Oktober 2022 und 2023

VR-Bank Mitte schließt Filialen in Wanfried und Großalmerode

Schließt im Oktober 2022: Die Filiale der VR-Bank Mitte an der Bahnhofstraße in Wanfried.
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Schließt im Oktober 2022: Die Filiale der VR-Bank Mitte an der Bahnhofstraße in Wanfried.

Die VR-Bank Mitte wird zwei weitere Filialen im Werra-Meißner-Kreis innerhalb der nächsten beiden Jahre schließen. Betroffen sind die Standorte in Wanfried und Großalmerode.

Wanfried/Großalmerode – Das gaben jetzt die Vorstände Steffen-Peter Horn, Uwe Linnenkohl und Björn Henkel während der digitalen Vertreterversammlung am Donnerstagabend bekannt. Wanfried wird im Oktober 2022, Großalmerode im Oktober 2023 geschlossen.

Personelle Entwicklungen und Mietverhältnisse haben auch in die Entscheidung reingespielt. In erster Linie hat aber die Frequentierung dieser Filialen den Ausschlag für die Schließung gegeben. 1818 Kunden hatten zuletzt die Geschäftsstelle in Wanfried besucht. Das waren 2,33 Kunden pro Stunde. In Großalmerode sah es noch schlechter aus. Hier kamen an einem Öffnungstag pro Stunde nur 1,59 Kunden.

Wenigstens drei Kunden pro Stunde sieht die VR-Bank Mitte als notwendig an, um die Filiale zu rechtfertigen. Zum Vergleich: In Witzenhausen sind es 17 Kundenbesuche pro Stunde, in Hessisch Lichtenau 5,11 und in Eschwege 6,52. Bereits im Mai wurde die Video-Filiale in Abterode geschlossen.

Die VR-Bank Mitte betreibt im Werra-Meißner-Kreis jetzt noch sechs Beratungsstellen (Witzenhausen, Hessisch-Lichtenau, Bad Sooden-Allendorf, Waldkappel, Reichensachsen und Eschwege) sowie eine Filiale in Treffurt. In Wanfried und Großalmerode gibt es für die Kunden weiterhin Möglichkeiten, um an Bargeld zu kommen. Mit der Sparkasse Werra-Meißner wurde vereinbart, dass Bargeld-Abhebungen an deren Geldautomat für die VR-Kunden kostenlos sind. Die nächsten Beratungsstellen liegen für Wanfrieder Kunden in Treffurt und Eschwege, für großalmeröder in Witzenhausen und Hessisch Lichtenau.

VR-Bank Mitte erzielt 3,2 Millionen Euro Gewinn 

2,52 Milliarden Euro beträgt die Bilanzsumme der VR-Bank Werra-Meißner für 2020. Sie hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert (+5,4 Prozent). Für 2021 werden nach aktuellem Stand knapp 2,6 Milliarden Euro erwartet. Der Bilanzgewinn ist im Vergleich zum Vorjahr von 3,4 auf 3,2 Millionen Euro leicht zurückgegangen.

7 Mitglieder bestücken den Aufsichtsrat. Claudia Bommhardt (Bischhausen), Ulrich Gabel (Heiligenstadt), Thorsten Zindel (Witzenhausen), Henry Thiele (Eschwege), Elmar Mönnig (Göttingen), Kai Mecke (Göttingen) und Dietmar Bollensen (Rosdorf) wurden gewählt. Für 2020 wurde sowohl dem alten Aufsichtsrat als auch dem Vorstand Entlastung erteilt.

113 Kontomodelle gab es vor der Fusion der drei VR-Banken. Sie wurden jetzt zusammengefasst und vereinfacht. Nach der Verschmelzung der drei Banken vor drei Jahren bietet die VR-Bank jetzt an allen Standorten die gleichen Kontomodelle an. Die Produktpalette wurde von reiner Preisanpassung zu Mehrwerten und Mitmachcharakter umgestellt. 65 000 Konten wurden angeschrieben. Weniger als 1,5 Prozent der Konten wurden aufgelöst.

134 -mal erteilte die VR-Bank während der Coronakrise Überbrückungshilfe über insgesamt 2,8 Millionen Euro. Außerdem wurden 102 KFW-Liquiditätsdarlehn über 22,8 Millionen Euro vermittelt. Als Konsequenz der Abstandsgebote hat das Kreditinstitut in die „digitale Nähe“ investiert. Außerdem wurde die digitale und telefonische Beratung ausgebaut. Die Beschäftigten sind nicht in Kurzarbeit gegangen. Stattdessen wurde mehr Homeoffice ermöglicht.

977 Kreditverträge mit einem Volumen von 3,2 Millionen Euro wurden zwischenzeitlich wegen Corona ausgesetzt.

10 000 Kunden der VR-Bank Mitte sind von den sogenannten Negativzinsen betroffen, durch die man seit rund einem Jahr für sein Vermögen bezahlen muss. Das Volumen liegt bei rund 105 Millionen Euro. Das Hausbankmodell biete verschiedene Lösungsmöglichkeiten an, hieß es am Donnerstag.

49 563 Mitglieder hat die VR-Bank Mitte 2020. Im Jahr zuvor waren es 49 608. 1500 neue Mitglieder kamen 2020 dazu. Auch 2021 ist die Mitgliederzahl gesunken. Bis Mai kamen 623 Neue hinzu.

Die Kunden wurden inzwischen informiert, auch mit den betroffenen Bürgermeistern wurde gesprochen. „Das ist eine wirtschaftliche Entscheidung der Bank, die wir akzeptieren, aber keinesfalls befürworten müssen“, kommentierte Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Die Schließung der Filiale in Wanfried reihe sich in die Ausdünnung des Filialnetzes der Banken in den vergangenen Jahren in der Region ein. „Die ortsansässigen Banken sollten ihrem Versorgungsauftrag gerecht werden und ihren Beitrag dazu leisten, dass die Infrastruktur im ländlichen Raum erhalten bleibt“, sagt Gebhard. (Tobias Stück)

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