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In Wanfried hat sich mit den Rennkistenfreunden ein neuer Verein gegründet

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Von: Theresa Lippe

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Der Vorstand des Rennkistenvereins Wanfried: Sebastian Schäfer (in der Seifenkiste), dahinter von links André Langelotz, Robert Mock, Daniel Trenk, Thomas Jessl, Daniel Ohnesorge und Martin Glaser. Vorne: Florian Kremmer und Florian Wehr.
Der Vorstand des Rennkistenvereins Wanfried: Sebastian Schäfer (in der Seifenkiste), dahinter von links André Langelotz, Robert Mock, Daniel Trenk, Thomas Jessl, Daniel Ohnesorge und Martin Glaser. Vorne: Florian Kremmer und Florian Wehr. © Rennkistenverein Wanfried

Mit bis zu 60 Stundenkilometern brettern Rennkistenfahrer bei den deutschen Meisterschaften im Seifenkistenrennen den Hang hinunter. Künftig wohl auch in Wanfried.

Wanfried – Denn dort gibt es nun einen neuen Verein: die Rennkistenfreunde Wanfried.

„Soweit wir wissen, sind wir der einzige Rennkistenverein in ganz Hessen“, sagt Daniel Trenk, eines der acht Vorstandsmitglieder. Nagelneu ist der Wanfrieder Verein, der künftig Mitglieder im Alter von 6 bis 200 Jahren aufnehmen will. „Mädchen, Jungen, Eltern, Studierende oder Ingenieure, bei uns sind alle willkommen“, sagt Thomas Jessl, ebenfalls Vorstandsmitglied. Vorkenntnisse brauche niemand, wer zwei linke Hände hat, bekäme entsprechende Unterstützung beim Schrauben.

Die Idee, einen Rennkistenverein zu gründen, kam den Wanfrieder Papas Thomas Jessl und Daniel Ohnesorge (auch im Vorstand), als sie vor etwa sechs Monaten bei einem sogenannten „Daddy’s Day“ in der Kita, also einem Tag für Väter, ein fahrtüchtiges Feuerwehrauto für ihre Kinder bauten. Dieser Feuerwehrwagen hätte ihr Interesse an Seifenkisten neu entfacht, berichten die beiden Gründungsmitglieder. Schnell fanden sich weitere Interessierte und der Verein wurde gegründet. „Noch sind ein paar Dinge mit dem Finanzamt zu regeln, dann kann es richtig losgehen“, sagt Ohnesorge und freut sich. Denn nach der Bekanntgabe der Vereinsgründung auf Facebook vor knapp drei Wochen hätten sich bereits um die 20 Interessierten bei ihnen gemeldet.

„Uns ist es wichtig, dass Kinder Spaß am Werkeln finden und die Basics im Umgang mit Werkzeug lernen“, sagt Trenk. Dafür sei das Bauen von Seifenkisten eine tolle Grundlage. Bei wem es finanziell knapp sei, der bekäme Unterstützung.

Außerdem sei der Kreativität keine Grenze gesetzt – wer also will, dass seine Rennkiste aussieht wie ein Ferrari, könne das problemlos umsetzen. Bei Spaßveranstaltungen gebe es beim Rennkistenbau keine Vorschriften. „Ein funktionsfähiges Lenkrad und funktionstüchtige Bremsen sind aber unumgänglich“, so Jessl. Bei Wettkämpfen gebe es allerdings feste Reglements darüber, wie schwer beispielsweise eine Seifenkiste inklusive Fahrer (bis 160 Kilo) sein darf. Für das Jahr 2024 wollen die Rennkistenfreunde in Wanfried übrigens an den deutschen Meisterschaften teilnehmen und dafür Einzelläufe in der Heimat austragen.

Für das Vereinsleben sei geplant, dass Mitglieder sowohl zuhause werkeln und dann gemeinsam Fahren können, aber auch gemeinsames Arbeiten an den Seifenkisten in den vereinseigenen Räumen stünde auf der Agenda. Dafür haben die Rennkistenfreunde Räumlichkeiten in der ehemaligen Bodewerkstatt gemietet. Auf knapp 100 Quadratmetern sei dort ausreichend Platz.

„Der Bau einer Rennkiste kann von zwei Wochen bis hin zu sechs Monaten dauern, je nachdem wie viele Details man anbringt“, erklärt Ohnesorge. Baupläne gebe es beispielsweise im Internet. Zählt man die Schrauben mit, kann eine Rennkiste über hundert Teile haben. „Wer Werkzeug, Material oder Werkzeugschränke loswerden will, darf sich gerne bei uns melden“, sagt Trenk. Abholung sei kein Problem.

Seifenkistenrennen auch in Wolfterode

Mülltonnen, Badewannen, Futtertröge – beim Scheesen-Cup in Wolfterode rollen seit einigen Jahren kreative Seifenkisten über die 150 Meter lange Rennstrecke bis ins Ziel. Am Fuße des Meißners kämpfen die Fahrer um den beliebten Pokal des Scheesen-Cups, den die Freiwillige Feuerwehr Wolfterode veranstaltet. Über die Jahre wurde das Rennen immer professioneller: So werden inzwischen beispielsweise die Zeiten mit einer selbst gebauten Lichtschranke gemessen. Auf der Spaßstrecke geht es nicht nur um scharfe Kurven, auch einige Schikanen aus Strohballen sind zu meistern. tli

Die Jahresbeiträge sind gestaffelt: Familien (20 Euro), Erwachsene (15 Euro) und ermäßigt für beispielsweise Schüler, Rentner oder Menschen mit Behinderung (8 Euro). Eins wollen sie aber noch klarstellen: „Als Anfänger brettert man nicht mit 60 Kilometer pro Stunde die Hügel in und um Wanfried hinunter“, sagt Jessl scherzend. Denn Sicherheit stünde immer an erster Stelle.

Infos bei Thomas Jessl unter Tel.: 01 52/09 06 03 21, auf Facebook facebook.com/rennkistenfreundewanfried und beim Stand am Wanfrieder Weihnachtsmarkt. (Theresa Lippe)

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