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Stadt Wanfried wird für Ausbau der Krippengruppe DGH Altenburschla umbauen

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Von: Theresa Lippe

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In Altenburschla soll das DGH für eine Krippengruppe ausgebaut werden. symbol
In Altenburschla soll das DGH für eine Krippengruppe ausgebaut werden. © Jans Büttner/dpa

Wanfrieds Nachwuchs braucht Platz für Betreuung. In einer Krippengruppe, die in das Dorfgemeinschaftshaus einziehen soll, können insgesamt zwölf Kleinkinder betreut werden.

Wanfried – Stand heute seien bereits zehn Kinder angemeldet, die bis Juni einen rechtlichen Anspruch auf einen Krippenplatz in Altenburschla haben, informiert Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Der Kirchenkreis Werra-Meißner hatte der Gemeinde Wanfried die Wirtschaftspläne für die drei Kindertagesstätten vorgelegt. Auch die Krippengruppe, die im DGH Altenburschla entstehen soll, wird in diesem Plan berücksichtigt. Das Projekt werde etwa 130 000 Euro kosten, so Gebhard. Das verärgert vor allem die FWG-Fraktion.

Die Forderungen der FWG

Fraktionsvorsitzender Reiner Graf hatte ein Schreiben an die Stadtverordneten gerichtet, in dem er Vorschläge aufzeigte, wie der Umbau aus seiner Sicht kostengünstiger gestaltet werden könne. So wollte Graf die Kostenreduzierung unter anderem dadurch erwirken, dass Fraktionskollege Helmut Pippart und er selbst die Bauaufsicht übernehmen. Unterstützen sollten sie in dem Vorschlag drei Helfer des Bauhofs – täglich vier Stunden bis Bauende – alternativ auch Helfer aus den Parteien oder über einen öffentlichen Aufruf.

Reiner Graf
Reiner Graf, FWG Wanfried © Wilhelm Gebhard, Bürgermeister

„Da muss ein Krippenstandort für die Übergangszeit von drei bis fünf Jahren bei geschätzten Kosten von 98 000 Euro umgerüstet werden“, ärgert er sich. Graf argumentiert: „Eigenleistungen einfachster Art wie Tapezieren und Auslegen des Fußbodens sind nicht erlaubt und erwünscht – würden der Stadt aber viel Geld sparen.“ Im gleichen Atemzug kritisiert er, dass der Dämmstandart im DGH nicht modernen Standards entspreche, und die Kleinkinder „auf einem kalten Fußboden spielen müssen“.

Die Reaktionen des Magistrats

„Die Stadt Wanfried steht grundsätzlich immer für innovative Projekte und hat auch in der Vergangenheit bereits Eigenleistungen mit dem Ziel der kostengünstigeren Realisierung von Vorhaben umgesetzt. Für solche Vorhaben bedarf es jedoch einer seriösen Basis“, erklärt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Er gibt gleich eine ganze Liste an Gründen, weshalb Grafs Vorhaben als gefährdet gesehen wird.

Die grundsätzliche und in der Art erhebliche Kritik an Vorbereitung, Ausarbeitung und Umsetzung von Investitionsmaßnahmen sei keinesfalls so zu akzeptieren. „Für die Errichtung einer Krippengruppe bestehen Anforderungen an den Brand- und Arbeits- und Unfallschutz, sowie das allgemeine Baurecht, das besondere Baurecht der frühkindlichen Erziehung, sowie energetische Betrachtungen“, erläutert Gebhard. Eine entsprechende Sicherstellung sei nur durch fachkundige Betreuung zu gewährleisten.

Wilhelm Gebhard, Bürgermeister
Wilhelm Gebhard, Bürgermeister © Privat

Auch die Forderung der Bereitstellung von drei Bauhof-Mitarbeitern sei „vollkommen unrealistisch“, da diese bereits jetzt ausgelastet seien. Ein Aufruf nach Helfern aus Gemeinde und Fraktion sei ein entgegengesetzter Widerspruch, den Umbau zeitnah fertig zu kriegen. „Hoher Koordinationsaufwand, fehlendes Fachwissen, unverbindliche Inanspruchnahme und drohende Konflikte sind bei einer solchen kurzfristigen Vorgehensweise zu erwarten“, sagt Gebhard weiter. Denn die zeitliche Umsetzung orientiere sich an der aktuellen Bedarfslage und dem damit verbundenen Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung. Ein Abweichen der Vorgehensweise könne den Zeitplan gefährden.

Einer Prüfung der Dämmmaßnahmen sei bereits in der Stadtverordnetenversammlung im September zugesagt worden. Gebhard erklärt: „Die Dämmung der Kriechkellerdecke des DGHs würde Kosten zwischen 15 000 Euro und 20 000 Euro netto, zuzüglich Baunebenkosten und die Auskämmung von Heizkörpern Kosten zwischen 15 000 Euro und 18 000 Euro netto, zuzüglich Baunebenkosten, verursachen.“

Die weiteren Planungen

„Der Architekt ist beauftragt, die Bauarbeiten starten in Februar oder März, damit wir bis Mai fertig sind.“ Unter anderem müssen die sanitären Anlagen im 1. OG des Gebäudes saniert werden. Denn die Toiletten im Erdgeschoss im Zwischenflur werden künftig von der Krippengruppe genutzt. „Aus hygienischen Gründen dürfen diese Sanitäranlagen dann nicht mehr von anderen Nutzern besucht werden“, erklärt der Bürgermeister.

Aktuell werden die Toiletten im Erdgeschoss noch von den Sportlern genutzt, die im Sport- und Bewegungsraum des TSV Altenburschla aktiv sind. „Für sie gibt es dann die sanierten Anlagen ein Stockwerk höher.“ Gebhard: „Eine barrierefreie Sanitäranlage wird es natürlich trotzdem geben.“ (Theresa Lippe)

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