Stadtparlament votiert gegen den Ankauf

Wanfried bürgt für EAM-Anteile nicht

Wanfried. Das Parlament der Stadt Wanfried hat sich mehrheitlich gegen die Möglichkeit, Anteile an dem neu gegründeten regionalen und kommunalen Energieversorger EAM zu erwerben, ausgesprochen.

Zehn Abgeordnete aus den Reihen der Christdemokraten lehnten die kommunale Beteiligung am EAM-Konzern ab, während neun Abgeordnete der Sozialdemokraten den Weg mit dem Werra-Meißner-Kreis gehen wollten, Strom und Gas in eine Hand zu geben.

Die nordhessischen Landkreise wollen ihre gerade zurückgekauften EAM-Anteile von knapp einer Milliarde Euro mit 49,9 Prozent auf die Städte und Gemeinden weiter verteilen. Dafür müssen die Kommunen Bankbürgschaften hinterlegen. Ein Großteil der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis hat dem Rückkauf und den Bürgschaften bereits zugestimmt. Zuletzt plädierten die Parlamente von Sontra, Waldkappel, Meißner und Neu-Eichenberg dafür, die Bürgschaft bereitzustellen.

Rendite ab dem Jahr 2041

Im Falle Wanfrieds geht es ausschließlich um das Gasnetz mit einem Bürgschaftbetrag von fast 400 000 Euro. Eine Rendite wird den Kommunen für das Jahr 2041 in Aussicht gestellt.

Im Stadtparlament von Wanfried schlugen in der Diskussion die emotionalen Wellen zeitweise hoch.

An Rand der Belastbarkeit

Nach Auffassung der Union ist es nicht zu rechtfertigen, einerseits die Bevölkerung im Rahmen des Schutzschirmes an den Rand der Belastbarkeit zu bringen und „andererseits mit einem sechsstelligen Risiko im Konzernumfeld zu zocken“, begründete Hartmut Vogt das Nein der CDU-Fraktion. Geriete die EAM in den nächsten Jahrzehnten in die Verlustzone, sei davon auszugehen, dass auch die Kommunen aufgefordert sind, finanzielle Mittel nachzuschießen. Bei einer Insolvenz müsste die nächste Generation die Zeche zahlen.

SPD-Fraktionschef Erwin Neugebauer sagte, trotz aller Prognosen bedeute die Kommunalisierung für die Sozialdemokraten faire und nachhaltige Produkte, preisgünstige und umweltfreundliche Energieversorgung in Verbindung mit innovativ richtigen strategischen Entscheidungen. Neugebauer: „Die Zustimmung zur EAM bedeutet aus unserer Sicht eine zukunftsträchtige Investition.“

Von Dieter Möller

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