Sicher am Wasser leben können

Fraktionen in Wanfried fordern einstimmig mehr Hochwasserschutz

So sah es beim Hochwasser 2013 an der Wanfrieder Schlagd aus: Unter anderem in Wanfried, Heldra und Altenburschla standen Häuser und Gärten unter Wasser, ein Pegel von über 4,5 Metern wurde in Heldra gemessen. Archiv
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So sah es beim Hochwasser 2013 an der Wanfrieder Schlagd aus: Unter anderem in Wanfried, Heldra und Altenburschla standen Häuser und Gärten unter Wasser, ein Pegel von über 4,5 Metern wurde in Heldra gemessen. Archiv

Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe im Süden Deutschlands fordern alle Wanfrieder Fraktionen mehr Hochwasserschutz in der Stadt sowie den Stadtteilen.

Wanfried – Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat Deutschland erschüttert. Die tiefe Betroffenheit und Solidarität zeigt sich vielerorts unter anderem mit zahlreichen Hilfs- und Spendenorganisationen.

Gleichzeitig hat die Verwüstung ganzer Ortschaften durch die Wassermassen die Menschen in unserer Region auch zum Nachdenken gebracht. So sind sich in Wanfried etwa alle Fraktionen gleichermaßen einig, dass in der Stadt, die ebenso wie ihre Stadtteile direkt an der Werra liegt, etwas für den Hochwasserschutz getan werden muss. Das teilen die Stadtverordneten von CDU, SPD, Die Linke und FWG jetzt einstimmig mit.

„Gerade im Hinblick auf das letzte Starkregenereignis und dessen Folgen kann man dieses Thema nicht ignorieren“, sagt Lisa Susebach, Vorsitzende der SPD in Wanfried. Dem stimmen auch die anderen Fraktionsvorsitzenden zu, insbesondere, da es in den vergangenen Jahren bereits Hochwasser in Wanfried und den Stadtteilen gegeben hat – etwa 2011, 2013 und 2019.

Hochwasserschutz soll Thema in der nächsten Magistratssizung in Wanfried sein

Wie Bürgermeister Wilhelm Gebhard berichtet, wurden 2019 in Folge des Hochwassers innerhalb kürzester Zeit einige neue Querverbindungen als Abflussmöglichkeit geschaffen und neue Gräben angelegt. Die außerplanmäßigen Kosten dafür betrugen rund 70 000 Euro. Laut Susebach sollte der Magistrat nun prüfen, ob die Gewässer in und um Wanfried auch Regenereignissen standhalten, die stärker ausfallen als beim Hochwasser 2019. Entsprechend der Ergebnisse solle dann gehandelt werden, damit die Bürger der Stadt und Stadtteile sicher am Wasser leben können. Wie Gebhard mitteilt, soll diese Problematik auch Teil der nächsten Magistratssitzung sein.

Wie es in einer Pressemitteilung der CDU heißt, ist eine weitere professionelle Untersuchung der Bachläufe und Flutgräben unumgänglich. Dem stimmt auch Gebhard zu.

Denn was passiert, wenn Gatterbach, Heldrabach, Schlierbach und die Flutgräben die ankommenden Wassermassen nicht mehr bewältigen können? Außerdem mündet ein Großteil der 2019 neu angelegten Gräben im Gatterbach, der durch die Stadt fließt und am Ende fast das gesamte Volumen aufnehmen muss.

Jetzt Geld in die Hand nehmen, statt später Summen zur Schadenbeseitigung auszugeben

„Wir sind der Meinung, dass es jetzt klug ist, einmal Geld in die Hand zu nehmen, um diese Fragestellungen analysieren zu lassen und erforderliche Schutzmaßnahmen umzusetzen, als nichts zu tun und hinterher Schäden in Millionenhöhe beklagen zu müssen“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Henning Wehr.

Nach Einschätzung von Antonia Krämer (Die Linke) sind diese extremen Wetterereignisse ein deutliches Zeichen des Klimawandels, der „uns alle angeht“, sagt sie, ebenso wie der Schutz der Bürger. Daher seien Warn- und Sicherheitssysteme sowie ein Hochwasserrisikomanagement für eine frühzeitige Gefahrenerkennung nötig.

Dr. Helmut Pippart ebenso wie Reiner Graf von der FWG schlagen außerdem vor, dass schon jetzt gemeinsam mit den Bürgern selbst Hand angelegt wird, um die Bäche und Gräben von Zuwachs und Pflanzen zu befreien. Außerdem sei der Hochwasserschutz ein Thema, das auch in der Stadtverordnetenversammlung besprochen werden sollte.

Die Stadtverordneten weisen die Bürger darauf hin, bei künftigen Baumaßnahmen solche Starkregenereignisse noch stärker zu berücksichtigen und dass eine Elementarschadenversicherung die Folgen einer Überschwemmung abmildern würde.

Von Jessica Sippel

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