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Tag der Feuerwehrleute: Das ist die Brandschutzausrüstung

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Von: Theresa Lippe

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Feuerwehrmann in Brandschutzausrüstung
Benedikt Beckmann von der Freiwilligen Feuerwehr Wanfried präsentiert die Brandschutzausrüstung für einen Atemschutzgeräteträger. © Theresa Lippe

Um Leben zu retten, stürzen sie sich in die Flammen: heute wird der internationaler Tag der Feuerwehrleute gefeiert. Er ist zudem Gedenktag für den Heiligen Florian, den Schutzpatron der Feuerwehren. Wir stellen die Brandschutzausrüstung der Einsatzkräfte vor.

Achtung

Um die Brandschutzbekleidung mit Nummerierung zu sehen, bitte das Foto öffnen.

Wanfried – Den Tag der Feuerwehrleute nehmen wir als Anlass, die Schutzausrüstung zur Brandbekämpfung vorzustellen – Dafür waren wir bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wanfried. Stadtbrandinspektor Benedikt Beckmann präsentiert und erklärt gemeinsam mit Wehrführer Benjamin Kleinpeter die Ausrüstung nach Hessischer Feuerwehrbekleidungsordnung.

1 Helm und Flammschutzhaube

Der Helm schützt den Kopf vor allem vor herunterfallenden Schutt bei Bränden. Er ist aus besonderem Kunststoff gefertigt, das auch bei sehr hohen Temperaturen nicht schmilzt. Durch unterschiedliche Symbole wird außerdem Funktion, Qualifikation, Einheit und Wachnummer oder Dienstgrad der Einsatzkraft gekennzeichnet. Bei Benedikt Beckmann ist das ein roter Streifen, der rundherum um den Helm verläuft – er ist Stadtbrandinspektor.

Zudem ist auf beiden Seiten dieses Helms je ein roter Punkt. Er zeigt an, dass der Feuerwehrmann dazu berechtigt ist, ein Atemschutzgerät zu tragen.

Am hinteren Teil des Helms ist ein Nackenschutz befestigt, um die Haut vor Hitze oder Kälte zu schützen. Außerdem soll er verhindern, dass glühende Teile zwischen Helm und Kragen der Jacke fallen können.

Unter dem Feuerwehrhelm tragen die Einsatzkräfte eine sogenannte Flamm- oder Feuerschutzhaube. Diese ist aus feuerfesten und hitzebeständigen Textilfasern und soll vor Verbrennungen im Bereich der Ohren, des Halses und Nackens schützen.

Die Schutzhaube wird über der Atemschutzmaske getragen.

2 Atemschutzmaske

Dieser Teil der Ausrüstung dient primär zum Schutz der Atemorgane gegen Atemgifte. Die Atemschutzmaske wird an den Lungenautomaten, also eine Sauerstoffversorgung, angeschlossen. Die Sichtscheibe der Maske wird von einem speziellen Dichtrahmen eingefasst.

Damit keine Undichtheiten entstehen, müssen Feuerwehrleute Kinn- oder Backenbärte aus Sicherheitsgründen abrasieren. Auch das Tragen einer regulären Brille ist nicht möglich, da die Bügel ebenfalls dafür sorgen würden, dass die Maske undicht ist. Stattdessen gibt es spezielle Maskenbrillen, die ohne Bügel in die Maske geklemmt werden. An die Maske wird das Atemschutzgerät angeschlossen.

3 Atemschutzgerät

Etwa 20 Kilo wiegt die Atemschutzausrüstung. Sie besteht aus Schultergurten wie bei einem Rucksack, mit denen sich die Einsatzkraft den Lungenautomaten auf den Rücken schnallen kann. In der Sauerstoffflasche sind sechs Liter Sauerstoff. Je nach Einsatz und Anstrengung reicht das für etwa 20 bis 30 Minuten.

An den Schultergurten ist ein Druckmesser befestigt. So kann der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau den Druck der Flasche kontrollieren. Zudem gibt es eine Mitteldruck- und eine Manometerleitung. Auf dem Foto nicht zu sehen ist die Sauerstoffflasche. An ihr ist ein Druckminderer und eine Warneinrichtung angebracht.

