Glasfaser

Wanfried plant Glasfaser-Großprojekt: Schnelles Internet mit direktem Hausanschluss

Glasfaser direkt bis ans Haus: Dieses Projekt plant nun auch die Stadt Wanfried.
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Glasfaser direkt bis ans Haus: Dieses Projekt plant nun auch die Stadt Wanfried.

Schnelles Internet für Wanfried: Stadt plant modellhaftes Großprojekt für Glasfaserausbau (FTTH/B-Ausbau) . Parlament stimmte bereits zu.

Wanfried – Einen Quantensprung in der Versorgung des schnellen Internets – das will die Stadt Wanfried in den nächsten Jahren erreichen. Die Stadtverordneten haben dem Glasfaserausbau im Rahmen des Modellprojekts FTTH/B-Ausbau bei der vergangenen Stadtverordnetenversammlung bereits einstimmig zugestimmt. Damit willigten sie auch in eines der größten Investitionsprojekte in der neueren Geschichte von Wanfried ein.

Die konkreten Planungen starten jetzt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Federführender Initiator des Modellprojekts ist Verwaltungsleiter Christoph Hoffmann. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Projekt einen echten Mehrwert für die Menschen von Wanfried schaffen können.“

Glasfaser für Wanfried: Verwaltungsleiter Christoph Hoffmann und Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Das Gebiet

Die Stadt Wanfried kann aktuell nur die Bereiche ausbauen, wo auch zuvor ein Ausbau der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) stattgefunden hat. Dies war in der Kernstadt und den Stadtteilen Altenburschla, Heldra und Völkershausen der Fall. „Somit gibt es aktuell rechtlich und tatsächlich keine Möglichkeit, den Stadtteil Aue in diesem Projekt auszubauen. Wir werden sehen, ob wir mit privaten Marktteilnehmern entsprechende Ausbaupläne entwickeln können“, sagt Gebhard. Zudem kann in der ersten Förderstufe nur der Bereich erschlossen werden, der aktuell nicht durch das Unternehmen Vodafone bereits versorgt ist.

Die Kosten

Für den Ausbau des Glasfasernetzes hat die Stadt Wanfried bereits eine detaillierte Zielnetzplanung durchgeführt. Der Gesamtausbau der 1850 Anschlusspunkte wird aktuell auf rund 12,6 Mio Euro geschätzt. Bis zu 90 Prozent können über Bund und Länder finanziert werden. „Der verbleibende Eigenanteil kann über die Projektlaufzeit aus dem städtischen Haushalt finanziert werden“, erklären Gebhard und Hoffmann.

Das Ziel

Bundes- und landesweit wird eine Gigabitstrategie verfolgt. Das Ziel: Kommunen flächendeckend mit Gigabitanschlüssen bis Ende 2025 und Glasfaseranbindung mit Inhouse-Verkabelung bis 2030 versorgen. Damit die Zielsetzung örtlich umgesetzt werden kann, bedarf es lokaler Akteure und interorganisatorischer Konzepte. Eine wichtige Beteiligte ist die BNG.

Der Anschluss an eine schnelle Internetverbindung gehöre heutzutage zur kommunalen Grundversorgung. Für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung sei ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz unverzichtbar, wenn eine Kommune den Bürgern unter anderem die Möglichkeit zum standortunabhängigen Arbeiten geben will.

Das ist FTTH/B

Bisher wurde Glasfaser bis zum nächsten Verteiler verlegt, über die sogenannte FTTC-Variante („Fibre to the Curb“). Dabei wurden vorhandene Kabelverzweiger im Netz der Deutschen Telekom mit Glasfaser angebunden. Das hat die BNG weitgehend abgeschlossen. Nun kommt die nächste Stufe ins Spiel, es geht um FTTH/B (Fibre to the Home/Building). Das heißt, dass das Glasfaser, mit dem das schnelle Internet übertragen wird, direkt bis in das private Haus beziehungsweise Gebäude verlegt wird. Es ist der Lückenschluss der Glasfaserverkabelung zwischen Verteilerkasten und Gebäude. Kupferkabel ade.

Der aktuelle Plan

„Ein Projekt dieser Größenordnung braucht zuverlässige Partner. Es ist daher unumgänglich, dass wir gemeinsam mit der BNG eine Realisierung vornehmen, damit die Eigentums- und Verpachtungsrechte zukünftig professionell betreut werden können“, erläutert Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Die zu errichtenden Infrastrukturen sollen in das Eigentum der BNG übergehen, um die existierenden Bestandsinfrastrukturen zu komplettieren. Ein diesbezüglicher Kooperationsvertrag liege bereits vor und sei die Basis der weiteren Projektrealisierung, so Gebhard.

Im Jahr 2022 sind die Vorbereitung des Förderantrages und der Aufbau eines Projektmanagements Schwerpunkte. „Wir müssen aktuell die Bevölkerung um Geduld bitten, da viele Detailfragen zu klären sind. Wir planen umfangreiche Informationsveranstaltungen zu der Thematik“, so Gebhard. (Von Jessica Sippel)

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