haus zu kaufen. Das ist viel zu teuer“, weiß Elvis Duspara. Sie suchten deutschlandweit. Ziemlich genau in der Mitte der Bundesrepublik wurden sie fündig, in Heldra stand ein Haus mit Scheune und Garten zum Verkauf. „Das Haus und die Lage haben uns gleich gut gefallen, auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben“, sagt Fanni Maijlinger, die gerne malt. Ihr Kunstwerke zieren die Wände des Wohnzimmers.

„Wir mögen die Ruhe und die Natur, mit Eschwege, Wanfried und Mühlhausen haben wir trotzdem Stadtnähe und potenzielle Arbeitsorte direkt in der Nähe“, sagt das Paar. Fanni arbeitet derzeit in Treffurt in einer Tabakfabrik, Elvis Duspara ist zunächst befristet bei DHL im thüringischen Norah angestellt.

Der große Traum vom Pizzabacken im Hinterhof

Früher oder später möchte der 39-Jährige in Heldra aber einen anderen großen Traum verwirklichen: „Ich möchte in unsere Scheune einen Steinofen bauen und die umliegenden Orte mit frischer Pizza beliefern.“ Pizzabacken war stets seine Leidenschaft. Bisher ist dies zwar eher ein Wunsch, einen konkreten Plan über das Wann und Wie hat er noch nicht. Den Steinofen hat er aber schon genau vor Augen, ebenso wie den Ausbau der Scheune. „Elvis ist der beste Pizzakoch“, sagt Fanni Maijlinger. Und was ist sein Geheimnis? Sie ist sich sicher: „Sein Herz“. (Jessica Sippel)

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