4 Identifizierungsmarke

Bevor die Einsatzkräfte in die Flammen gehen, geben sie ihre Marken beim Einsatzleiter ab. Auf einem Anhänger aus Metall sind Standort der Feuerwehr, Name und Geburtsdatum des Retters oder der Retterin eingraviert. So hat die Leitung im Überblick, welcher Trupp gemeinsam im Einsatz ist; im schlimmsten Falle aber auch, wer nicht wie geplant aus dem Einsatz zurückgekommen ist.

Identifikationsmarke Feuerewhr
4 Identifikationsmarke © Theresa Lippe

5 Brandschutzjacke

Diese Jacke wird bei Innenbrandbekämpfung getragen. Das Obergewebe besteht aus Aramid-Fasern, das Futter aus einem dreidimensionalen Spezialgewebe. Dazwischen befindet sich eine Membran aus Goretext Feuerschutz. Sie schützt vor thermischer Belastung.

Die Jacke wird mit einem Reiß- und Klettverschlüssen verschlossen. Der sogenannte Panikreißverschluss lässt sich mit einem kräftigen Ruck nach oben am Halsbereich zügig öffnen. Er dient dazu, die Jacke so schnell wie möglich ausziehen zu können. Nach jedem Einsatz wird die kontaminierte Jacke gereinigt. Je nach Herstellervorgaben kann das sogar bei einer regulären Textilreinigung erfolgen.

6 Handschuhe

Damit die Hände sowohl vor Hitze und Flammen, als auch vor scharfkantigen Teilen geschützt sind, tragen die Feuerwehrleute Handschuhe aus feuerfestem, wasserdichtem Material.

7 Reflexstreifen

In Silber und gelb sind die Reflexstreifen an der Brandschutzbekleidung angebracht. Sie erhöhen die Sichtbarkeit der Feuerwehrleute. Einerseits reflektieren sie hell bei Lichteinstrahlung beispielsweise von Autoscheinwerfern – das ist bei Einsätzen in Dunkelheit im Straßenverkehr wichtig. Andererseits können die Einsatzkräfte ihre Kameraden in verrauchten Gebäuden auch besser sehen.

8 Brandschutzhose

Genau wie die Jacke, besteht die Brandschutzhose aus strapazierfähigem, schwer entflammbarem Stoff. Dieser ist gleichzeitig wasserdicht und atmungsaktiv. Es dauert durch die verschiedenen Lagen im Stoff sehr lange, bis die Hitze von außen durch Hose und Jacke ins Innere eindringt. Zusätzlich verfügt die Hose über Hosenträger. Sie dienen zum einen dem Tragekomfort, zum anderen der Sicherheit. Kriecht eine Einsatzkraft über den Boden, verrutscht die Hose nicht. Außerdem ist die Hose im Bereich der Knie gepolstert.

An Karabinerhaken und in den Taschen kann zusätzliche Ausrüstung mitgenommen werden.

9 Stiefel

Auch an das Schuhwerk der Feuerwehrleute werden besondere Anforderungen gestellt. Neben einer vorgeschriebenen Schafthöhe von 28 Zentimetern muss das Material schwer entflammbar und wasserdicht sein. Meist sind die Stiefel aus festem Leder. Eine Stahlkappe schützt vor herabfallenden Gegenständen.

Zusätzlich muss das Schuhwerk durchtrittsicher sein, um Verletzungen zu vermeiden. Ebenso muss die Sohle rutschhemmend sowie elektrisch isolierend und ableitfähig sein.

Das Anziehen des Anzugs dauert knapp 30 Sekunden.

Benedikt Beckmann, Stadtbrandinspektor

Was eine Einsatzkraft unter ihrer Schutzausrüstung trägt, ist nicht vorgeschrieben. Viele würden aber bequeme Kleidung wie eine Jogginghose bevorzugen. Generell sei wichtig, dass bei der Brandschutzausrüstung ein gewisser Tragekomfort vorhanden ist, erklären die zwei Feuerwehrmänner Beckmann und Kleinpeter. Denn die Einsatzkräfte müssen unter Extrembedingungen hohe körperliche Leistung erbringen.

Beckmann: „Das Anziehen des Schutzanzugs dauert ohne Atemschutzgerät knapp 30 Sekunden.“ Damit die Ausrüstung gut sitzt, werden die Feuerwehrleute vor Anschaffung der Bekleidung ausgemessen. So gibt es etwa drei verschiedene Ärmellängen zur Auswahl. Die Ausrüstungen sind für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet.

Von Theresa Lippe

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