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Steinblöcke für den Frieden in Wanfrieder Friedensfabrik

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Von: Theresa Lippe

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Alte Brückenbausteine aus grauem Beton mit verrostetem Metall
Kunstprojekt für den Frieden: Brückenbausteine aus Köln werden auf dem Hof des Friedensprojekts Wanfried ausgestellt. © Lippe, Theresa

In der Internationalen Friedensfabrik Wanfried wird aktuell eine Kunstinstallation aufgebaut, die aus alten Brückenbausteinen besteht. Zukünftig sollen hier Gesprächs- und Diskussionsrunden stattfinden.

Wanfried – Noch namenlos sei das neue Kunstprojekt in der internationalen Friedensfabrik Wanfried, sagt Betreiber Wolfgang Lieberknecht, die Absicht hinter dem Projekt sei jedoch klar: Diskussionen und Gespräche fördern, die zur Lösung internationaler Konflikte beitragen könnten.

Die Installation

Dafür werden die zwölf Brückenbausteine im Fabrikhof in einem Kreis angeordnet, später folgen noch weitere Elemente. Für die geplanten Gespräche und Diskussionen will Lieberknecht „auch Gästen, die eine Meinung abseits des Mainstreams haben“, einladen.

Die abgerissene Kölner Brücke, von der die Steinblöcke stammen, sei schon zu Zeiten Kaiser Wilhelms in Betrieb gewesen, erklärt der Künstler Rolf „Ketan“ Tepel. „Diese Steine waren Zeuge und Träger der deutschen Geschichte“ erklärt er. In beiden Weltkriegen sei die Brücke ein wichtiger Verkehrsknoten in Köln gewesen.

Das Ziel

Der Aussteiger, der die „WeltFriedAkademie“ betreibt und das Kunstwerk kostenlos an die Friedensfabrik auf unbestimmte Zeit ausleiht, will jedoch, dass die Installation unabhängig von ihm und seiner Person betrachtet und genutzt werden. Dies betont auch Wolfgang Lieberknecht, der das Ziel der Friedensfabrik auf seiner Website wie folgt benennt: „Kriege verbannen, alle Konflikte friedlich lösen und menschwürdige Lebensbedingungen weltweit für alle schaffen“.

Und auch wenn die Brückenbausteine und die folgenden Gesprächsrunden ein Zeichen für den Frieden setzen sollen und das Projekt unabhängig vom Künstler wahrgenommen werden soll, steht der Künstler Rolf „Ketan“ Tepel seit längerer Zeit schon in der Kritik.

Der Künstler

In den vergangenen Monaten wurde er im Internet und in den sozialen Medien scharf angegangen. Immer wieder wird ihm vorgeworfen, in Kommentaren problematische und extreme Inhalte auf seinem öffentlichen Facebook-Profil zu teilen, das für alle einsehbar ist. Tepels Kritiker haben eigens eine Facebook-Seite angelegt, auf der sie Screenshots seiner Beiträge teilen, wenn Tepel in ihren Augen rechte Hetze auf seinem Social-Media-Profil verbreitet.

Auf Tepels Profil finden sich tatsächlich Beiträge, die nicht außer acht gelassen werden dürfen. So teilt er beispielsweise regelmäßig Posts der AfD und kommentiert diese gutheißend mit „Was kann ich dafür, dass mir aus dem parteipolitischen Raum fast nur noch die Fragen und Wortbeiträge aus der AfD wahrhaftig, plausibel, durchdacht und richtig erscheinen?“ (10. Mai) oder einen Beitrag von „KenFM News“, dem ehemaligen Journalisten und inzwischen als Verschwörungsmystiker bekannten Ken Jebsen (31. Mai). Deutschland bezeichnet er regelmäßig als „Täuschland“, Bundes- und Außenministerin Annalena Baerbock betitelt er als „Ungeheuer“ (14. Mai). Immer wieder verbreitet er Videos des kontroversen Journalisten und Schweizer Politikers Roger Köppel.

Beim Abladen eines Brückenbausteins: Künstler Rolf „Ketan“ Tepel (links) mit Wolfgang Lieberknecht (Friedensfabrik) und dem Transporteur Ahmad Horika.
Beim Abladen eines Brückenbausteins: Künstler Rolf „Ketan“ Tepel (links) mit Wolfgang Lieberknecht (Friedensfabrik) und dem Transporteur Ahmad Horika. © Lippe, Theresa

Konträr dazu verbreitet Tepel eine Vielzahl an scheinbar spirituellen Videos und Beiträge der linksextremistischen Zeitung „junge Welt“ über vermeintliche Faschisten in der Ukraine. Dies ist nicht gleichzusetzen, zeigt jedoch auch, dass „Ketan“ sich scheinbar nicht nur Beiträge von einem politischen Extrem teilt.

Die Liste der kritischen Beiträge ist lang. Auf die Problematik angesprochen, sagt Wolfgang Lieberknecht von der Friedensfabrik Wanfried, dass sich seine Initiative deutlich von rechtem Gedankengut distanziere, Tepels Äußerungen den Sinn der Kunstinstallation nicht überschatten sollten und Tepel auf ihn im persönlichen Gespräch keinen antisemitischen Eindruck gemacht habe.

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