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Helmut Zeuner ist seit 29 Jahren tragende Säule der VfL-Handballer

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Von: Harald Triller

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Die Hallenkasse auf dem Bistrotisch: Hier ist der ehrenamtliche Arbeitsplatz von Schatzmeister Helmut Zeuner bei Heimspielen der Wanfrieder Handballer. Der Fanschal und die VfL-Kappe dürfen dabei natürlich nicht fehlen.
Die Hallenkasse auf dem Bistrotisch: Hier ist der ehrenamtliche Arbeitsplatz von Schatzmeister Helmut Zeuner bei Heimspielen der Wanfrieder Handballer. Der Fanschal und die VfL-Kappe dürfen dabei natürlich nicht fehlen. © Harald Triller

Seit 29 Jahren gehört Schatzmeister Helmut Zeuner zu den tragenden Säulen der Handballabteilung vom VfL Wanfried. Er selbst sagt, dass er sich nach dieser Saison zurückziehen möchte.

Wanfried – Helmut Zeuner möchte seinen Platz im operativen Vorstand in jüngere Hände legen. Dem entgegnen altgediente VfL-Legenden wie Volker Winter und Heiner Schmidt, dass er seine Führungsqualitäten auch ins dritte Jahrzehnt transportieren müsse.

Helmut Zeuner, der in Hohenlimburg, einem Stadtteil von Hagen, geboren wurde, hat vergangenen Samstag seinen 73. Geburtstag gefeiert: „Ich denke, in diesem Alter darf man ganz bewusst kürzertreten“, schmunzelt er, weil er genau weiß, dass er auch ohne ein Vorstandsamt nicht loslassen kann. „Dafür stehe ich zu nah an der Handballabteilung.“

Durch seinen Sohn Martin, der als kleiner Junge beim VfL mit dem Handball begonnen hat, fand Helmut Zeuner 1993 den Eingang zur Abteilung. Spartenleiter Ulrich Wehr gewann danach schnell für die Aufgabe als Männerwart für die Seniorenteams.

Erste Mission: Landesliga

Unter seiner Mitwirkung ist es bereits 1994 gelungen, eine starke erste Mannschaft zusammenzustellen. Mit Spielern wie Algis Mockeliunas, Thomas Walter, Uwe Barten und den hoffnungsvollen Eigengewächsen Sören Borchert, Lars und Sven Winter war der Landesligaaufstieg sein erklärtes Ziel - im dritten Anlauf 1998 klappte es dann. Nach diesem Erfolg wechselte er nur ein Jahr später (1999) das Ressort. „Ich habe von Heinrich Büchner die Kassengeschäfte übernommen und möchte sie nun nach 23 Jahren abgeben.“ Viele weitere Aufgaben gehen einher. Die gesamte Hallenlogistik, beginnend bei der Finanzverwaltung mit Aufwandsdispositionen, der Kassenabwicklung bei den Heimspielen, die Organisation der Thekenbewirtschaftung mit Katja Langebach, die Einhaltung der Hallenordnung mit Heiner Schmidt und schließlich die Beschallung mit Frank Susebach haben von ihm enorme Einsatzbereitschaft abverlangt.

Acht Spartenleiter

In den 29 Jahren hat Helmut Zeuner stets die gute Zusammenarbeit mit den insgesamt acht Abteilungsleitern gesucht. Es sind dies in der Reihenfolge Uli Wehr, Wolfgang Breßler, Fritz Franke, Manfred Meinl, Christian Schäfer, Wolfgang Schneider, Claus Wehr und aktuell Bastian Frank. Helmut Zeuner wörtlich: „Es waren illustre und dynamische Jahre, die spannend und meistens von Harmonie bestimmt und von Erfolgen getragen wurden.“

Zweimal ausgeholfen

Zweimal musste er die Handballabteilung für einige Monate kommissarisch leiten: „Da ich ohnehin vielfach als Mittler bei unterschiedlichen Auffassungen gefragt war, was mir aufgrund meiner 40-jährigen berufsbasierten Konsensfähigkeit als Bundespolizist vielfach gelungen ist, konnte ich auch diese Aufgabe zur Zufriedenheit ausüben.“

Und weiter: „Insgesamt steht die Handballabteilung des VfL Wanfried eindrucksvoll da. Wir gehören zu den wenigen Vereinen in der Region, der mit allen Jugendmannschaften am Spielbetrieb teilnimmt; von den Minis bis zur A-Jugend. Dazu kommen zwei erfolgreiche Seniorenmannschaften“, lobt Helmut Zeuner das Gesamtkonstrukt beim VfL, das natürlich auch von Corona tangiert wird.

Kritik am Verband

Kritische Worte adressiert er an den Hessischen Handball-Verband: „Wir werden immer mehr finanziell gefordert, müssen permanent mehr Schiedsrichter stellen und hohe Spielbeiträge nach Frankfurt überweisen“, wünscht sich der Kassenexperte zur nachhaltigen Handballentwicklung vom Verband eine adäquate Honorierung für diese hervorragende Jugendarbeit.

Die Evergreens

„Ich möchte aber auch eine positive Seite beleuchten, die speziell im gesellschaftlichen Bereich den VfL Wanfried auszeichnet. 2004 haben elf verdiente Seniorenhandballer die Gruppe ,Evergreens’ gegründet. Auch ich fand 2005 Aufnahme, habe das personelle Dutzend vollgemacht und bin mittlerweile maßgebend für die organisatorischen Belange dieser Gemeinschaft zuständig“, weiß Helmut Zeuner von den Treffen zu berichten, die traditionell mit dem Wanfrieder Handballlied eröffnet werden.

Die gute Gemeinschaft pflegen die „Alten Herren“ mit Wanderungen, Radtouren, Bogenschießen, Darts oder auch beim zünftigen Kartenspielen, wobei für das leibliche Wohl stets und gut gesorgt ist. „Aufgrund von Corona mussten wir unsere Aktivitäten zurückfahren, wollen aber nach der Pandemie wieder durchstarten und auch größere Exkursionen unternehmen“, erinnert sich Helmut Zeuner an eines der größten Events: „Wir waren 2007 in der Köln-Arena beim WM-Finale Deutschland gegen Polen und haben unser Nationalteam lautstark unterstützt und den Titel mitbejubelt.“

Abschließend nutzt Helmut Zeuner das Forum, um sich bei Ehefrau Silvia zu bedanken, die seine ehrenamtliche Tätigkeit immer mitgetragen hat und oftmals auch beim Kassieren in der Halle an seiner Seite steht. (Harald Triller)

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